"Renaissance" der BahnÖBB-Chef Matthä: „Bahnfahren ist keine Rückkehr in die Steinzeit“

„Alles, was man in vier Stunden mit dem Zug erreicht, fliegt man nicht“, meint ÖBB-Chef Andreas Matthä. Aus Sicht der Bahn sei jetzt der Süden an der Reihe – die ÖBB planen eine Reihe weiterer Investitionen.

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„Von Klagenfurt nach Wien zu fliegen ist mehr als anachronistisch“, meint ÖBB-Chef Andreas Matthä
„Von Klagenfurt nach Wien zu fliegen ist mehr als anachronistisch“, meint ÖBB-Chef Andreas Matthä © Kleine Zeitung / Weichselbraun
 

Sie meinten unlängst, Verkehr viel zu billig. Wie teuer müsste der Güterverkehr auf der Straße denn werden?
ANDREAS MATTHÄ: Die Bahnen sind im Güterverkehr ein ganz wichtiger Beitrag, um die Klimaziele zu schaffen. Wir sind vom Transit belastet, jeder Verkehrsträger soll die Kosten, die er verursacht, auch tragen. Das ist definitiv beim Transit-Lkw nicht gegeben.

Kommentare (19)
umo10
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Hr Matthää sollte sich mit der Post, Voest, OMV-Borealis, Andritz, Verbund

Einfach allen Staatsnahen Betrieben zusammentun , die sich zusammen verpflichten, gemeinsame Sache zu machen: Chemietransporte nur noch mit der Bahn, ebenso Öltransporte aus Triest und Rotterdam, keine Post-Gigaliner mit Anhänger auf der Autobahn, den Bahnstrom gemeinsam mit Verbund erzeugen und Steuerfrei verbrauchen. Staatsbetriebe unterliegen der ÖBAG. Ein fähiger Hr Schmid könnte hier enorme CO2 Mengen einsparen!!! Ich befürchte sowas geht in Österreich nicht, das funktioniert nur in China

Patriot
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Die Bahn ist Zukunft, der Transit-LKW-Stinker hoffentlich bald Vergangenheit!

.

joektn
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Das Hauptproblem

Der Bahn sind die viel zu billigen LKWs und die mangelhafte Flexibilität der Staatsbahn. Das haben private Eisembahnverkehrsunternehmen deutlich besser im Griff, sind flexibel, gehen auf Kunden ein und machen damit auch ein Geschäft. Wir haben selbst eine Anschlussbahn in der Firma und würden gerne jährlich rund 80.000 Tonnen Fracht per Bahn abtransportieren. Mit der Rail Cargo Austria verhandeln wir seit 2019 bislang ohne Erfolg. Jetzt haben wir ein privates EVU beauftragt und das war absolut kein Problem. Heute angerufen und übermorgen sind die Waggons schon gerollt. Weiters hat die ÖBB Infra schon mehrmals versucht unseren Anschluss stillzulegen oder uns zur Aufgabe zu bewegen mit diversen Sondergebühren etc. Die ÖBB wird weg gehen müssen von der Theorie dass alles wirtschaftlich sein muss. Eine Bahn wird nie betriebswirtschaftlich sein, muss sie aber auch nicht, da sie andere wichtige Aufgaben hat. Ständig zieht sich die ÖBB aus der Fläche zurück und macht es uns schwer.

zweigerl
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Die LKW-Pest

Die - hauptsächlich von ausländischen Fahrern pilotierten - LKWs sind eine Pest. Nicht nur dass sie das Nachtfahrverbot ignorieren, vermutlich auf höheren Befehl, sie preschen auch völlig unbesorgt in nachtschlafener Zeit mitten in Wohngebiete hinein (So erlebt am 30.7., als mich ein LKW durch knallende Ladetätigkeiten mehrmals aufgeweckt und anschließend gegen die Vereinbarung die Abfahrt direkt an den Schlafzimmern der Bewohner vorbei genommen hat.) In der Nähe des Bahnhofs erlebe ich umgekehrt, wie leise die Waggons aus dem Bahnhof herausfahren. Ein Jammer, dass MAN in Steyr seine LKW-Produktion ungebrochen fortsetzt.

archiv
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Das ÖBB-Projekt der "leisen Sohlen" für Güterzüge ist o.k.


- Was ist jedoch mit den rund 70 weiteren europäischen Bahngesellschaften, welche mit ihren Güterwagen schon heute das österreichische Bahnnetz benützen?
Werden diese Güterzüge zukünftig nicht mehr bei uns fahren?

-

homerjsimpson
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Ab 2024 müssen alle "leise" sein.

