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Ulrike Guérot"Corona-Krisenmanagement ist Armutszeugnis für Europa"

Krisen, sagt Ulrike Guérot, waren lange Zeit das Lebenselixier der Europäischen Union. Seit der Finanzkrise sind sie nur noch Vorwand zur Renationalisierung. Europas Schwäche im Management der Coronakrise sei der Ausdruck dieses Irrwegs.

Ulrike Guérot
© (c) Judith Affolter
 

Sie sagen, dass die Menschen ein starkes Europa wollen, dennoch gewinnen populistische, nationalistische Politiker Wahlen. Wie kommen Sie darauf?
ULRIKE GUÉROT: Wenn ich sage, dass die meisten Leute für Europa sind, dann sage ich ja nicht, dass sie für die EU in ihren bestehenden Strukturen sind. Als im April die Universität Oxford gefragt hat, ob die Menschen ein europäisches Grundeinkommen wollen, sagten 72 Prozent ja. Zwei Drittel wollen eine europäische Arbeitslosenversicherung. Es gibt die Sehnsucht nach einem anderen, sozialen und demokratischen Europa. Aber dieses Europa ist nicht da, nicht in diesen Konturen.

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