Friaul-Julisch Venetien"Giro-d´Italia-Seilbahn" soll österreichische Skigäste locken

Neue Sechser-Sesselbahn auf den Giro-Zielberg Zoncolan eröffnet. Tourismus-Landesrat Sergio Bini: "Investieren 70 Millionen Euro in Wintersportgebiete." Nach Rekordsommer auch Zuversicht für Adria. Triest erwartet 200 Kreuzfahrtschiffe.

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Die neue Sechsersesselbahn auf den Giro-Berg Zoncolan. Sergio Bini ist Landesrat für Tourismus und den produzierenden Sektor in Friaul-Julisch Venetien
© FVG/KK
 

05In Friaul-Julisch Venetien läuft voller Skibetrieb vom Lussari bis Piancavallo. Was macht Sie zuversichtlich für geplante 700 Millionen Euro Einnahmen im Wintertourismus?

SERGIO BINI: Erst vor ein paar Tagen haben wir die Wintersaison mit einem neuen, dem Giro d’Italia gewidmeten Sessellift eröffnet, um den Zoncolan zu feiern, den alle Radbegeisterten als einen der Gipfel kennen, die am schwierigsten zu erklimmen sind. Wir sind für diese Saison optimistisch,  wenn auch  äußerst vorsichtig, und achten auf die Sicherheit unserer Skifahrer. Dieses Jahr kann dank der Impfungen Ski gefahren werden. Wir investieren über 70 Millionen Euro, um die Skigebiete noch attraktiver zu machen.

Im Sommer wurden in Tarvis Leute, die sich impfen ließen, mit günstigen Liftkarten belohnt, wiederholen das im Winter?

Die Initiative wurde als Förderungssignal für die Impfkampagne gesetzt. Danach hat der Green Pass  den Schwungrad-Effekt hervorgerufen, der es uns heute ermöglicht, die Sport- und Freizeitaktivitäten fortzusetzen sowie die Produktionsbetriebe offen zu halten.

Grado, Lignano: Nach Rekordsommer optimistisch

Mit welchen Maßnahmen bereiten sich Gastronomie und Hotels für Wintergäste vor?

Friaul-Julisch Venetien hat dem Super Green Pass eine Woche vorgegriffen. Dies hat es uns ermöglicht, schwerwiegenderen Beschränkungen für Restaurants sowie auch den Kultur-Sektor, mit Museen, Theatern, Kinos und Märkten, vorzubeugen. So konnten wir dem im Vorjahr hart getroffenen Sektor Luft verschaffen.

Giro-Station auch im Winter
Landesrat Sergio Bini (;.) und Stefano Mazziloni, Vizepräsidnet des Regionalparlaments, bei der Eröffnungsfahrt auf mit der "Giro-Seilbahn" den Monte Zoncolan Foto © FVG/KK

2021 retteten erst eine späte Frühjahrs- und eine starke Sommersaison die Tourismusbilanz. Erwarten Sie 2022 die Gäste in Grado und Lignano früher?

Wir arbeiten an diesem Ziel und sind uns bewusst, dass es auch vom Verlauf der Pandemie abhängt, aber wir wünschen uns, dass der Trend der vorherigen Saison, die - auch dank vieler neuer Gäste aus Österreich -  eine Rekordsaison war, beibehalten wird.

Triest: Von 100 auf 200 Kreuzfahrtschiffe

Wie viele Gäste bringen Ihnen die aus Venedig nach Triest und Monfalcone umgeleiteten Kreuzfahrtschiffe und wie behalten sie diese, wenn Venedig/Marghera für sie geöffnet wird?

Die Passagierzahlen stiegen 2021 gegenüber 2019 um 34 % (insgesamt über 238 000 Passagiere), und 2021 legten mehr als 100 Schiffe an, wobei sich die Zahl bis 2022 voraussichtlich verdoppeln wird.

Friaul-Julisch Venetien  wirbt nun mit einer neuen Marke: Io sono Friuli Venzia Giulia. Was bedeutet der neue Auftritt und welchen Erfolg erwarten Sie?

