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Aktuelle StudieE-Autos: Wo das Aufladen am günstigsten und wo am teuersten ist

E-Tanken ist laut AK-Erhebung trotz Ölpreisverfalls günstiger als Diesel und Benzin. AK kritisiert aber mangelnde Transparenz an öffentlichen Ladepunkten und fordert mengenbezogene Preisauszeichnung und einfaches Preismonitoring.

© (c) FPM-BERLIN - stock.adobe.com
 

Obwohl die Preise für Benzin und Diesel während der Corona-Krise gefallen sind, war das Laden von E-Autos immer noch deutlich billiger. Grundsätzlich fährt man am günstigsten, wenn das E-Auto zu Hause oder am Arbeitsplatz getankt wird, sagt Michael Soder, Energie-Experte der Arbeiterkammer (AK). Bei öffentlich-zugänglichen und gewerblichen E-Tankstellen hingegen gebe es einen Tarifdschungel.

Ein Vergleich der Preise sei für Konsumenten kaum möglich, sagte Soder am Mittwoch zu einer AK-Studie, für die die Preise der Ladestellen untersucht wurden. Das führe zu Unklarheit und Verwirrung und könnte den Umstieg auf E-Mobilität bremsen. "E-Mobilistinnen sehen sich immer noch einem jungen Markt in den Geburtswehen gegenüber." Die AK führte die Studie zum dritten Mal in Folge durch und untersuchte 36 Tarife von 18 Anbietern.

"Zwar ist der Preisvorteil des Haushaltsstroms in den letzten Jahren leicht gesunken, er bleibt aber grundsätzlich stabil bei in etwa 46 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Tarifvertrag", so die AK. Für eine 100 Kilometer lange Strecke lädt man zu Hause im Schnitt um 2,876 Euro. Etwa 80 Prozent der Ladungen erfolgen zu Hause oder am Arbeitsplatz, die übrigen an den 3.715 öffentlich zugänglichen Lademöglichkeiten.

Beim E-Tanken unterwegs besteht in Österreich eine Vertragsstruktur: Am häufigsten sei in Österreich der Vertragstarif mit Abrechnung nach Ansteckzeit, gefolgt von Direct-Payment Tarifen, die das ad-hoc-Laden und direkte Bezahlen an der Ladestation ermöglichen. Auch Pauschalen werden angeboten. Die Kosten für eine 100 Kilometer lange Strecke liegen im Schnitt bei 5,18 Euro bei einem Vertragstarif und bei Pauschaltarifen bei 3,928 Euro. Beim Direct-Payment werden im Durchschnitt 6,248 Euro fällig. Zum Vergleich: Das Tanken von Diesel und Benzin kostete 7,87 bzw. 8,057 Euro.

E-Auto-Preismonitoring gefordert

Aber nicht nur zwischen den verschiedenen Preismodellen gibt es erhebliche Unterschiede, auch innerhalb der Modelle gehen Preise und Konditionen laut der Studie weit auseinander: Bei Tarifmodellen liegt die Differenz zwischen dem teuersten und billigsten Angebot bei 7,53 Euro, bei Pauschaltarifen bei 1,62 Euro und bei Direct-Payment Tarifen bei 3,89 Euro pro 100 Kilometer. "Im Einzelfall kann sogar die Situation auftreten, dass das Laden mittels Direct-Payment, also ohne vertraglicher Bindung, durchaus günstiger ist als der eigene Tarif mit Vertragsbindung."

 

Um einfache und eindeutige Preisvergleiche anstellen zu können, soll es eine einheitliche mengenbezogene Preisauszeichnung (kWh) geben, so Soder. Dies wäre durch den Erlass einer Verordnung möglich. Die AK fordert auch erneut die Einrichtung eines E-Auto-Preismonitorings, vergleichbar zum Spritpreismonitor. Angesiedelt werden sollte diese Vergleichsmöglichkeit bei der Energieregulierungsbehörde E-Control, die das bereits vorhandene Ladepunktregister weiterentwickeln könnte.

Konsumenten selbst sollten auf die Ladeleistung der Station und die Ladeleistung ihres Autos achten, denn unabhängig von der tatsächlich geladenen Strommenge wird zurzeit die bereitgestellte Ladeleistung der Säule nach Ladedauer bezahlt. Die Anschaffungskosten von E-Autos werden in den kommenden Jahren spürbar sinken, auch ihre Ökobilanz werde sich künftig deutlich verbessern, meinte Soder.

