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Aus der Geschichte 125 Jahre Rolltreppe: Ihr Antrieb ist unsere Trägheit

Die Rolltreppe feiert heuer ihren 125 Geburtstag. Warum sie eigentlich "Fahrtreppe" heißen müsste und warum wir uns auf ihr so gerne küssen.

Eroeffnung des neuen Kastner & Oehler am 20.10.2010 in Graz, Sackstrasze
© Marija Kanizaj/KLZ
 

Ihr Antrieb ist die menschliche Trägheit. Täglich befördert sie die Massen aus den Tiefen der U-Bahn-Stationen dieser Welt, die erschöpft die Werbe- und Musikplakate an sich vorüberziehen lassen. Eine Hand am Handlauf, die andere mit dem Handy spielend.

Anfangs noch als Treppenwitz belächelt, hat sie es heute nach ganz oben geschafft. Unbemerkt steht das Hassobjekt eines jeden Hundes in Bahnhöfen, Einkaufszentren und Flughäfen zu Diensten. Und so hat sie sich langsam von der Jahrmarktattraktion auf Coney Island zum Endlosband der Moderne hochgearbeitet.

Kleine Schwester des Lifts

1900 bereits dem technikaffinen Publikum der Weltausstellung  präsentiert, sollte es noch dreißig Jahre dauern, bis die Einwohnerzahlen der Metropolen stiegen und die kleine Schwester des Lifts sich durchsetzen konnte.

Lustige Fakten

+ Die Rolltreppe müsste eigentlich "Fahrtreppe" heißen.

+ Die längste Rolltreppe misst 137 Meter und steht in einer U-Bahnstation in St. Petersburg. Die kürzeste Rolltreppe steht im japanischen Kawasaki und besteht aus gerade einmal fünf Stufen. 

Ohne es zu bemerken, hat sie großen Einfluss auf unseren Alltag. Warum wir stehende Rolltreppen meiden? Dahinter steckt das Phänomen der „funktionalen Gebundenheit“. Die Rolltreppe ist in unserem Gehirn mit dem Fahren verbunden. Erhalten wir die optischen Signale, dass wir nicht in den nächsten Stock fahren können, schaltet unser Gehirn auf den Modus „gehen“ und schickt uns auf die normale Treppe.

Küsse sich, wer kann!

Was schade ist, denn auf Rolltreppen küsst man sich auch gerne, weil Anfang und Ende des Kusses vorgegeben sind. Also müsste es eigentlich heißen: rechts schmusen und links gehen.

Chronologie

Die anfängliche Ausgabe der Rolltreppe bestand aus einem schrägen Gummiband, das mit Holzbrettern versehen war.
1900 präsentierte die Firma Otis die Rolltreppe bei der Pariser Weltausstellung schon beinahe
in der heutigen Form.
Die Erfindung wurde kurze Zeit später auch in U-Bahn-Stationen und Kaufhäuser eingebaut.
1910 zählten Harrods (London) und 1925 Tietz (Köln) zu den ersten Kaufhäusern mit Rolltreppe.
1993 wurde in Hongkong eine der längsten Open-Air-Rolltreppen erbaut: Sie ist 800 Meter lang und steigt 135 Meter an.

 

 

Kommentare (1)

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bimsi1
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3
Lesenswert?

Schade, dass es die Rolltreppe gibt.


Ich bin nämlich immer so gerne mit dem Lift beim Alpenlandkaufhaus Kastner & Öhler gefahren. Und der ältere Herr bzw. Liftboy war immer so freundlich. Ja, diese alten Zeiten - vielleicht Ende der 50er Jahre hatten schon etwas.

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