Kampf gegen Alibaba & Co China-Handyhülle um 3 Euro kostet ab 1. Juli 12,20 Euro

Höhe der Importtarife für Drittländer noch unklar. Weitere Kosten bei Problemen.

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Für Sendungen aus Drittstaaten muss ab dem ersten Euro die Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden
Für Sendungen aus Drittstaaten muss ab dem ersten Euro die Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden © Österreichische Post AG
 

Übermorgen, Donnerstag, fällt die Freigrenze für Pakete unter 22 Euro. Dann muss für Sendungen aus Drittstaaten ab dem ersten Euro die Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden. Zollabgaben werden wie bisher ab einem Warenwert von 150 Euro fällig. Abgewickelt wird dies von der Post AG, die dabei auch mitverdient. Händler in der EU und aus Österreich haben im Kampf gegen Alibaba und China-Händler auf dem Amazon-Marketplace lange auf diese Regelung gedrängt.

Konkret führt die Post ab dem 1. Juli zunächst den Einfuhrumsatzsteuerbetrag an die Zollbehörde ab und verrechnet sie anschließend bei der Zustellung der Ware dem Sendungsempfänger. Für den Aufwand, der durch die Erfassung und Bereitstellung elektronischer Daten entsteht, verrechnet das teilstaatliche Unternehmen eine Gebühr in Form des Zollstellungsentgeltes bzw. des Importtarifs.

Importtarife noch in Planung

Die genauen Importtarife für Drittländer seien derzeit in Planung und könnten erst im Juli veröffentlicht werden, heißt es auf der Post-Webseite.

In einer Beispielrechnung einer Handyhülle "Made in China" fallen bei einem Preis von 3 Euro insgesamt Kosten von 12,20 Euro an. Der Importtarif ist in diesem Fall mit 5,00 Euro angegeben.

Muss der Kunde kontaktiert werden und fehlende Unterlagen nachreichen, liegt laut Post ein sogenanntes Zollhindernis vor. Beispiele dafür sind ein fehlender Wertnachweis der Sendung oder ein unplausibler Warenwert. "Bei einem Zollhindernis entsteht ein zusätzlicher administrativer Aufwand. Dafür wird das Bearbeitungs- und Lagerentgelt in Rechnung gestellt", erklärt die Post online. Die Höhe der drohenden Entgelte listet das Unternehmen nicht auf.

Drei Viertel aller Sendungen unter 22 Euro

Die Post warnt, dass auch wenn man bei einem Versandhändler in der EU bestellt, es sein kann, dass die Ware aus einem Drittland wie China kommt. Verweigert man die Annahme, fallen keine zusätzlichen Kosten an und die Sendung wird an den Absender retourniert.

Bisher wurde auf Paketsendungen unter dem Wert von 22 Euro keine Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Allerdings haben viele Versender aus China oder anderen Ländern bewusst einen niedrigeren Warenwert angegeben, um keine Einfuhrumsatzsteuer abführen zu müssen. Laut Angaben des Finanzministeriums wurde in der Vergangenheit bei drei Vierteln aller Pakete unter 22 Euro der Warenwert zu niedrig angegeben.

Hier geht es zur Infoseite der Post.

Kommentare (17)
madmote
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ganz einfach,

weniger von dem schrott bestellen - dann muss man sich auch nicht mit Zollgebühren ärgern - die Umwelt und das Klima danken

ingvier1977
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Ich bin Dpd Zusteller,

Und wir werden tagtäglich mit diesem Scheiss überrannt. Es ist schon richtig das die Post dafür etwas verlangt, aber es ist nicht nur die Post sondern auch Dpd.
Tagtäglich x-Säckchen das beeinträchtigt nicht nur die normalen Pakete sondern überfordert auch den Zusteller.
Aber was will man machen, wenn der Staat diese Regelung in betracht zieht

Amadeus005
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Wenn DPD da nicht solche Discounts bieten würde, würde es die Pakete nicht geben

Ein Brief nach Deutschland kostet >1€. Aber eine Dingsbums aus China wird um < 1€ versendet. Finde den Fehler.

eleasar
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ingvier: Für mich seid ihr Zusteller die Helden des Alltags,

neben Supermarktangestellten, Alten- und Krankenpflegern, Müllabfuhr, Polizei und vielen anderen, die ihren Kopf hinhalten und täglich für wenig Geld die Gesellschaft am Laufen halten. Respekt!

Amadeus005
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1 m2 oder 1 m3

😀

glashaus
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Ah geh

vielleicht hast du den falschen Beruf gewählt, wenn dir die Arbeit nicht passt. Oder muss bei dir jedes Paket 1m2 haben?

Flogerl
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Idiotisch !

Da machens zukünftig bei Handyhüllen um 3 Euro ein Tamtan und Amazon darf weiter milliardenfach verkaufen, ohne irgendwelche Steuern zu bezahlen. Einfach nur lächerlich.

hausverstand58
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Endlich.....

so können unsere Händler wenigstens wieder überleben.

aToluna
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So können unsere Händler wenigstens wieder überleben....

Und von wo glauben Sie haben unsere Händler die Waren her???? Auch beim kleinen Händler um die Ecke steht auf der Handyhülle "Made in China" drauf!!

glashaus
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Bringt

nur Ärger und Frust. Weil die Handyhülle werden viele dennoch in China bestellen da sie trotz der neuen Schikanen trotzdem noch billiger als im Postshop oder beim lokalen Händler ist.

cgross
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...

... für den kleinen Händler ändert sich nicht viel, da er vermutlich meist mehr als 22 € Warenwert bestellt...

Hausverstand100
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So notwendig eine Beschränkung

Von Importen aus China auch erscheint, aber diese Regelung ist an Schwachsinn ja kaum zu überbieten!
Angefangen damit, dass aus falsch verstandenen Umweltgedanken Produktion und Arbeitsplätze nach Fernost ausgelagert wurden (dort sind doch die Umweltstandards so viel höher als bei uns und werden auch rigoros überwacht, außerdem gibt es ja faire Löhne und hohe Sozialstandards-Ironie off) wird jetzt ein möglichst bürokratischer und teurer Weg für den Konsumenten gefunden, um Importe zu verhindern. Abgesehen davon, dass man beim bekannten Bearbeitungstempo des Post-Zollamtes wahrscheinlich nicht mehr Wochen sondern Monate auf die Abwicklung warten wird....

ronin1234
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Reaktion

Dann warten sie eben einige Monate. Das Telefon läuft ihnen schon nicht weg

glashaus
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Nini

etwas falsch verstanden? Man muss für die Bearbeitung bezahlen und dann auch noch die üblich langen Postzeiten. Hier geht es nicht um die kleinen Händler sondern um zusätzliches Körberlgeld für die Post und den Finanzminister.

ronin1234
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Reaktion

Irgendwie müssen wir ja die Coronaschulden bezahlen

Oma2013
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Frage

gibt's überhaupt noch etwas nicht "made in China" zu kaufen??? Mir fehlt die Herstellung von Waren in der EU, dann braucht nicht soviel importiert werden. In der Vergangenheit (bzw. genauso heute) war (ist) es total trendig, in Billiglohnländern fertigen zu lassen.

Diese Regelung schafft für manche wieder ein tolles Körberlgeld.

glashaus
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Da wird der Postfuchs

aber noch schön schauen. Zum einen kann man die Waren ja auch selbst verzollen oder was sagt der Postfuchs wenn viel mit Warenwert 1 € bestellt wird und aus Prodest alle die Annahme verweigern.