Hotellerie und GastronomieZittern vor Reisewarnungen: "Für Österreich steht viel auf dem Spiel"

Branchensprecherin Kraus-Winkler: "Lieber eine sichere Saison als gar keine Saison" - 8000 bis 10.000 Saisonkräfte gesucht.

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Hotellerie-Sprecherin in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler
Hotellerie-Sprecherin in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Mögliche Reisewarnungen wegen der aktuell hohen Coronazahlen hängen wie ein Damoklesschwert über der Hotel- und Gaststättenbranche, sagte die Hotellerie-Sprecherin in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Susanne Kraus-Winkler. Obendrein würden in den nächsten Wochen noch etwa 8000 bis 10.000 Saisonkräfte gesucht. "Wir haben fast weltweit einen Mitarbeitermarkt, sodass sich die Kräfte ihre Stellen sehr genau aussuchen", sagt Kraus-Winkler.

Manche Hotels hätten mehrere Angestellte allein für die Suche nach weiteren Mitarbeitern abgestellt, sagte die Hotellerie-Sprecherin der dpa. Ein großes Problem sei zudem, dass wohl bis zu 3000 Kräfte mit dem russischen Impfstoff Sputnik V geimpft seien, der aber wegen fehlender Zulassung in Österreich nicht anerkannt werde.

"Wir drängen die Bundesregierung seit Wochen, hier aktiv zu werden und zum Beispiel Kreuz-Impfungen mit anderen Stoffen als Impfnachweis gelten zu lassen", so Kraus-Winkler weiter. Auch bei Gästen aus Osteuropa zeichne sich hier ein Problem ab. Viele Hotels tendierten schon länger zu einer 2G-Regel für Geimpfte und von Corona Genesene, wie sie nun ab Montag gilt. "Lieber eine sichere Saison als gar keine Saison", sei das Motto, so Kraus-Winkler. Nach dem Ausfall der Wintersaison 2020/2021, deren Folgen teilweise durch Hilfszahlungen abgefedert wurden, könnten sich viele in der Branche einen zweiten ausgefallenen Winter wohl nicht mehr leisten. "Das geht dann an die Reserven", so Kraus-Winkler.

Es steht für Österreich viel auf dem Spiel

Angesichts der knappen Personaldecke müsse der Gast zwar keine Qualitätseinbußen befürchten, allerdings vielleicht mit gewissen Einschränkungen leben. So könne es sein, dass manche Speisekarte nicht ganz so üppig ausfallen werde. Wer ein Menü- und ein À-la-carte-Restaurant betreibe, werde Letzteres vielleicht nicht sieben, sondern nur vier Tage öffnen. Solche Maßnahmen passten aber schon wieder in das Thema Nachhaltigkeit. "Es geht um sinnvolle Vielfalt, nicht um extreme Vielfalt", so die Expertin. In der Wintersaison stehe für das vom Tourismus stark abhängige Österreich jedenfalls viel auf dem Spiel. "Das Vertrauen in das Produkt Wintersaison darf nicht erschüttert werden."

Auflagen in anderen europäischen Ländern

Für Frankreichs Wintersportgebiete gelten bestimmte Corona-Auflagen. In Warteschlangen an Skiliften und bei anderen Ansammlungen solle eine Masken- und Abstandspflicht gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Samstag nach Angaben des Sender France Info an. Im Skilift könne die Maske dann abgenommen werden.

Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner - auf über 200 steigen, greift auch die Pflicht zum Vorzeigen des Gesundheitspasses mit dem Nachweis von Impfung, Genesung oder eines negativen Tests (3G-Regel). Zuletzt lag die Inzidenz in Frankreich bei 54. In der vergangenen Saison waren Skilifte in Frankreich geschlossen. In den Skigebieten betrug der Verlust laut Bergtourismusverband France Montagnes 1,4 Milliarden Euro.

Das EU-Land Bulgarien gilt aus deutscher Sicht seit zwei Wochen als Corona-Hochrisikogebiet. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 449,5. Bulgarien ist mit gut 24 Prozent vollständig Geimpften über 18 Jahren EU-Schlusslicht. Das niedrige Impf-Niveau sei abschreckend für Touristen, warnte die Vize-Präsidentin der Europäischen Wellnessvereinigung ESPA, Sijka Kazarowa, im Staatsradio.