Kommentare (7)

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scionescio
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Erstaunlich wie die AK da wieder gerechnet hat ...

... mit meinem Diesel fahre ich mit 5 Euro mit Autobahngeschwindigkeit 100km - selbst mit dem angeblich sparsamen Tesla Model 3 schaffe ich das bei der gleichen Geschwindigkeit niemals unter 20kWh - bei Ionity bezahlt man derzeit beim Schnellladen 79ct für die kWh dh da kosten mich 100km fast 16 Euro (also mehr als das Dreifache!
Selbst beim Supercharger kostet die kWh 28ct und damit sind die 100km immer noch 10% teurer als bei einem Diesel.

melahide
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Die

„theoretische“ Rechnung ist natürlich immer so eine Sache . Wenn sie natürlich die Autobahn vergleichen - gut für Diesel, schlecht für E-Autos - kommen sie natürlich auf eine unvorteilhafte Rechnung. Versuchen Sie das einmal mit Stadt-Kilometern zwischen Diesel und Stromer.

Die AK berechnet das mit Durchschnittswerten.

Persönlich muss ich sagen. Unsere Kilometerleistung liegt bei ca 12.000 km/Jahr. Mit dem alten Diesel hab ich im Schnitt so 60-80 Euro im Monat getankt. Das E-Auto hat meine Stromrechnung von 30 auf 50 Euro im Monat erhöht, also um 20 Euro.

Ja, zugegeben, wenn sich die Möglichkeit bietet „gratis“ zu laden, nutze ich sie. Also kann man das nicht 1:1 umlegen.... und ja. Bei 50.000 km im Jahr auf der Autobahn wäre ich im Nachteil.

scionescio
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@melahide: in der Stadt habe ich in Graz und Wien eine Jahreskarte und fahre sicher nicht mit dem Auto, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt ...

... jedes Öffi ist umweltfreundlicher als ein BEV!

melahide
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Das

stimmt natürlich, dass Öffis umweltfreundlicher sind. Deshalb fahr ich Graz-Wien auch immer mit dem Zug und in der Stadt mit dem Rad.

Die ganzen SUVs in Graz tun uns das leider nicht gleich ..

Mezgolits
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... auch ihre Ökobilanz werde sich künftig deutlich verbessern, ...

Vielen Dank - ich meine: Die größten Vorteile von E-KFZ sind: Möglichst
viele Zustellungen in dicht besiedelten Gebieten zu Nacht- oder frühen
Morgenstunden mit geringen Höchstgeschwindigkeiten = geringer Leis-
tungs- und Energiebedarf bei nicht sehr langen Entfernungen und mög-
lichst viel selbst produzierten Strom = keine Motorleerlaufzeiten + keine
Anfahrprobleme + keine Abgas- und auch keine Lärmbelästigungen spe-
ziell in Wohngebieten. Stefan Mezgolits, staatmitfinanzierter Erfinder.

DergeerderteSteirer
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Das ist mal ein Kommentar @Mezgolits dem ich nur zustimmen kann !

"möglichst viel selbst produzierten Strom", wennst in der Stadt dein Fahrzeug in der Gasse stehen hast ist die Infrastruktur sehr dürftig, leider.
Dies hält viele ab das Fahrzeug eben auch vorwiegend als Mittel zum Zweck zu sehen, die Zeit daß das Auto als Prestigeobjekts angesehen wird sollte von manchen neu gedacht werden !!

Mezgolits
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Vielen Dank - dem ich nur zustimmen kann:

Eigentlich möchte ich nur leicht beweisbare Kommentare schreiben und
wer mir nicht zustimmen kann - kann sich melden. Weiters bin ich mit
Vielem nicht einverstanden und warum?: Weil ich das Gegenteil beweisen
kann: Zum Beispiel: Die geförderten "umweltfreundlichen" E-KFZ: Ein E-
Auto verbraucht etwa 20 kW/h / 100 km = etwa 10 kg Kohle x 10 = etwa 100
kW/h thermisch - Verluste durch Umwandlungen in Dampf - mechanisch -
elektrisch - umspannen - herleiten - laden - speichern - entladen - umfor-
men - mechanisch auf Antriebsräder = etwa 80 % Verluste: 20 kW/h blei-
ben - ein Diesel braucht etwa 5 Liter pro 100 km - statt etwa 10 kg Kohle.