ImmobilienKärntner Investoren auf Shoppingtour in Triest und Udine

Warum der Kärntner Projektentwickler Walter Mosser und sein Sohn in Friaul Handelsimmobilien kaufen und veredeln.

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Der neu gestaltete "Shoppingtempel" in Tavagnacco © KK
 

70 Handelsimmobilien-Projekte setzte Walter Mosser in seiner Laufbahn bereits um. Sie wurden geplant, gebaut, vermietet und oft wieder verkauft. Längst ist seine MID über den Tellerrand gewachsen: In Tschechien, in der Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien, aber auch in Österreich betrieb bzw. betreibt MID vor allem Retail-Projekte.
Vor zwei Jahren rückte ein anderes Nachbarland in den Fokus der Projektentwickler: „Wir gehen nicht dorthin, wo die Masse ist, sondern wo es keinen Run gibt.“ So kam Mosser auf Friaul-Julisch-Venetien, die wohlhabende nordöstliche Region Italiens. Die neue rechtspopulistische Regierung in Rom gefällt ihm: Das geplante Mindesteinkommen fördere den Konsum, „und das bringt Steuern“.

Walter Leonhard und Walter Mosser auf der Dachterrasse ihrer Zentrale am Klagenfurter Domplatz Foto © Uso

Die damit verbundene Verschuldung sei verkraftbar. „Entscheidend ist, dass Geld unter die Leute kommt“, sagt Walter Mosser.

Großes EKZ in Triest

Seinen Beitrag, dass der Konsum anspringt, will er im ehemaligen Messegelände von Triest leisten. Das heruntergewirtschaftete Areal ersteigerte er 2017 für zwölf Millionen Euro von der Gemeinde Triest. „Sonst hat sich niemand drübergetraut“, sagt der Immobilienentwickler. Zeitgleich fiel die Entscheidung der Stadt, das rund 50 Hektar große Hafengelände zu kaufen – die Aufbruchstimmung sei in Triest spürbar.

Das geplante MID-Einkaufszentrum im Zentrum von Triest Foto © KK

Deutlich über 100 Millionen Euro“ werden Walter Mosser und sein Sohn Walter Leonhard Mosser jetzt in den Bau eines mehrstöckigen Einkaufszentrums auf dem früheren Messegelände investieren. „Wir haben die Stadt quasi ohne Gegenstimmen von den Sinnhaftigkeit unseres Vorhabens überzeugt“, sagt Mosser, neue Widmungen und notwendige Konzessionen seien bereits erteilt worden.

"Alle stehen hinter Projekt"

Errichtet wird ein hypermodernes EKZ mit 30.000 Quadratmeter Verkaufsfläche – ähnlich groß wie die Klagenfurter City-Arkaden – und 1000 Parkplätzen. „Eine großzügige Verkehrslösung mit Grünflächen und Anrainer-Parkhaus“ sorge dafür, dass sich nicht nur Bürgermeister Roberto Dipiazza hinter das Projekt stellt.

EKZ in Triest Foto © KK

Kein einziger negativer Artikel, keine Bürgerinitiative“, gefährdeten das Vorhaben. Ein italienisches Team aus Planern habe das Ziel, dass „mit etwas Glück“ bereits heuer mit dem Bau gestartet wird.

EKZ in Triest Foto © KK

2022 sollen dann 50 bis 100 Geschäfte im EKZ eröffnen, rund 500 Arbeitsplätze werden geschaffen.

Der zweite Deal nahe Udine

Im Februar folgte der zweite große Immobiliendeal in Friaul: Eine deutsche Bank schrieb das Centro Commerciale Friuli in Tavagnacco bei Udine zum Verkauf aus, die MID erwarb die 30.000 Quadratmeter große EKZ-Fläche. Das 1993 eröffnete Zentrum kämpft mit Problemen und muss neu entwickelt werden.

Centro Commerciale Friuli bei Nacht Foto © KK

30 Millionen Euro investieren die Klagenfurter nun in die komplette Neugestaltung innen und außen, 200 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Die Außenfassade wird an die Allianz-Arena in München erinnern, möglichst noch heuer, spätestens Anfang 2020 soll der „veredelte“ Standort neu eröffnen.

"Im Wirtschaftsleben muss man ein- und ausatmen"

Verkäufe von MID-Divisionen etwa in der Slowakei und Kroatien schufen dafür Spielräume. „Wir haben umgeschichtet. Im Wirtschaftsleben muss man nicht nur ein-, sondern auch ausatmen“, erklärt Walter Mosser. Denn das Familienunternehmen übe sich „in der Kunst des Möglichen“. Der Fokus bleibe jedenfalls außerhalb Österreichs: „Wir arbeiten gerne im Ausland, denn wir tun uns überall leichter als hier.“

Kommentare (1)
lexbalexba
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4
Lesenswert?

Ein Bravo der heimischen Politik!

Tolle Investitionen in die Zukunft. Toll war auch das Angebot vom Haselsteiner zum Bau der Fussballarena in Klagenfurt bei Minimundus, auf eigene Kosten, verkehrstechnische Anbindung (Bahn, Auto, Bus) perfekt!
Die vorausschauende Politik hat sich aber fürs Wohngebiet entschieden. Vielleicht kann man es ja noch für den privaten Wohnbedarf, oder als Waldgrundstück nutzen!