Es gibt Hotels, die besucht man wegen des Ausblicks, wegen der Küche oder der Lage. Und dann gibt es jene, die man betritt und sofort weiß: Hier geht es um mehr. Um ein Gefühl, das bleibt. Um Räume, die nicht nur durchdacht sind, sondern beseelt. Immer öfter entstehen solche Orte nicht allein durch Architektur, sondern durch kreative Allianzen mit Designerinnen und Designbrands und machen den Urlaub zu einem immersiven Erlebnis für Ästheten.
Das Petra Hotel in Kopenhagen etwa ist kein klassisches Boutiquehotel, sondern ein liebevoll kuratierter Kosmos skandinavischer Gestaltung, entwickelt gemeinsam mit der dänischen Designmarke &Tradition. Hier wird Design nicht bloß ausgestellt, man lebt mit ihm, schläft darin, trinkt morgens Kaffee an ikonischen Tischen, greift nach Gläsern, die man aus Designstores kennt, und sitzt in Lounge-Sesseln, die sonst auf Messeständen glänzen.
In Mailand wiederum hat Patricia Urquiola mit der Casa Brera einen Ort geschaffen, der das Mailänder Lebensgefühl zelebriert: sinnlich, intellektuell, unaufgeregt luxuriös. Wer durch die Räume geht, begegnet vertrauten Materialien wie Terrazzo, Samt, Holz, Glas. Alles scheint zu fließen, nichts ist laut. Es ist diese Mischung aus internationaler Stilsicherheit und tiefer lokaler Verwurzelung, die Urquiolas Arbeit so besonders macht und die Casa Brera zu einem Hotspot für Designreisende.
Ganz anders, aber ebenso beeindruckend, präsentiert sich die neue Bulgari Mansion an der türkischen Ägäis in Bodrum. Dort, wo das Licht die Konturen weichzeichnet und die Natur fast unverschämt schön ist, trifft mediterrane Klarheit auf das kompromisslose Luxusverständnis der Marke Bulgari. Entworfen vom Mailänder Architektenduo Antonio Citterio und Patricia Viel, wird das Resort zu einem Rückzugsort, an dem Architektur, Interior und Landschaft fast meditativ miteinander verschmelzen.
Und dann ist da noch das Romeo Roma, ein Hotel wie eine Vision. Untergebracht in einem Palazzo aus dem 16. Jahrhundert, wurde es posthum nach einem Entwurf von Zaha Hadid umgesetzt. Wer hier übernachtet, bewegt sich zwischen barockem Erbe und futuristischer Raumkunst, zwischen Marmorsäulen und geschwungenen Skulpturmöbeln.
All diese Häuser zeigen: Reisen ist längst nicht mehr nur Fortbewegung im geografischen Sinn, sondern auch eine emotionale Bewegung in Räume hinein, die einen inspirieren, berühren, vielleicht sogar verändern. Was bleibt, wenn der Check-out gekommen ist? Mehr als nur Erinnerungen. Denn viele der Designstücke, mit denen man dort lebt, sind nicht unerreichbar. Die Leuchte, unter der man am Abend las, der Sessel, in dem man morgens seinen Espresso trank, die Vasen, der Duft, die Textilien, all das lässt sich heute oft mit wenigen Klicks nach Hause holen.
So wird der Sommer im Petra Hotel vielleicht zum Startschuss für ein skandinavisches Upgrade im eigenen Wohnzimmer. Oder die Atmosphäre der Casa Brera zieht als Farbinspiration durch die eigene Küche. Hotels wie diese schenken nicht nur schöne Nächte, sie verändern, wie wir wohnen wollen. Und manchmal reicht ein neuer Stuhl, um ein bisschen Dolce Vita im Alltag zu spüren.