Ames aus PeggauAirline aus Island setzt auf steirisches Know-how

Der steirische Flugzeugzulieferer Ames holt sich einen Großauftrag aus Island. Zudem profitieren die Innenraumexperten von der Niki-Übernahme durch Niki Lauda.

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Island ist allgemein betrachtet ein anziehendes Land. Was nicht zuletzt durch eine kurios anmutende aktuelle Geschichte unterstrichen wird: 2018 könnte nämlich der Energieverbrauch von jungen isländischen Rechenzentren, die die Kryptowährung Bitcoin herstellen, erstmals jenen aller isländischen Haushalte übertreffen. Aber auch die Touristenzahlen steigen auf der Insel ins schier Unermessliche. Was naturgemäß die Icelandair, Islands nationale Fluglinie, freut.

Diese setzt nun wiederum auf Know-how aus der Steiermark. Bis 2020 wird der Peggauer Flugzeugzulieferer Ames insgesamt 16 neue Boeing-737-Maschinen für die isländische Fluglinie modernisieren. Konkret baut das Team von Ames-Boss Walter Starzacher dabei vor allem – in der Steiermark entwickelte und produzierte – „Class Divider“ ein. Diese voll beweglichen Bauteile trennen die Business-Class von der Economy-Class optisch ab und wurden zum ersten Mal im vergangenen Jahr auf einer Flugzeugmesse in Hamburg präsentiert.

Ames ist Spezialist für die Modernisierung von Innenräumen
Ames ist Spezialist für die Modernisierung von Innenräumen Foto © AMES

Die Präsentation der Steirer in der Hansestadt sorgte indes nicht nur für Interesse aus dem hohen Norden. Aktuelle Folgeaufträge meldet der Betrieb mit seinen knapp 50 Mitarbeitern auch für Airblue, die zweitgrößte pakistanische Fluggesellschaft und die französische Air France. Insgesamt kann Walter Starzacher mittlerweile auf über 400 internationale Ames-Kunden verweisen, darunter die brasilianische Azul, Turkish Airlines oder S7 aus Sibirien.

 

Icelandair als einer von 400 Kunden: Ames-Boss Starzacher
Icelandair als einer von 400 Kunden: Ames-Boss Starzacher Foto © AMES

Dabei richtet der Innenraumausstatter mit der hohen Anzahl an Luftfahrts-Zertifizierungen – Ames entwickelt auch Stauschränke, beleuchtete Kabinenteiler oder Lichtsysteme – zurzeit ein verstärktes Augenmerk auf den Heimmarkt. Dort profitiert Ames von der Übernahme der Fluglinie Niki durch Niki Lauda. Eine Ames-Tochtergesellschaft in Neusiedl wird den Transfer der Flugzeuge für die neue Laudamotion abwickeln, neben der technischen Übernahme umfasst der Auftrag auch Beratungsleistungen. Zudem könnte ein weiterer Auftrag folgen, wenn es gilt, die Flugzeugkabinen anzupassen.

„Man kann durchaus sagen“, heißt es dazu aus dem Unternehmen, „dass Ames ein Profiteur von Airline-Krisen ist.“

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