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Autogipfel in BerlinJobsorgen: Gewerkschaft und Autofirmen fordern Staatshilfen

Spitzentreffen: Beim schwierigen Umbruch in der deutschen Autoindustrie mit ihren hunderttausenden Beschäftigten sollen auch mit Hilfe des Staates Jobs gesichert werden.

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FILES-GERMANY-AUTOMOBILE-MANUFACTURING © (c) APA/AFP/JOHN MACDOUGALL (JOHN MACDOUGALL)
 

Bei den geplanten Maßnahmen geht es darum, den Zugang zu Kurzarbeit zu erleichtern sowie Beschäftigte beim Wandel vom Verbrennungsmotor zum Elektromotor besser zu qualifizieren. Politik, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände wollen dabei an einem Strang ziehen, wie nach einem Spitzentreffen am Mittwochnachmittag in Berlin deutlich wurde.

IG Metall-Chef Jörg Hofmann forderte nach dem Treffen unter der Leitung von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) schnelle Schritte der Politik, um dem Umbau der Branche zu erleichtern. Er erwarte "in Kürze konkrete Ergebnisse" etwa zur Qualifizierung von Mitarbeitern und zur Erleichterung von Kurzarbeit, sagte Hofmann am Mittwochabend.

Man habe darüber gesprochen, wie man die Mobilitätswende schaffen könne, "ohne, dass Beschäftigte unter die Räder kommen", und ohne "industrielle Wüsten" in Regionen, die stark vom Verbrennungsmotor abhängen. "Kurzfristig heißt für mich nicht Monate", fügte er hinzu.

Leichterer Zugang zum Kurzarbeitergeld

Der Vizepräsident des Autoverbands VDA, Arndt Kirchhoff, sagte, es gehe darum, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland gehalten werden könne. Dazu müssten Mitarbeiter für neue Jobs qualifiziert werden. "Das ist eine große Herausforderung." Es gehe nicht um Milliardenhilfen, sondern darum, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Die zuständigen Bundesministerien wollten diese nun auf den Weg bringen.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, sagte, die Phase des Umbruchs in der Branche angesichts des digitalen Wandels und der Elektromobilität falle in eine konjunkturelle Delle. Daher sei etwa ein leichterer Zugang zum Kurzarbeitergeld nötig.

Die Autobranche ist mitten in einem grundlegenden Wandel von Benzinern und Dieseln hin zu mehr klimafreundlicheren alternativen Antrieben wie Elektromotoren. Hersteller und Zulieferer müssen Milliarden investieren. Für E-Autos aber sind weniger Jobs nötig, weil es viel weniger Komponenten gibt. Die E-Mobilität wirft bisher jedoch kaum Geld ab.

Milliarden für Ausbau von Ladeinfrastruktur

Zugleich ist die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten zurückgegangen. Das trifft bisher vor allem Zulieferer. Es gibt bereits Kurzarbeit und die Ankündigung von Arbeitsplatzabbau. Nach einem Szenario im Bericht einer Expertenkommission könnten in der deutschen Autobranche Hunderttausende Jobs in Gefahr sein.

Hofmann hatte im Vorfeld des Treffens der dpa gesagt: "Die IG Metall erwartet, dass die arbeitsmarkt- und industriepolitische Flankierung der Verkehrswende einen Schub bekommt und die dafür nötigen Instrumente geschärft werden." Der Zugang zu Kurzarbeit müsse kurzfristig für die Branche erleichtert werden, um die auftrags- und strukturbedingte Unterauslastung ohne Entlassungen zu überbrücken. "Dazu gehört auch die Kostenentlastung der Betriebe, wenn sie Kurzarbeit mit Qualifizierung verbinden und eine Verlängerung der Bezugsdauer auf 24 Monate. Das Qualifizierungschancengesetz muss gerade für kleine und mittlere Betriebe handhabbarer gemacht werden und ermöglichen, auch für ganze Beschäftigtengruppen Maßnahmen zu fördern."

Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender des Automobilzulieferers ElringKlinger und VDA-Vorstandsmitglied, sagte dem Deutschlandfunk, die Branche sei schon sehr gut aufgestellt im Bereich Brennstoffzelle und Batterietechnologie. "Aber da müssen wir natürlich weiter forschen und wenn da staatliche Gelder zur Verfügung gestellt werden und nicht nur in unserem Unternehmen, sondern in vielen anderen Zulieferunternehmen, ich glaube, dann schaffen wir den Strukturwandel." Wolf nannte eine Summe von 10 bis 20 Milliarden Euro, auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

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aToluna
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Staatshilfen

Eine Frechheit was sich die Autobauer herausnehmen. Jahrelang Milliarden an Förderungen erhalten und trotzdem nicht in der Lage einen sauberen Diesel zu erzeugen. Darunter auch Millionen für die Entwicklung von Elektroautos. Daimler hat in seinen neuesten Fahrzeugen illegale Abschalteinrichtungen verbaut ( Strafzahlung von 750 Millionen in Deutschland, Rückruf von 750.000 Fahrzeugen vor einem Monat wegen illegaler Absachalteinrichtung in den USA usw., ein Thermofenster, das unter 10 Grad die Abgasreinigung überhaupt abschaltet (über 50 mal höhere Abgaswerte als erlaubt) über 4 millionen Rückrufe !!! Und dazu einen Maulkorberlass für die Medien unter Androhung von Klagen. Es wird zeit, das diese Dreckschleudern nicht mehr erzeugt werden.

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Amadeus005
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Gewinne einstreifen und Verluste abwälzen

Vor 10 Jahren die Banken, heute die Automobilisten, in 10 Jahren die Airlines?

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VH7F
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Mein nächstes Auto in 5 Jahren wird wohl wieder ein Diesel?

Die Elektroautos sollten von der Leistung zumindest vergleichbar sein. Und eine Steckdose in der Tiefgarage soll möglich sein, ohne dass alle zustimmen müssen.

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Amadeus005
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Steckdose in der TG

Ich hab nachgefragt: 5000€, vorbehaltlich der Prüfung, ob die Hausanschlussleistung da ist. Vielleicht kann man 5% der Parkplätze ausstatten. Mehr geht bei Wohnanlagen, die 5 Jahre und älter sind wohl nicht.

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joektn
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🤔

Geh bitte die europäischen Hersteller haben die Entwicklung schlicht und einfach verschlafen und Tatsachen jahrelang ignoriert. Daher haben die Asiaten nun die Nase vorne und sind inzwischen auch Technologievorrteiter. Da sind die europäischen Hersteller selbst Schuld, weil wer hat den einen SUV nach den anderen auf den Markt geworfen? Als Notanker entwirft man dann auch noch elektro SUVs, die alle Nachteile eines Verbrenners mit einem E-Fahrzeug kombinieren (groß, schwer, hoher Luftwiederstand, viel verschenkter Platz und als Resultat geringe Reichweite aber ein hoher Preis).
Die Hersteller hatten Jahrelang mehr als genug Zeit, sich auf den Wandel vorzubereiten weil das geschah nicht von heute auf morgen.

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scionescio
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Von welchem Wandel sprichst du - die weltweit nicht einmal 1% BEVs ?

Davon werden weniger als 20% von privaten Konsumenten gekauft, obwohl es massive Förderung dafür gibt... es gibt einen gesteuerten Hype um das Thema, aber keine echte Nachfrage, weil es keinen einzigen Vorteil gegenüber der bestehenden Technologie gibt - und dem Klimaschutz bringt der Sondermüll Akku durch die CO2 Emissionen bei Produktion und „thermischer“ Verwertung gar nichts.
Bessere Technologie hat sich immer wegen der klaren Vorteile ohne Subventionen und Lobbying durchgesetzt: das Auto war besser als die Kutsche, LED besser als die Glühbirne, Smartphones besser als Handys, Flat TV besser als Röhrenfernseher ... nur beim BEV braucht man Subventionen, absurde Regulative (das BEV geht mit Null CO2 in den Flottenverbrauch ein, nur weil das CO2 wo anders erzeugt wird!), kurzsichtig und von Lobbyisten gesteuerte Politiker und einen medialen Hype, um etwas den Konsumenten aufzudrängen, was sie nicht wollen und womit auch kein Geld verdient werden kann.
Warum sollen die renommierte Autobauer etwas produzieren, was ihnen niemand abkauft ... irgendwann werden sich die Nachteile auch bei den Fanboys herumgesprochen haben und der Hype wird vorbei sein.
Der Übergang ins Wasserstoffzeitalter wird mit Hybriden erfolgen und die BEVs werden eine kleine Nische bleiben, weil eine weltweite Infrastruktur unfinanzierbar und unsinnig ist (zB Brasilien, Indien, Kanada,...)

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schadstoffarm
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scio

vergleich nicht dauernd Äpfel mit Birnen:
du vergleichst Akku mit Verbrenner,
du vergleichst Brennstoffzelle mit nichts da unvergleichlich.
Das ist zwar unseriös dafür aber ist die Intention aber nicht erkennbar.
Profilierungsneurose ?

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