Das Markenzeichen stellt sicherlich den Willen dar, die Nachhaltigkeit und die Identität von Friaul-Julisch Venetien auch über seine Produkte und seine Agrar- und Landwirtschaftsbetriebe, mit kleinen vorzüglichen Erzeugern, die diese Gegend einzigartig machen, zu stärken. Sich auf dem italienischen und den ausländischen Märkten mit einem einheitlichen Erscheinungsbild zu zeigen, bedeutet eine größere Stärke des Sektors  Die Weingastronomie ist sehr oft eine ausgezeichnete Visitenkarte für die Gegend, in der sie gedeiht, von daher funktioniert das Zusammenspiel von Tourismus und Weingastronomie immer besser.

Alpe Adria: Golf, Rad, Sennereien, Friedensweg

Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Friaul-Julisch Venetien mit Kärnten und der Steiermark im Rad- und Golftourismus ausgebaut werden?

Alpe Adria ist  Markenzeichen, das bei unseren Strategien für die gemeinsame Förderung der Region ganz oben steht.  Das Projekt Alpe Adria Golf umfasst 20 Plätze in drei Ländern mit verschiedenen Levels und mit der Möglichkeit, Partnerhotels neben den Golfplätzen zu nutzen. Der Alpe Adria Trail verbindet über eine Trekking-Strecke drei Länder, während der Alpe-Adria-Radweg Österreich von Salzburg bis Grado über Kärnten und ganz Friaul-Julisch Venetien mit über 400 Kilometern verbindet. Weitere grenzüberschreitende Kooperationsvorschläge sind  Projekt Made (Route der Sennereien im Grenzgebiet Kärnten-Friaul) und das No Borders, das in Tarvis als Musikevent ohne Grenzen organisiert wird. Außerdem noch der Walk of Peace, der 2020 mit dem besten interregionalen Projekt, das Italien und Slowenien auf einem 420 Kilometer langen und in 25 Etappen unterteilten Weg auf den Spuren der Orte des Ersten Weltkriegs vereint, ausgezeichnet wurde. Oder Görz, das 2025 zusammen mit Nova Gorica die europäische Kulturhauptstadt ist. Der Monte Kanin steht als  Symbol für das Skifahren ohne Grenzen, auch wenn wir dieses Jahr leider das Einheitsticket aufgrund der sanitären Lage aussetzen mussten.

Wie hielten Arbeitsmarkt und produzierender Sektor der Pandemie Stand? 

Es war ein sehr positives Jahr für den Tourismus und die regionale Wirtschaft. Wir liegen in Italien unter den ersten Plätzen bei Beschäftigung und BIP-Wachstum. Dabei halfen Entscheidungen der Regierung Draghi, als auch das im Regionalrat verabschiedete Wirtschaftsgesetz SviluppoImpresa, das in allen Wirtschaftsbereichen Neuerungen brachte und uns für den Neustart bereit machte.

Förderung und Digitalisierung  

Wie treiben Sie trotz Corona-Belastungen die Innovation in den Betrieben voran?

Gerade unter dem Druck der Pandemie-Situation ist noch deutlicher geworden, wie wichtig es ist, Innovationen in Unternehmen zu fördern. Mit dem Wirtschaftsgesetz SviluppoImpresa hat die Region die regionalen Instrumente zur Verbreitung der Digitalisierung gestärkt. Wir haben auch unsere Zusammenarbeit mit dem Digital Technology Industrial District (DITEDI), mit regionalen Clustern und mit der Agenzia Lavoro (Arbeitsagentur, AdÜ) & SviluppoImpresa verstärkt, um die digitale Kultur zu fördern, und wir haben den Kalender mit allen Ausschreibungsgelegenheiten veröffentlicht, die wir in diesem und den folgenden Quartalen eröffnen werden.

Kommentare (1)
OE39
0
1
Lesenswert?

Dann kann man Triest

auch vergessen, außer die werden dann alle mit Bussen (besser mit der Eisenbahn) nach Venedig gekarrt. Dann bleibt wenigstens "nur" mehr Verkehr und die "Heuschrecken" ziehen weiter. Blöd nur, dass die Hafengebühren dann halt die Chinesen einsackeln.