"Wir sind inmitten eines technologischen Kulturwandels in der Mobilitätsindustrie“, sagt der AVL-Manager Sebastian Jagsch. „Daten werden zunehmend zum zentralen Innovationstreiber in der Automotive-Welt, die Hardware wird stückweise etwas zurückgedrängt.“ Der steirische Technologiekonzern AVL sucht Antworten auf den Wandel – zum Beispiel mit der sogenannten „Creators Expedition“.

Im unternehmenseigenen Start-up-Programm überprüft der Automotive-Pionier seit 2018 jährlich mehr als 250 internationale Jungunternehmen auf Kooperationspotenziale. Ziel sei dabei, eine Win-win-Situation zu schaffen, betont Jagsch, Chef der „Creators Expedition“: „Während die Start-ups von unserem Marktzugang, unserer technologischen Infrastruktur und dem Know-how profitieren, wollen wir gemeinsam mit den jungen Unternehmen unsere Innovationskraft weiter ausbauen.“ Da gehe es etwa um Natrium-Ionen-Batterien für das E-Auto der Zukunft, Fahrsimulationen mit virtueller Realität oder bildbasierte Analysen von Fahrzeuginnenräumen.

Zehn schafften es ins Programm

Von weltweit 250 infrage kommenden Start-ups schafften es im Vorjahr zehn ins Programm der AVL, in dem über sechs Monate hinweg ein konkretes Fallbeispiel gemeinsam erarbeitet und diesem im Idealfall zur Marktreife verholfen wird. Dass man dabei weit über die Trends Elektrifizierung und autonomes Fahren hinausgehe, soll die heute stattfindende „Creators Lounge“ unter Beweis stellen. Bei der interaktiven Online-Veranstaltung werden die Projekte präsentiert.

Viktoria Ilger, Sebastian Jagsch
© AVL

Beispiel ist etwa eine AVL-Kooperation mit dem Start-up Cybellum aus Tel Aviv, es stehe exemplarisch für eine Fülle israelischer Hightech-Jungunternehmen, erklärt Jagsch: „Cybellum generiert digitale Zwillinge aller Software-Komponenten im Fahrzeug und legt Zusammensetzung, Eigenschaften und Risiken offen. Automobilbauer und Zulieferer können dadurch die tatsächlichen Auswirkungen jeder Schwachstelle identifizieren und Sicherheitsrisiken mindern, bevor Schäden durch Cyberkriminelle angerichtet werden können.“

Die AVL kooperiert auch mit heimischen Start-ups, dazu gehören Rechenraum, emotion3D, NXRT oder Leftshift One. Viktoria Ilger, Leiterin der „Creators Expedition“: „Das sind Partnerschaften auf Augenhöhe. Wir können dadurch auch Fragen auf die Fragen der Mobilität von morgen beantworten.“ Mehr dazu heute von 14 bis 16 Uhr im Web unter www.creators-expedition-lounge.com