Ruf nach Hilfen"Stornos, Stornos, Stornos": Hoteliers "fassungslos" über Corona-Krisenmanagement

Es hagle zurzeit "massenhafte Stornierungen" heißt es von Interessensvertretern der heimischen Hotellerie. Gefordert wird eine rasche Wiedereinführung und Verlängerung von Hilfsmaßnahmen.

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Auch in der Hotellerie gilt 2G
Auch in der Hotellerie gilt 2G © AFP
 

Die Hotellerie hat aufgrund der neuesten Entwicklungen in der Corona-Krise die "Alarmstufe rot" ausgerufen. Laut Wirtschaftskammer und Hoteliervereinigung (ÖHV) hagelt es derzeit nämlich massenhafte Stornierungen. Man sei "fassungslos" über das Krisenmanagement der Bundesregierung: Jede Maßnahme komme zu spät, keiner wisse, was am nächsten Tag geschieht, kritisierte Markus Gratzer von der ÖHV. Von dort und aus der Wirtschaftskammer wurde der Ruf nach neuen Hilfen laut.

"Statt aus dem vergangenen Herbst zu lernen, wurde der Sommer wieder verschlafen", so Gratzer am Montagnachmittag. "Die Rechnung dafür zahlen aufs Neue die Tourismusregionen mit Stornos, Stornos, Stornos." So könne es nicht weitergehen, die Stimmung in der Branche sei am Kippen. Denn die gesamte Vorbereitung der Branche helfe nichts, "wenn es rundherum an allem mangelt: an effektiven Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, an PCR-Tests, an der Impfbereitschaft und letzten Endes an einem Auffangnetz für jene Unternehmen, die der Regierung vertraut und in die Saison investiert haben."

"Wenn die Regierung keinen Plan hat, was am nächsten Tag geschieht, muss sie so fair sein, das zuzugeben und einen Rettungsschirm für stark betroffene Branchen aufspannen", forderte Gratzer eine rasche Wiedereinführung aller bisherigen Hilfsmaßnahmen. "Die Regierung agiert als Kollegialorgan. Versagt der Gesundheitsminister, muss der Finanzminister einspringen."

Ganz besonders betroffen ist weiterhin die Stadthotellerie, auch wenn der Herbst ganz gut begonnen hat. "Für den Dezember rollt gerade eine Stornowelle durch die Rezeptionen, der Jänner ist bei den Reservierungen gar auf einem Rekordtief", beklagte die Hotelier-Sparte der Wiener Wirtschaftskammer am Montag. Schon im laufenden November liege die Auslastung nur bei 38 Prozent. Die Branche brauche Hilfe - am besten mehr als bisher. "Mit diesen Gästezahlen kann die Wiener Hotellerie nicht überleben", forderte Fachgruppenobmann Dominic Schmid "nun dringend nötige Unterstützung" für seine Branche ein.

Ausfallsbonus und reduzierte USt laufen aus

Als staatliche Unterstützungsmaßnahme müsse beispielsweise die mit Jahresende auslaufende Herabsetzung der Umsatzsteuer verlängert werden. "Auch die bewährten Hilfsinstrumente wie der auslaufende Ausfallsbonus, der frühere Fixkostenzuschuss und der Verlustersatz müssen wieder reaktiviert beziehungsweise aufgestockt werden", so Schmid.

Abseits von der Hotellerie und auch Gastronomie rechnen nun naturgemäß auch deren Zulieferer - wie auch jene im Veranstaltungsbereich - mit deutlichen Umsatzeinbußen. Veranstaltungen sind wieder eingeschränkt, potenzielle Besucher oft wegen der hohen Infektionszahlen verunsichert. Nicht zu vergessen sind hier laut Wirtschaftskammer (WKÖ) Handwerks- und Gewerbesparte Betriebe der Veranstaltungstechniker (einschließlich Beschaller und Beleuchter sowie Zeltverleiher), Event- und Veranstaltungsfotografen, Betriebe der Mode und Bekleidungstechnik, der Textilreiniger, der Bewacher, der Kunsthandwerke, der Lebensmittelgewerbe, der Floristen sowie der Film- und Musikwirtschaft.

"Impfmoral aus politischem Kalkül untergraben"

Von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hatte es vorige Woche - noch vor den neuen Coronamaßnahmen - geheißen: "Für jene Betriebe, die immer noch Unterstützung brauchen, stehen etwa noch der Verlustersatz, die Kurzarbeit, oder die Garantien zur Verfügung. Sollte sich die Lage ändern, wird sie natürlich neu beurteilt." Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatte für Montagnachmittag (16 Uhr) einen "Tourismusgipfel" mit Vertretern von Nachbarländern angekündigt. "Wir alle wollen eine sichere Wintersaison für unsere Gäste, dafür sind auch gemeinsame Regeln in den jeweiligen Staaten notwendig und sinnvoll", so Köstinger im Vorfeld.

