Die Zinsen steigen wieder, doch mit der Rekordinflation steigt der reale Wertverlust in lichte Höhen. Was Finanzprofis jetzt raten. Eine Umfrage. 

Nachhaltige Veranlagung im Kommen

RLB-Vorstandssprecher Peter Gauper: Die Basis jeder strukturierten Veranlagung mit dem Ziel, das Vermögen zu erhalten, ist ein Beratungsgespräch mit dem Betreuer ihres Vertrauens. Sparbuch oder Online-Sparen sind für den Notgroschen praktisch alternativlos und auch für konkrete Ansparziele empfehlenswert. Für den langfristigen Vermögensaufbau bieten ausgewählte Aktien und nachhaltige Aktienfonds Chancen auf höhere Renditen. Auf mögliche Kursverluste ist hinzuweisen.  Diversifizierung, Veranlagungshorizont und Nachhaltigkeit sind wesentliche Faktoren für die Entscheidungsfindung. Besonders der Nachhaltigkeit kommt bei Veranlagungen ein immer höherer Stellenwert zu. Die Raiffeisen Nachhaltigkeitsfonds werden nach ökologischen und sozialen Aspekten gemanagt. Wertpapierfonds bieten größere Chancen auf Erträge, allerdings sind damit auch höhere Wertschwankungen und Risiken verbunden.

Fondssparen als gute Alternative

Johannes Jelenik, Volksbank Kärnten: Die Inflation ist das vorherrschende Thema und der Markt erwartet weitere Zinserhöhungen. Auch wenn die Sparzinsen ansteigen, wird dies momentan nicht ausreichen, den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen. Wir empfehlen unseren Kunden eine möglichst breite Streuung in verschiedene Veranlagungsformen. Eine vielversprechende Alternative ist das Fondssparen. Bereits Beiträge ab 50 Euro können regelmäßig in Fonds investiert werden. Dabei gilt: Je länger der Anlagehorizont, desto größer darf der Aktienanteil sein. Mit einem Fondssparplan können Sie von Kursschwankungen profitieren. Stichwort Cost-Average-Effekt: Mit gleichbleibenden Sparbeiträgen kaufen Sie bei niedrigen Kursen mehr Fondsanteile. Steigen die Kurse, kaufen Sie weniger Anteile. Indem Sie antizyklisch und regelmäßig den gleichen Beitrag investieren, profitieren Sie von der Durchschnittspreis-Methode.

Erste Zinsanhebungen sind erfolgt

Herta Stockbauer, BKS Bank: Die Zinsschritte zeigen kleine Effekte, reichen aber nicht zur Inflationsbekämpfung, da die Inflation derzeit vor allem von den Energiepreisen getrieben wird. Bei Spareinlagen sind erste Zinsanhebungen erfolgt, auch auf den Kapitalmärkten sind Auswirkungen sichtbar. So bietet das aktuell hohe Renditeniveau bei Euro und US-Staatsanleihen und Unternehmensanleihen bessere Ertragschancen als im gesamten letzten Jahrzehnt. Die Renditen eines gemischten Anleihen-Portfolios liegen im Moment zwischen 4 Prozent und 5 Prozent. Mussten Anleger bis vor Kurzem noch für einen Kaufkrafterhalt verstärkt Aktien in ihr Portfolio legen, finden sie nun auch bei konservativen Anlagen eine breite Spielwiese mit attraktiven Bewertungen vor. Aber: Auch weiterhin sollte jedes Portfolio äußerst breit diversifiziert sein und im Vorhinein ein Veranlagungshorizont von fünf bis zehn Jahren eingeplant werden.

Wertpapiere gegen die Wertverluste

Gabriele Semmelrock-Werzer, Kärntner Sparkasse: Das Verständnis für Sparen ist ein essenzieller Bestandteil der Finanzbildung und bildet das Fundament für das tägliche Finanzleben und den Wohlstand der Menschen. Die derzeitige Inflation und die Zinssituation machen es aber notwendig, dass Anlegerinnen und Anleger für sich einen genauen Plan entsprechend ihrer persönlichen Wünsche und Bedürfnisse entwickeln, wann sie wie viel Geldbedarf haben werden. Daraus lässt sich dann ableiten, welche Spar- und Anlageform am besten für die jeweiligen Bedürfnisse geeignet ist. Wer die Wertminderung des persönlichen Finanzpolsters durch die Inflation auf Dauer nicht hinnehmen möchte, kommt an Wertpapieren nicht vorbei. Hier muss man eine gewisse Schwankungsbreite akzeptieren und Risiko durch eine kluge und breite Streuung des Vermögens minimieren. Durch laufendes Sparen kann man die Herausforderung des richtigen Einstiegszeitpunktes vermeiden und vor allem auch Liquiditätsengpässe abfedern.

