Im Bezirk Graz-Umgebung haben im Jahr 2024 insgesamt 505 Lehrlinge in 510 Ausbildungsbetrieben fleißig an den ersten wichtigen Schritten in ihrer Fachkräftekarriere gewerkt. Jene Lehrlinge, die am Ende ihres letzten Ausbildungsjahres die Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung abgelegt haben, wurden im vergangenen Mai gemeinsam mit ihren Ausbildungsbetrieben und den Absolvent:innen von Meister- und Befähigungsprüfungen bei Stars of Styria geehrt. In Graz-Umgebung konnten so 37 Lehrlinge, 27 Meister:innen und 27 Ausbildungsbetriebe ihren Stern und ihre Urkunde von WKO Regionalstellenobmann Michael Hohl, WKO Direktor Karl-Heinz Dernoscheg und WKO Regionalstellenleiter Stefan Helmreich entgegennehmen.

Lehre erzeugt Fachkräfte

„Die Auszeichnung zum Star of Styria ist ein kräftiges Zeichen der Wertschätzung gegenüber jenen Menschen und Unternehmen, die in besonderem Maße in die Ausbildung investieren“, bekräftigte Michael Hohl in seiner Dankesrede bei der Verleihung. Und er betonte, wie außerordentlich wichtig die Lehrausbildung bei der Bekämpfung des aktuell großen Fachkräftemangels sei: „Immer mehr Firmen sehen in der dualen Ausbildung eine wirksame Strategie, um sich die notwendigen Fachkräfte zu sichern.“

WKO Direktor Karl-Heinz Dernoscheg hob eine weitere Strategie gegen den Fachkräftemangel hervor: „Wir setzen uns auch für ein neues Bewusstsein für technische Berufe ein, besonders Mädchen sollen hier begeistert werden. Mit Metalltechnik, Elektrotechnik und Industriekauffrau finden sich immerhin schon drei solche Berufe unter den zehn häufigsten Lehrberufen von Mädchen, das war vor einigen Jahren noch undenkbar. Diesen Weg gilt es weiterzugehen. Auch die Lehre mit oder nach der Matura gehört weiter gepusht.“

Talente suchen und finden

Einer der Hauptgründe für die Verknappung an Fachkräften liegt in der demographischen Entwicklung in der Steiermark (und in ganz Österreich). Während sich der Anteil der über 50-jährigen unselbständig Beschäftigten in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt hat, hat im selben Zeitraum der Anteil der unter 25-Jährigen in den steirischen Firmen rapide abgenommen. Tendenz: Weiter sinkend.

„Wir befinden uns inmitten eines demographischen Tsunamis, dessen Folgen für unsere Gesellschaft nach und nach sichtbar werden“, zeigte Michael Hohl auf und betonte mit Nachdruck: „Wir dürfen hier keine Jugendlichen mehr als Bildungsabbrecher verlieren! Darum haben wir als WKO auch das Talentcenter ins Leben gerufen. Mehr als 8000 Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren nutzen dieses Angebot bereits jährlich und die Kapazitäten wurden bereits erweitert.“