Gratzer kritisierte auch die Rolle der FPÖ in der Pandemie hart, die man nicht vergessen werde. Die Freiheitlichen würden "die Impfmoral aus politischem Kalkül untergraben" und dabei zuschauen, wie die Regierung Energie in die Reparatur dieser "Sabotage" stecke. So wirkten sie "massiv am zweiten Totalschaden der Wintersaison" in Folge mit.

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kritik53
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Gerade

die Bereiche, die sich nie an die Kontrollpflichten gehalten haben, schreien jetzt wieder am lautesten. Mein Mitleid hält sich in Grenzen, zumal gerade der Tourismus im Vorjahr mit den Hilfen ganz gut verdient hat. Dadurch waren für den einen oder anderen ganz gute Fernreisen drinnen, wenn man auch das Virus eventuell importiert hat. Soweit ich ich erinnern kann, war es gerade der Tourismus in Ischgl, der immense Schäden für Österreich verursacht hat.

lombok
0
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Vielleicht mal an andere Branchen denken!

Hotelerie und Gastronomie in Österreich kommen ja mit einem blauen Auge davon. Die Förderungen war da und der Sommer war gewaltig.

Wie wäre es mal, wenn man an Branchen denkt, in denen seit bald 2 Jahren durchgehend nichts mehr geht? Wer hilft zB den Reisebüros?

Ich weiß schon, dass es Menschen gibt, die nicht reisen und für die alle Menschen ein Feind sind, die es wagen, sich in ein Flugzeug zu setzen. 😂

Aber der Großteil will sich halt dennoch die Welt anschauen und braucht meist ein Reisebüro. (Es fährt ja nicht jeder nach Caorle und bucht sich dann sein Hotel direkt! telefonisch). Etwa 40 Prozent der Reisebüros haben mittlerweile für immer geschlossen. Der Hut brennt ...

Es wäre interessant, wenn hier nach meinem Post eine Diskussion entstehen würde. Welche Branchen fallen Euch ein, denen ebenso nicht geholfen werden.

Schönen Tag! 😄

Miraculix11
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"Jede Maßnahme komme zu spät"

sagt die Hoteliervereinigung. Und wenn sie früher gekommen wären würden sie erst recht jammern.

MJ74
3
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Förderungen, Rettungsschirme...

Wenn man so budgetieren kann, dann sind die zahlreichen Millionentempeln in den Tourismusregionen erklärbar. Vielleicht muss die Regierung auch in Zukunft das Wetter voraussagen. Ja Himmelbimmel, Naturkatastrophen, Epidemien, etc. richten sich nicht nach unseren Abläufen. Aber der Regierung stets den schwarzen Peter zuzuschieben ist halt einfacher.

RechthaberNr3654
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aber patschert sind sie schon

auch wenn Sie die Regierung in Schutz nehmen... was die da jetzt aufführen, hat die Qualität der Löwinger Bühne. Die Realität der Pandemie verweigert sich halt wieder einmal der Erwartungshaltung der Regierung. Empörung!
Zum Thema Geld für die Hotellerie: Wenn die Regierung letzten Winter nicht so viel Geld reingepumpt hätte, dann hätte es einen brutalen Kahlschlag bei den Hotels gegeben. "Mir wurscht" kann jetzt jeder sagen, der gemütlich im Wiener Office sitzt. Fakt ist, dass viele Menschen in Ö vom Tourismus leben und noch viele mehr indirekt. "Mir nicht wurscht" sagen sämtliche Zulieferer der Hotels (Installateure, Elektriker, Großhandel, Ausstatter.. und wer noch aller). Natürlich gibt es die großen "Millionentempeln". Die machen so ca. 0,5% der Hotels aus. Der Rest sind kleine und mittlere Unternehmen, die von Familien geführt werden.

levis555
0
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Ich denke, wir werden demnächst andere Probleme haben, als die

Befindlichkeiten der Tourismusindustrie.
Wie soll man in den relevanten Bundesländern guten Gewissens die Schigebiete offen halten können, wenn im Falle einer Sportverletzung kein Spitalsbett mehr frei ist oder in der Nachbarabteilung triagiert werden muss?

AIRAM123
3
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Keine Kontrollen im Sommer

… ob Buschenschank, noch Gasthaus, noch Disko…
Im Ort war nicht mal Platz für ein Totenmahl zu bekommen, weil alles voll gestopft mit Bustouristen war. Und jetzt? Schreien sie wieder nach Hilfe…

STEG
5
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Ein Flug nach Südafrika

zum Golfen wird sich schon noch ausgehen.

maxonesf
0
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Geimpft aber Brett vorm Kopf

Sind schon wieder zurück aus Andalusien seit letzten Sonntag !
Sind ja alle geimpft die guten !

