Elektrischer Strom ist die heutzutage unverzichtbare Kraftquelle für unseren Wohlstand, unsere Wirtschaft und nicht zuletzt für die gesamte Gesellschaft. Auch in unserem häuslichen und beruflichen Alltag ist der Strom unser täglicher Begleiter: Sei es für Haushaltsgeräte, Gebäudetechnik & Mobiltelefone, Computer & Multimedia, Elektromobilität und für noch viele andere Anwendungen mehr.

© stock.adobe.com/klyaksun

Strom an sich ist eine saubere Energiequelle. Doch wie wir alle wissen, kommt er ja nicht wirklich aus der Steckdose. Strom muss in Kraftwerken erzeugt werden. Und in diesen macht es punkto „sauber“ und „nachhaltig“ sehr wohl einen großen Unterschied, welche primäre Energiequelle zur Stromerzeugung verwendet wird. Wasserkraftwerke und Windräder zählen zu den umweltfreundlichsten Stromerzeugern und tragen nicht zuletzt deswegen eine Hauptrolle, um die nationalen und internationalen Klimaziele erreichen zu können.

Wasserkraft in der Steiermark

Die Kraft des Wassers wird in der Steiermark seit Jahrhunderten genutzt – einst für Mühlen und für mechanische Antriebe – heutzutage vor allem zur Stromerzeugung. Etliche Pioniere der Energieerzeugung, u. a. Viktor Kaplan, haben hier ihre Wurzeln. Seine „Kaplan-Turbine“, die die Wasserkraft nutzt, ist noch heute weltweit im Einsatz.

Kaplan-Turbine
Kaplan-Turbine © stock.adobe.com/Tunatura

Wasserkraftwerke nutzen die Bewegungsenergie des Wassers, die auf eine Turbine übertragen wird. Diese treibt einen elektrischen Generator an, der die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt.

Bei einem Laufkraftwerk wird ein Fluss gestaut und über das abfließende Wasser elektrischer Strom gewonnen. Bei einem Speicherkraftwerk hingegen wird Wasser in einem Speicher-/Stausee aufgestaut. Im Vergleich zu anderen Stromerzeugern hat die Wasserkraft den höchsten Wirkungsgrad und die besten ökologischen Werte. Und: Ein Wasserkraftwerk produziert über die gesamte Lebensdauer um ein Vielfaches mehr Energie, als für die Errichtung und den Betrieb aufgewendet werden muss.

Laufkraftwerk
Laufkraftwerk © stock.adobe.com/megakunstfoto
Speicherkraftwerk
Speicherkraftwerk © stock.adobe.com/Jowanka

Wasserkraft ist in der Steiermark ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Zusätzlich zur Energieversorgung erzeugt sie auch regionale Wertschöpfungseffekte u. a. durch die Schaffung von Arbeitsplätzen. Neben Großkraftwerken leisten in der „Grünen Mark“ auch zahlreiche Kleinwasserkraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Ökostromerzeugung. Die rund 650 versorgen rund 530.000 steirische Haushalte. Mit ihrem Beitrag werden jährlich ca. 1,5 Mio. Tonnen CO2 im Vergleich zur Stromproduktion mit fossilen Energieträgern eingespart.

Kleinkraftwerk
Kleinkraftwerk © stock.adobe.com/Rochau

Windkraft in der Steiermark

Ähnlich dem Wasser ist die Kraft des Windes ein Angebot der Natur, das als Energierohstoff genutzt werden kann. Bei einer Windkraftanlage wird also die Bewegungsenergie des Windes in elektrische Energie umwandelt. Der Wind versetzt den Rotor in Drehung und aus dessen „Drehenergie“ macht ein Generator Strom.

© stock.adobe.com/architekturimbild

Warum die dafür verwendeten Anlagen so hoch sind, ist leicht erklärt: In größeren Höhen weht der Wind gleichmäßiger - und folglich steigt mit jedem Meter, den ein Windrad höher gebaut wird, der Stromertrag um ein Prozent. Mit einer Verdoppelung der Flügellänge wiederum steigt der Ertrag um das Vierfache, die doppelte Windgeschwindigkeit erzeugt den achtfachen Ertrag.

© stock.adobe.com/fotolight007

Die Errichtung von Windkraftanlagen ist heute in kürzester Zeit möglich – und das bei niedrigem Energieverbrauch. So wird die Energie, die für Produktion und Errichtung einer Anlage notwendig ist, innerhalb von vier bis sechs Monaten vom Windrad selbst erzeugt.

Punkto Windkraft hat die Steiermark nach Niederösterreich das zweitgrößten Potenzial in Österreich. Diese wird seit rund einem Jahrzehnt nun intensiv genutzt, Ende 2022 gab es in der Steiermark bereits 113 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 290,2 Megawatt (MW). Alle Windräder in der Steiermark zusammengenommen liefern Strom für mehr als 165.000 Haushalte und sichern mehr als 540 Arbeitsplätze.

Der größte Windpark in der Steiermark ist der Windpark am Pretul an der Grenze der Bezirke Bruck-Mürzzuschlag und Weiz. Er versorgt mit einer Gesamtleistung von 42 MW ca. 24.000 Haushalte.

© stock.adobe.com/Bartussek

Ökologischer Aspekt

Die Errichtung und der Betrieb von Wasserkraftwerken und Windkraftanlagen bedeutet stets einen massiven Eingriff in die Natur. Es gilt daher, sowohl bei der Standortwahl als auch beim Bau und Betrieb der Kraftwerke besonderes Augenmerk auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt zu legen. 

Eine entgeltliche Einschaltung des Landes Steiermark.