Herr Rashid, Sie sagen, Design kann die Welt verbessern. Glauben Sie das wirklich?
KARIM RASHID: Ja. Jeder Mensch hat täglich mit hunderten von Gegenständen zu tun. Er sieht sie, er greift sie an, er benutzt sie. Das hat Auswirkungen.
Schlechtes Design hat schlechte Auswirkungen?
RASHID: Natürlich.
Und wie definieren Sie schlechtes Design?
RASHID: Schlechtes Design ignoriert die offensichtlichsten Bedürfnisse von Menschen. Es ist auf oberflächliche Effekte ausgerichtet. Oder es orientiert sich an überkommenen Traditionen.
Sie halten nichts von Traditionen?
RASHID: Doch. Aber sie sind zu überprüfen. Es hat keinen Sinn, heute noch Stühle wie die von Thonet zu bauen. Thonets Methode, Holz zu biegen, war revolutionär, aber es gibt heute andere Möglichkeiten der Massenproduktion. Und ich bin gestern zwei Stunden auf einem Thonet-Stuhl gesessen. Kein Vergnügen.
Sie mögen Massenprodukte?
RASHID: Sehr. Ich finde, Design sollte demokratisch sein. Also erschwinglich. Ich halte gar nichts davon, irgendwelche Statussymbole zu entwerfen. Oder "concept cars". Das mag als intellektuelle Übung spannend sein. Aber mich interessiert die Wirklichkeit.
Sie zeichnen für die Gestalt von rekordverdächtigen 2.500 Objekten und Projekten verantwortlich.
RASHID: Es sind viel mehr. Das sind die realisierten.
Star-Designer Karim Rashid: Massenhaft gute Formen
Karim Rashid trägt ausnahmslos Weiß. Das Universum des Star-Designers ist aber keineswegs eintönig. Es birst förmlich vor Ideen.
© Gaia & Gino