Nicht nur die ÖBB-Züge.

steinmhe
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Energiebilanz

Ein Railjet wiegt 580 to und kann maximal 410 Personen (entspricht etwa 30 to) befördern. Nachtzüge wiegen etwa gleich viel und können maximal noch weniger Passagiere befördern. Die durchschnittliche Auslastung von Personenzügen ist sehr niedrig und daher die Energiebilanz schlecht.

Amadeus005
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Ein voller Jet hat eine bessere Energiebilanz als ein doppelt besetzter SUV

Jet liegt bei rund 4 Liter / 100 km.
Was zählt ist die Energiebilanz im allgemeinen.

joektn
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Nicht ganz richtig

Ein moderner Jet (zb A320neo) verbraucht pro Sitzplatz gut 6 Liter Kerosin pro 100 km. Bei 180 Passagieren sind das also gut ~1100 Liter pro 100 km.

homerjsimpson
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PKWs werden zum Großteil von 1 Person benutzt.

Eine schlechtere Energiebilanz kann man sich schwer vorstellen. Außer beim Flugzeug natürlich....

steinmhe
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@homerjsimpson

Im Durchschnitt transportieren 10 to Eisenbahn 1 Passagier, und 1 to Auto genauso 1 Passagier!

homerjsimpson
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Wo haben Sie die Zahl her, dass in einem Railjet im Schnitt 58 Personen sitzen?

Energieeffizienz richtet sich aber nicht nach Gewicht, sollte einem der Hausverstand sagen.....

steinmhe
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Energiebilanz und nicht Energieeffizienz! Bitte genau lesen!

Die Zahlen der Auslastung werden von vielen Eisenbahngesellschaften unter Verschluss gehalten, darunter auch ÖBB und DB. Es gibt aber eine Zahl für die durchschnittliche Auslastung der Zuge in der Schweiz vor der Pandemie. Die Auslastung der ÖBB ist Hochgerechnet auf Basis der Auslastung der Schweiz minus der geschätzten Minderauslastung auf Grund der Pandemie.

Elli123
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Bahnfahren ist Steinzeit..

zumindest im Personenverkehr. Die Verluste der beiden letzten Jahre müssen ja enorm sein.

Zuckerpuppe2000
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Öbb

Das Bahnfahren vergeht einem schnell wenn man sich die Preise ansieht. Zum Teil sehr altes und dreckiges uraltes Rollmaterial. Mit der neuen Koralmbahn wurden etliche Haltestellen jetzt schon ersatzlos gestrichen. Damit setzt die Bahn keinen attraktive Alternativen zum Flugzeug. Sorry, aber Anreize zum Bahn fahren sehen anders aus!

Lodengrün
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Dann @puppe

schauen Sie auf die Preise und Garnituren der Nachbarländer. ICE, TGV,…sind ok, darüber hinaus, Wagenmaterial, Schwamm drüber. Ich bin Vielfahrer (Zürich-Graz), habe auch Kritikpunkte, doch überwiegen am Ende des Tages die positiven Argumente. Bin froh das Lopatka und Co unserer Bahn nicht den Garaus machen konnten. Und die Privatisierung? Bitte ansehen was damit in England erreicht wurde. Da wurde vor lauter Kostenminimierung auf die Instandhaltung des Gleismaterials vergessen. Man hatte Tote zu beklagen.

homerjsimpson
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Sie wollen nicht fahren OK....

... dann können Sie das Zugmaterial aber auch nicht beurteilen, ich weiß nicht welche Züge Sie meinen, ich kenne (fast) nur sehr moderne Garnituren. Allein der Weg zum Flughafen und das Warten macht das Flugzeug uninteressant für kurze Flüge.

Zuckerpuppe2000
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Fahre täglich Zur Arbeit

Von Pörtschach nach Klgf. Und 1 bis 2 mal im Monat von Villach nach Feldkirch. Mit dem Nachtzug. Die Wagen sind komplett veraltert und schmutzig, vom Liegewagen der aus Belgrad kommt, wollen wir gar nicht reden… Leider wurden hier schon vor Jahren die Liegewägen der ÖBB eingestellt.

joektn
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Ähm?

Der Nachtzug nach Feldkirch ist aber kein ÖBB Zug sondern besteht aus kroatischen und serbischen Wagen. Dass die nicht mit ÖBB Niveau mithalten können ist logisch. Ansonsten ist die ÖBB extrem modern aufgestellt und preislich durchaus attraktiv im Vergleich zu anderen Ländern. Teuer ist also die öbb sicher nicht wenn man sich andere Länder in Europa ansieht.