Bulgarien führte erst ab 21. Oktober die in der Tourismus-Branche umstrittene 3G-Regel ein. Damit erhalten Geimpfte, Getestete und von Covid-19 Genesene per "grünem Zertifikat" Zutritt etwa in Lokalen, Hotels, Fitnessclubs und Einkaufszentren. Für die Skigebiete ist noch keine einheitliche Corona-Regelung abgestimmt. Auch für die Wintersaison 2021/22 setzen die Ski-Gebiete im Süden des Landes auf heimische Touristen und Gäste aus den benachbarten Ländern.

Kommentare (21)
marijo
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Sorglose Geimpfte wären besser als aktuell PCR-Getestete?

Das versteh, wer mag, ich versteh's nicht. Die Gastronomie wird ùberschätzt, mit ev. fatalen wirtschaftlichen Konsequenzen. Wenn sich niemand mehr an Corona-Vorschtsmassnahmen und -regeln hält, alle sich bunt mehrmals am Tag zusammenwürfeln - was sie auch zu Hause kõnnen -, Familienreunions in den Ferien und Herbstferien (vor Allerheiligen war die Westautobahn Richtung Osten und Sùdosten bummvoll wie immer zu diesen Zeiten), dann ist die Entwicklung klar. Die normale Gastronomie ist es nicht, Schnapsbars und Alkohlverbrùderung und -verschwesterung sollte eingedãmmt werden.

Steiermark14
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Schuld sind immer die anderen

Einmal ist die Politik Schuld, ein andermal die Gastro, die nicht genau geprüfte hat, wenn sie genau geeprüft hätte, würden sich die Datenschützer wieder aufregen, geht einfach impfen, zeigt Eigenverantwortung, Jammern können die ungeimpften perfekt aber nichts beitragen damit es besser wird, nicht vergessen alle PCR Test, event. Krankenhauskosten gratis nur nehmen und nichts beitragen damit wir die Pandemie eindämmen können.

AIRAM123
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Hätt die Gastro ein wenig besser kontrolliert

… wären wir vielleicht nicht dort wo wir sind. Jammern, Hand auffhalten, Angestellte ausbeuten und so gut wie keine Kontrolle…. Bis auf wenige Ausnahmen ist das der Umgang

wischi_waschi
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AIRAMI23

Sie haben aber sowas von Null Ahnung.........
Sie haben sicher keinen Job , so wie das Gastgewerbe........

PichlerRudolf
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Testumgang im Vergleich zu Deutschland

Vielleicht sollten wir die Sache wie unsere großen Nachbarn angehen. Dort werden absolut gesehen weniger PCR-Tests durchgeführt als bei uns. Eigentlich ist das Verhältnis A zu D ungefähr 1 zu 10, nur nicht in diesem Fall.
Schlussfolgerung: Weniger testen, dann stimmt die Inzidenz und du kannst mit erhobenem Finger auf andere zeigen. Und keine Reisewarnung droht.
Es funktioniert bis jetzt, denn niemand stört sich daran....

oberrisser9
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Inzidenz steigt steil an

Diese Schlussfolgerung habe ich auch langer vertreten. Aber es zeigt sich, dass die positiven Testungen prozentmässig stark ansteigen, daher auch die Inzidenz (auf 100.000 Personen gerechnet). Wir haben daher leider wirklich eine heftige vierte Coronawelle, auch wenn wir wneiger testen würden.

oetti68
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Ahjo

Ah jo?
Hatte nicht damals Donald Trumo dasselbe behauptet?
Weniger Test dann sind die Zahlen nicht so hoch?
Wir in Europa sind zu dumm und zu arrogant diesem Virus Herr zu werden.

heri13
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Nicht nur der Trump,hatte die Idee.

Auch ein Tiroler Politiker hatte den gleichen Vorschlag.

JohannAmbros
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Immer die gleichen Jammerer…

Am besten soll der Steuerzahler wieder für diese Jammerer 99% Umsatz Ersatz zahlen. 🧐

lombok
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Kein Mensch spricht von Reisebüros!