Volatile Finanzmärkte, hohe Inflation

Christian Kubitschek, Anadi Bank: Hohe Inflation und volatile Finanzmärkte machen Aufbau und Erhalt von Vermögen derzeit besonders herausfordernd. An einer breit angelegten Anlagestrategie, kombiniert mit einer entsprechenden Liquiditätsreserve, führt daher kein Weg vorbei. Wir empfehlen unseren Kundinnen und Kunden z. B. Kombi-Angebote, bei denen 50 Prozent des investierten Kapitals für ein halbes Jahr in ein Sparbuch und 50 Prozent in Investmentfonds veranlagt werden. Und angesichts der Zinswende sind neben Aktien auch wieder Anleihen ins Auge zu fassen. Die Anadi Bank weist Rekord-Gewinne auf und wird die Kundinnen und Kunden am Erfolg teilhaben lassen. Hierzu wird in den kommenden Wochen ein am Markt neues Treueprogramm mit attraktiven Möglichkeiten im Einlagen-, Veranlagungs- und Kreditbereich präsentiert werden. Das Programm wird zur Steigerung der Veranlagungsergebnisse der Kundinnen und Kunden beitragen, z. B. über attraktive Sparzinsen und reduzierte Ausgabeaufschläge.

Idealer Anlass sich zu informieren

Michael Sova, Posojilnica: Sparen war schon immer der richtige Weg, um seinen persönlichen Wünschen und Zielen einen großen Schritt näherzukommen. Jedoch in Zeiten hoher Inflation und demzufolge einer negativen Realverzinsung traditioneller Sparformen ist es umso wichtiger, sich bei der Wahl der Anlageform breit aufzustellen.
Das Motto lautet „Investieren statt einzahlen!“. Mit der persönlichen Beratung kann jeder Kunde die passende Sparvariante für seine ganz individuellen Wünsche und Ziele entdecken. Angefangen beim klassischen Sparbuch bzw. den ertragreicheren online Sparformen, über diverse Sparmöglichkeiten im Versicherungsbereich und bis zur maßgeschneiderten Fondsvorsorge können je nach Kundenwunsch jederzeit passende Lösungen angeboten werden. Die Weltsparwoche ist der ideale Anlass, die bisherigen Sparkonzepte und Strategien zu überprüfen und sich über alternative Veranlagungsmöglichkeiten zu informieren.

Beratung von Profis nutzen

Daniela Barco, Unicredit Bank Austria: Wir sind davon überzeugt, dass trotz der sehr volatilen Kapitalmärkte mittel- und langfristig nur chancenreiche Investments in Wertpapiere das Potenzial haben, Vermögen zu erhalten und die hohe Inflation zu schlagen. Denn auch weitere Zinserhöhungen durch die Notenbanken werden auf absehbare Sicht nicht das Potenzial haben, mehr Rendite zu erzielen als die Inflation kostet. Wichtig ist aus unserer Sicht dabei aber in erster
Linie professionelle Beratung, um keine vermögensgefährdenden Fehltritte zu begehen. Für Einsteiger in den Kapitalmarkt bieten
wir mit unserem Anlagepaket eine interessante Kombination aus Sparen und Veranlagen in Wertpapiere mit überschaubarem Risiko:
Bereits ab 5000 Euro Veranlagungssumme kann man damit 50 Prozent der Anlagesumme auf einem fix verzinsten Sparkonto mit 1,5 Prozent per anno bei einer Bindung von sechs Monaten ansparen und 50 Prozent längerfristig in ausgewählte Wertpapiere veranlagen.

Chancen mit Aktien und Anleihe

Christian Jauk, Chef der Grawe-Bankengruppe: Die Tradition des Weltspartages ist in Österreich stark verankert. Der Gedanke der Gründungsväter war es, das Sparen und die Finanzbildung in der Bevölkerung zu fördern. Fast 100 Jahre später sind beide Gedanken aktueller denn je. Sparen dient dem Schutz und der Vorsorge des Individuums und erfüllt eine nicht überschätzbare gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Manche Sparer sind aber verunsichert, weil die negativen Realzinsen sich weiter fortsetzen. Waren es zuerst die Minuszinsen, ist es jetzt die Inflation, die sich durch Sparvermögen frisst. Alternativen zum Sparbuch finden sich am Kapitalmarkt. Hier ist die augenblickliche Volatilität für unerfahrene Anleger zwar herausfordernd. Erfahrene und langfristig orientierte Anleger sehen im aktuellen Umfeld aber zahlreiche Chancen. Nicht nur Qualitätsaktien sind langfristig interessant. Auch mit Anleihen lassen sich wieder positive Renditen erzielen. Mittlere Laufzeiten bieten Anlegern bereits positive Realzinsen. Am besten lassen sich diese Chancen mit dem richtigen Profi an der Seite nutzen.