Baldur1981
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Lustig

Wie schnell die Unternehmer doch nach Steuergeld rufen. Aber vor der Pandemie wurde ja auch dauernd gejammert. Tja, es geht sich halt nicht jedes Jahr ein neuer Porsche aus. Nehmt mal euer Privatvermögen. Manche haben im letztjährigen Lockdown das Geschäft ihres Lebens gemacht, dank Umsatzersatz.

eston
22
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Köstinger ist rücktrittsreif

Sie hat laschen Kurs der Regierung mitgetragen. Impfpflicht und Durchimpfung hätte geholfen.

metropole
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Zustimmung

Der grinsende Basti hochjubelde Köstinger fällt außer BLa BLA kommentaren und einer Videikonferenz mit anderen Ministern nichts konstruktives ein.Schon einen Vorschlag der Hand und Fuß hat,von ihr gehört ???? Leermeldung :::

markus144
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Frau Köstinger...

ist gleich unfähig wie so ziemlich alle, die von Kurz in ihre Positionen gehievt wurden.

compositore
2
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Markus - der Kurze

hat schon gwusst, warum ;-(

melahide
15
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Es hätte

Schon vor Wochen ein harter Lockdown vorbereitet werden sollen, um ua die Wintersaison zu retten. Das verhindert die ÖVP weil Basti-Fantasti den Menschen erzählt hat, für geimpfte sei die Pandemie vorbei und es sei alles Privatsache. Der schlechteste Kanzler den Österreich meiner Meinung nach hatte, Top versorgt mit einem Posten, wo er monatlich mehr verdient als andere in einem ganzen Jahr!

markus144
2
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Harter Lockdown für die Wintersaison?

Wieso sollen alle anderen darunter leiden, damit die Wintersaison stattfinden kann? So weit kommt's noch...

melahide
1
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Alle?

Leiden Sie wenn das Konsumparadies einmal weg ist? Oje!

ronin1234
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Reaktion

Die 2 G Regelung beim Schifahren gehört abgeschafft, wie auch in der Hotelerie. Ich bin geimpft aber meine Tochter nicht,so werden wir heuer eben in der Schweiz den Winterurlaub verbringen. Da geht es noch mit negativem Test.

plolin
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Und du glaubst wirklich,

dass du als Geimpfter sicher bist? Der war gut!

ronin1234
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Reaktion

Ja,halte Abstand und bin mit Maske unterwegs.

checker43
0
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Wird

es in wenigen Wochen auch in der Schweiz nicht mehr spielen,

"2G-Regel: Bei der 2G-Regel erhalten nur noch Geimpfte und Genesene ein Zertifikat. Den Ungeimpften wird der Zugang zum gesellschaftlichen Leben verwehrt. In Österreich wurde die 2G-Regel vor wenigen Tagen eingeführt, in Deutschland kennen einige Bundesländer diese verschärfte Regelung. Das grenzüberschreitende Skigebiet Samnaun/Ischgl hat als erstes Skigebiet in der Schweiz bereits entschieden, die 2G-Zertifikatspflicht einzuführen.

In der Schweiz nannte die wissenschaftliche Taskforce schon vor Wochen 2G eine Option, falls die Fallzahlen steigen. Doch die Regelung könnte hierzulande nicht einfach flächendeckend einführt werden, dazu bräuchte es eine Gesetzesänderung. In Bundesbern scheint 2G zurzeit nicht salonfähig zu sein. Am Donnerstag sagte Gesundheitsminister Alain Berset bei «20 Minuten»: «Ich glaube nicht, dass wir 2G nötig haben.» Heute mahnt der Weltärzteverband-Präsident: Die Schweiz muss über die 2G-Regel diskutieren." (SRF 12.11.21)

Baldur1981
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und?

na dann fahr halt in die Schweiz, wen interessiert das?

antela
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Also für Sie empfinde ich echt kein Mitleid.

Sorry

eston
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Hilfen bitte von der Impfquote

der Tourismusregion abhängig machen. Unter diesen gibts Hochburgen an Impfverweigerern.

Amadeus005
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Bedankt Euch bei Gastro und auch Hotelerie

Dort war die Kontrolle immer sehr lasch. Auch noch letzte Woche: Keine Kontrolle. Nur „2G-Pflicht Schild“ am Eingang. War keine windige Kneipe im Hinterwald. War bei einem der Großgastronomen im Klagenfurt. Beim Anderen war es dafür sehr genau. - Immerhin genau auf 2G geschaut. Ausweis wurde aber nicht kontrolliert.

anton6
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Dank an die Ungeimpften!

Bei aller Schuld der FPÖ und Wirtschaftshörigkeit der ÖVP gilt der Dank den Ungeimpften ,die wegen ihrer Scheinfreicheit 60 Prozent in Geiselhaft haben!

 
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