Ich bin Inhaber von 4 Reisebüros. Seit bald 2 Jahren im Grunde kein Umsatz. Und die Unterstützung, die die Gastro erhielt, obwohl sie "nur" 7 Monate (bei Essen to go) zu war, hätte ich gerne.

Ich halte die Raunzerei schon nicht mehr aus. Es sollte uns klar sein, dass wir (Wirtschaftstteibenden) so oder so nicht mehr lange durchhalten. Bedanken können wir uns dann bei den Coronaleugnern und Nichtgeimpften.

So schaut es leider aus!

wischi_waschi
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lombok

Bedanken Sie sich erst mals bei Ihrer Wirtschaftskammer...........
Lesen Sie weiter hin die Staatsmedien........
Viel Glück!

selbstdenker70
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..

Sorry, aber wenn du mit 4 Büros seit zwei Jahren fast keinen Umsatz hast, und noch immer nicht in Konkurs bist, hast du vorher Gewinne ohne Ende geschrieben, oder auch genug Corona Unterstützung bekommen.

Bobby_01
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Wenn die aktuelle 2 G Regeln

So kontrolliert wird wie bis jetzt haben wir zu Beginn der Saison ohnehin ein landesweites lockdown für alle. Also keine Sorge.

Bobby_01
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Natürlich werden die

Deutschen dicht machen.
Aber da sind unsere gastronomie und hotel Betriebe wohl selbst schuld.

Mastermind73
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Hätten die Gastrobetriebe

in den letzten Monaten die 3Gs flächendeckend/genau kontrolliert, bräuchten sie jetzt weniger zittern.
Wurde selbst bei 10 Gastrobesuchen genau 2 (in Worten ZWEI) mal kontrolliert. Bei den restlichen Wirten kam entweder gar keine Frage oder ein selbstbeantwortendes "habts eh den Greenpass? Ja? Passt schon..."

wischi_waschi
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Mastermind73

Ist auch nicht die Aufgabe der Gastwirte...........

blackpanther
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Richtig, die Kontrollen waren mehr als lasch

Mein Impfnachweis wurde in keinem einzigen Gastronomiebetrieb mittels des in Sekundenschnelle downloadbaren QR Checker überprüft, ich hätte also mit jedem Impfnachweis eines Bekannten dort essen gehen können. Ganz zu schweigen von den Wohnzimmertests… d h die 3 G gab es nur am Papier. Das ist jetzt die Rechnung, drum bitte, liebe Gastronomie, nicht jammern, sondern Vorschriften im eigenen Interesse ernst nehmen.

susa18
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Wie recht sie haben!

Der österreichische Schlendrian hat uns genau dorthin gebracht, wo wir jetzt stehen. Die Regierung ist nicht immer schuld, es sind die Bürgerinnen und Bürger, die deren Vorgaben nicht oder nur sehr schlampig eingehalten haben. Eigenverantwortung scheint für viele ein Fremdwort, Solidargemeinschaft eine große Unbekannte. Daran scheitern wir immer wieder aufs Neue, wie es scheint. Aber wenn`s dann brennt, soll der Staat und damit der Steuerzahler herhalten. Ich halte mich seit Beginn der Pandemie an die Vorgaben, reduziere nachwievor meine Kontakte, besonders in Innenräumen, bin 2x geimpft und teste mich regelmäßig - und kann dann den ganzen Sch... mit austragen. Es ist echt mühsam. Und nein, ich habe nicht das Gefühl, deshalb in einer Diktatur zu leben.

Septemberkind
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Wie recht sie haben.

Wir geimpften sind nicht die Bösen die die Krankheit weitertragen ....sondern die DUMMEN....es war ja cool nicht geimpft zu sein und keine Maske zu tragen ,keinen Abstand zu halten usw.....Und jetzt ?

SoundofThunder
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🤔

Wenn man bedenkt wie viel Geld die Skiliftbetreiber in ihre Anlagen buttern können Drehkreuze mit Scanner nicht so teuer sein. Das macht das Kraut nicht mehr fett.

uomo23
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Sound

…dann würden weniger kommen, wenn es zu genau kontrolliert wird ;-)