Lockdown-Reaktionen"Für Betriebe ist das eine Vollbremsung vor Weihnachten"

Wirtschaftskammer drängt nun auf "rasch wirkende Wirtschaftshilfen" und praxisnahe Umsetzung der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Die Industrie "trägt die Impfpflicht mit".

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Trotz aller Beteuerungen der letzten Tage kommt es nun also doch wieder zu einem bundesweiten Lockdown. Für heimische Betriebe und ihre Beschäftigten bedeute dies "eine Vollbremsung vor Weihnachten", so WKÖ-Präsident Harald Mahrer und Generalsekretär Karlheinz Kopf. Nun seien "rasch wirkende Wirtschaftshilfen alternativlos". Bei der Ausgestaltung der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung müsse bedacht werden, "dass Lieferketten weiter funktionieren und es zu keinen Einschränkungen in der Produktion und der Versorgung der Bevölkerung kommt", so der Appell. So dürfen Schulschließungen Eltern nicht vor Betreuungsprobleme stellen, "die angekündigten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder müssen praxisnah umgesetzt werden und reibungslos funktionieren". Dieser Lockdown als letztes mögliches Mittel in der Pandemiebekämpfung müsse "jetzt die Basis dafür sein, weitere Lockdowns in Zukunft zu verhindern und damit vor allem Planbarkeit für die Zukunft zu schaffen".

"Klare Signale an Auslandsmärkte"

Als stark exportorientierter Wirtschaftsstandort müssten jetzt auch "klare Signale an Auslandsmärkte" gesendet werden, "dass wir alles dafür tun, die herausfordernde Situation in den Griff zu bekommen. Ebenso gilt dies für den Wirtschaftsstandort so bedeutenden Wintertourismus mit einem hohen Anteil an internationalen Gästen und alle anderen betroffenen Branchen", so die Bundesspitze der Wirtschaftskammer, die auch einen Impf-Appell aussendet: "Die Impfung ist weiterhin das wirksamste Instrument im Werkzeugkoffer der Pandemiebekämpfung. Die Wirtschaft begrüßt daher jede Maßnahme, die wirksam zur Erhöhung der Impfquote beiträgt. In erster Linie gilt es daher für umfassende Aufklärung quer durch die Bevölkerung und durchdachte Anreize für die Impfung zu sorgen."

Industrie: "Mehr als bedauerlich"

"Zum nunmehr vierten Mal geht Österreich in einen harten Lockdown. Das ist eine mehr als bedauerliche Maßnahme. Angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens und der dramatischen Situation auf den Intensivstationen ist sie jedoch offenbar notwendig geworden und daher zu respektieren", sagt Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), in einer Aussendung. Gleichzeitig müsse aber dafür Sorge getragen werden, dass es durch die nun gesetzten Schritte zu keinen wirtschaftlichen Verwerfungen in einem Ausmaß kommt, das die gegenwärtige Erholung und den Rückgang der Arbeitslosigkeit nachhaltig beeinträchtigt.

"Vor allem die Produktion muss – schon im Interesse der Versorgungssicherheit im Land – am Laufen und Lieferketten intakt gehalten werden. Wir haben in der Vergangenheit gesehen, wie wichtig das ist. Andernfalls kommt zum gesundheitspolitischen auch noch ein herber wirtschaftlicher Rückschlag hinzu. Das können und dürfen wir uns nicht leisten", so Knill. Entscheidend sei jetzt, dass die Zeit für eine rasche und – im Hinblick auf die Auffrischungsimpfung – nachhaltige Steigerung der Impfquote genutzt werde. "Die Impfung ist und bleibt der einzige Weg, die Lockdown-Spirale dauerhaft zur durchbrechen und zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Normalität zurückzukehren. Als österreichische Industrie tragen wir daher die nunmehrige Entscheidung für eine allgemeine Impfpflicht mit", so Knill.

Kommentare (3)
madmote
1
1
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Mein Depot freuts,

gottseidank hab ich einige Fonds mit viel FAANG Anteil

Stefan123
0
8
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Das Geld wird halt später ausgegeben

Die Unterstützung von Kleinunternehmen bzw. Firmen welche nachweislich unverschuldet in die roten Zahlen gerutscht sind zu unterstützen ist ein Gebot der Stunde.
Aber die großen Ketten und internationalen Konzern wieder zu unterstützen sollte keinesfalls kommen. Österreich hat die großen der Wirtschaft schon bisher extrem unterstützt!

Patriot
3
7
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Die Wirte und Hoteliers

werden gar nicht so unfroh sein. Können sie doch wieder auf fette Coronaentschädigungen hoffen! Dabei sind noch viele von ihnen noch dabei, die letzten Entschädigungen in Um- und Ausbauten zu investieren.