Die Folgen des Klimawandels sind in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft deutlich spürbar: Dürren, Überschwemmungen, neue Schädlinge und Krankheiten bedrohen die Nahrungsversorgung und die Stabilität unserer Wälder.

Zudem führen Temperatur- und Niederschlagsschwankungen dazu, dass die Anbausaison unvorhersehbarer und die Qualität der Ernte unsicherer wird. Auf diese Weise geraten Landwirte und Forstbesitzer zunehmend unter Druck, ihre Produktion zu sichern und gleichzeitig die natürlichen Ressourcen zu schonen.

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Nachhaltige Landwirtschaft und die Rolle der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU

Dennoch gibt es auch Hoffnung, denn es existieren zahlreiche innovative Ansätze, um diesen Herausforderungen zu begegnen. So setzen immer mehr Betriebe auf wassersparende Bewässerungstechniken, um die verfügbaren Wasserressourcen effizienter zu nutzen.

Mischkulturen und die Integration von Bäumen in landwirtschaftlich genutzte Flächen – das sogenannte Agroforstsystem – verbessern die Bodenstruktur, verhindern Erosion und fördern die Biodiversität. Gleichzeitig helfen digitale Anwendungen und Sensoren, die Bodenfeuchtigkeit zu überwachen und Nährstoffe gezielt auszubringen.

In der Forstwirtschaft stehen naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftungskonzepte im Fokus, die die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Schädlingen und Extremwetterereignissen steigern. Durch die Förderung der natürlichen Verjüngung und die gezielte Auswahl standortgerechter Baumarten wird der Wald besser an veränderte Klimabedingungen angepasst.

Besondere Unterstützung erfahren diese Maßnahmen durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Sie bietet Landwirten und Forstbesitzern finanzielle Anreize und Fachberatung, um nachhaltige Produktionsmethoden zu fördern, die Biodiversität zu stärken und die Qualität der Böden zu erhalten. So trägt die GAP dazu bei, dass die europäische Landwirtschaft und die Wälder widerstandsfähiger werden – für die heutige und die kommende Generation.

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Nachhaltige Landwirtschaft und die Bedeutung der Bodenqualität

Die Bodenqualität ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche und nachhaltige Lebensmittelproduktion. Timotej Horvat vom Landwirtschafts- und Forstwirtschaftsinstitut Maribor erklärt, dass eine regelmäßige Bodenanalyse entscheidend ist, um die Düngung optimal anzupassen und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Nur so lässt sich der Humusgehalt erhalten, der für Wasserspeicherung in trockenen Zeiten und für gesunde Pflanzen unerlässlich ist.

Bei Landwirten, die ihre Böden regelmäßig kontrollieren, die Nährstoffzufuhr genau abgestimmt ist. Das verhindert Überdüngung, die nicht nur die Qualität der Lebensmittel beeinträchtigt, sondern auch das Grundwasser belastet. Besonders kleine Betriebe neigen noch zu Überdüngung, was eine Herausforderung darstellt.

Die GAP-Strategie 2023–2027 unterstützt gezielt Maßnahmen, die die Bodenfruchtbarkeit verbessern, Erosion verhindern und den Humusgehalt erhöhen. Der Trend zu weniger Pflügen und mehr Grünflächen trägt ebenfalls zur Bodengesundheit bei.

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Innovationen in der Forstwirtschaft: Naturnahe Waldbewirtschaftung in Slowenien

Kristina Sever, eine Försterin aus Nordslowenien, erläutert das Konzept der naturnahen Waldbewirtschaftung, das darauf abzielt, die Wälder stabil und widerstandsfähig gegenüber Klimawandel und Schädlingsbefall zu machen.

Dabei wird die natürliche Verjüngung bevorzugt, und Kahlschläge werden vermieden. Stattdessen erfolgt eine minimalinvasive Pflege, bei der nur ausgewählte, besonders wertvolle Bäume entnommen werden, während der Großteil des Waldes sich natürlich entwickeln darf. Diese Praxis sorgt für artenreiche, genetisch vielfältige und somit resilientere Wälder.

In Slowenien bestehen die Wälder meist aus kleinen Flächen mit mehreren Eigentümern, was die koordinierte Pflege erschwert. Das öffentliche Forstinstitut unterstützt hier mit kostenlosen Forstwirtschaftsplänen und Beratung direkt vor Ort.

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Jeder Beitrag zählt: Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe

Der Klimawandel betrifft uns alle. Neben den Maßnahmen von Landwirten und Förstern kann auch jede*r Einzelne durch bewussten Konsum, Förderung regionaler Produkte und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung einen wertvollen Beitrag leisten.

Die GAP trägt durch ihre Förderprogramme maßgeblich dazu bei, dass die Landwirtschaft resilienter wird und unsere Wälder auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben. So sichern wir gemeinsam die Ernährungssicherheit und den Schutz unserer Umwelt.

Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.