Geschäftsschließungen, rückgängige Passantenfrequenz, abnehmende Zahl an Arbeitgeberbetrieben in wichtigen Branchen – beispielsweise im Handel von 1977 im Jahr 2008 auf zuletzt 1.616 (minus 18,3 Prozent) - sowie eine unterdurchschnittliche Entwicklung des Kommunalsteueraufkommens: Der Standort Graz ist unter Druck.

„Wir brauchen wirtschaftsfreundlichere Rahmenbedingungen, um nicht weiter ins Hintertreffen zu geraten“, drängen daher Wirtschaftskammer Steiermark-Präsident Josef Herk und Obmann der WK-Regionalstelle Graz, Bernhard Bauer - zuletzt auch bei einer Protestaktion von Unternehmerinnen und Unternehmern am Hauptplatz der steirischen Landeshauptstadt. Mit dabei: ein Manifest mit konkreten Lösungsvorschlägen.

„Statt Verboten und Auflagen setzen wir auf unternehmerische Kreativität und schaffen Räume für Business und Begegnung“, drängen die Wirtschaftsvertreter unter anderem auf ein strategisches Instrument für die gezielte Entwicklung der Grazer Plätze, eine Überarbeitung der Veranstaltungsregeln mit adaptierten Öffnungszeiten im Sommer für die Gastronomie sowie die Einführung eines internationalen Standortmarketings zur Ansiedelung von neuen Betrieben und eine Mediationsstelle zur Beseitigung bürokratischer Hürden. „Als unabhängige Stabstelle sollen städtische und auch Regelungen auf Landesebene geprüft werden können“, konkretisieren Herk und Bauer.

Auch beim Dauerbrenner-Thema Verkehr setzt man auf praktikable Lösungsansätze. So müssen Lieferanten und Handwerksbetriebe, die für Bau-, Instandhaltungsarbeiten oder Notfalleinsätze tätig sind, aufgrund der erheblichen Reduzierung der Parkflächen insbesondere im Stadtzentrum, zunehmend Strafen in Kauf nehmen. Daher schlägt man reservierte Parkflächen oder die Einführung von digitalen Parkplatzreservierungen vor, um diesen Engpässen entgegenzuwirken. Weitere Maßnahmen finden sich unter wko.at/stmk/stadt-oder-stillstand

„Den Unternehmen geht es um eine nachhaltige Entwicklung der Stadt, was ein ausgewogenes Zusammenspiel von Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten erfordert“, warnen die Wirtschaftsvertreter vor einem Verlust von Stabilität und Standortattraktivität: „Denn letztlich fehlen ohne gesundes Unternehmertum auch die Mittel, um ökologische Maßnahmen und soziale Gerechtigkeit langfristig zu sichern.“