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WettbewerbsbehördeBrau Union darf Fohrenburg übernehmen - aber unter Auflagen

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) gibt unter Auflagen die Mehrheitsübernahme der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg durch die zur Heineken-Gruppe gehörende Brau Union frei.

© Fohrenburg
 

Grünes Licht der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB): Unter Auflagen wurde die Mehrheitsübernahme der Vorarlberger Brauerei Fohrenburg mit Sitz in Bludenz durch die zur Heineken-Gruppe gehörende Brau Union genehmigt. So sollen unter anderem Rabattaktionen der Brau Union in den nächsten drei Jahren überwacht werden, zudem wird die Brau Union in den nächsten fünf Jahren keine andere österreichische Brauerei kaufen.

Am 13. Februar 2020 wurde die geplante Übernahme von weiteren 62,94 Prozent der Fohrenburg-Anteile durch die Brau Union bei der Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet. Im März stellten die BWB und der Bundeskartellanwalt einen Prüfungsantrag an das Kartellgericht, da die Wettbewerbshüter wettbewerbliche Bedenken "in Hinblick auf mögliche Abschottungs- und Verdrängungsstrategien gegenüber konkurrierenden Brauereien und Getränkegroßhändlern" hatten. Weil die vorgelegten Verpflichtungszusagen der Parteien die Wettbewerbsbedenken nicht ausräumen konnten, wurde ein Prüfungsantrag an das Kartellgericht gestellt.

Monitoring der Rabattaktionen

Nun einigten sich Wettbewerbshüter und Unternehmen vor dem Kartellgericht auf Auflagen, informierte die BWB am Donnerstag in einer Aussendung. Vorgesehen ist ein Monitoring der Rabattaktionen im Lebensmitteleinzelhandel für die nächsten drei Jahre. Treten dort oder im Direktvertrieb an die Gastronomie Bedenken bezüglich der Rabattaktionen auf, muss die Brau Union der BWB und dem Bundeskartellanwalt alle Kostendaten zur Verfügung stellen. Weiters verpflichtete sich die Brau Union unter bestimmten Voraussetzungen für die nächsten fünf Jahre keine anderen Brauereien mit Sitz in Österreich zu erwerben. In Vorarlberg darf die Brau Union in den nächsten fünf Jahren zudem keine neuen Gaststätten kaufen oder pachten.

Die Maßnahmen sollen Rabattaktionen transparenter machen, die Überprüfung von Verdrängungsstrategien durch bestimmte Preise vereinfachen, einen großflächigen Erwerb von Gaststätten in kritischen Regionen Vorarlbergs verhindern und das externe Unternehmenswachstum der Brau Union begrenzen, so die BWB. Die Befragungen des Gutachters im Rahmen des Kartellgerichtsverfahrens hätten ergeben, dass die Mitbewerber "zwar erhebliche Bedenken gegenüber dem Zusammenschluss haben, sich aber nicht konkret gefährdet sehen, vom Markt verdrängt zu werden", hieß es. BWB und Bundeskartellanwalt hätten die vorgeschlagenen Auflagen als geeignet erachtet, die Wettbewerbsprobleme zu beseitigen. Die Parteien zogen daher ihre Prüfungsanträge beim Kartellgericht zurück, das Zusammenschlussprüfverfahren wurde eingestellt. Die Verfahrensbeteiligten gaben einen Rechtsmittelverzicht ab.

Bisher hielt die Brau Union rund 11 Prozent an der Vorarlberger Fohrenburg Brauerei. Zur Brau Union gehören unter anderem die Marken Gösser, Zipfer, Kaiser, Puntigamer, Reininghaus, Villacher Schwechater, Wieselburger, Schladminger und Edelweiss. In Vorarlberg war die Brau Union als größte Brau-Gruppe bisher kaum aktiv. Verkäufer der Fohrenburg-Anteile ist der Fruchtsafthersteller Rauch, der aber ebenso wie Fohrenburg-Chef Wolfgang Sila weiter Miteigentümer der Fohrenburger Brauerei bleibt. Sie halten gemeinsam mit Streubesitzaktien noch 26 Prozent.

Kommentare (5)

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baecki
0
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Schreibfehler

Könnt's bitte den Schreibfehler in der Schlagzeile ausbessern, es fehlt ein r!

VH7F
4
14
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Brauunion Einheitsgesöff,

Einfach geschmacklos diese Entwicklung. Süße Auflagen von der bwb. Überwachung von Rabattaktionen? Lächerlich.

duesenwerni
5
5
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Wenns dann Fohrenburger auch in Graz gibt, ...

... solls mir recht sein, oder.

Peterkarl Moscher
5
25
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Schande!

Groß schluckt klein, sauber bald werden wir in gesamt
Österreich nur mehr eine "Einheitsbrühe" trinken wo dann
auch der Preis diktiert wird. Bei dem allen schauen unsere
politischen Vertreter einfach zu.! Auch die Wirtschaftskammer
schaut zu, bei der alten Handelskammer hätte man wenigstens
gehandelt !

Balrog206
7
5
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Na

Was hätte man gemacht ! Komiker