Wirtschaft fordert neue HilfenBetriebe in Sorge: "Dramatische Auswirkungen auf den Umsatz"

Neue Regeln führen zu wirtschaftlichen Einschränkungen der Betriebe. Wirtschaftskammer drängt auf rasche Gespräche über Verlängerung der Unternehmenshilfen und Kurzarbeit. Handel fürchtet "dramatische Auswirkungen". Hoteliers fordern Umsatzsteuerreduktion.

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© APA/Georg Hochmuth
 

Für viele Betriebe gehen die bereits ab kommenden Montag gültigen verschärften Regeln mit beträchtlichen Herausforderungen einher. Überall dort, wo bisher die 3G-Regel gültig war, wird dann 2G gelten. Dies bedeutet, dass man beispielsweise in die Gastronomie, Theater, Konzerte, Sportveranstaltungen oder zum Friseur nur noch geimpft oder genesen kommt. Am Arbeitsplatz bleiben Tests als Alternative möglich (2,5G-Regel).

Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, spricht von einer "herausfordernden Situation, vor der Österreich nun kurz vor dem Winter" stehe. Eine rasche Reaktion auf die steigenden Inzidenzen sei "die Grundlage für eine erfolgreiche Bekämpfung des pandemischen Geschehens". Das sei nötig, "weil wir Betriebe und die Jobs der Beschäftigten nicht gefährden wollen, es geht auch darum, das Weihnachtsgeschäft und die Wintersaison zu sichern". Doch der "Turnaround im Pandemiegeschehen darf nicht auf dem Rücken der Betriebe passieren“, so Mahrer, der auch betont: „Wir haben in Gesprächen mit der Bundesregierung klargestellt, dass eine verpflichtende 2,5G-Regelung am Arbeitsplatz aufgrund der bundesweit derzeit nicht vorhandenen PCR-Testinfrastruktur nicht machbar ist und zu massiven negativen Auswirkungen in der betrieblichen Praxis führen würde.“

"Unterstützung für besonders betroffene Branchen"

In unterschiedlichen Branchen müssen Betriebe nun wieder mit einer Reduktion ihrer Geschäftsgrundlage kalkulieren. "Da wo es Einschränkungen des Betriebes gibt, wie durch Betretungsverbote für Nicht-Geimpfte, ist klar, dass es Unterstützung für besonders betroffene Branchen geben muss“, so WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf, WKÖ-Generalsekretär. Er drängt daher auf "rasche Gespräche über eine Verlängerung der bestehenden Unternehmenshilfen".

"Jede Verschärfung doppelt existenzbedrohend“

Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, fürchtet dramatische Auswirkungen auf den Umsatz. Er betont: „Jede Verschärfung der Maßnahmen bringt uns einem Quasi-Lockdown auch im Handel näher. Das Ausmaß der Umsatzeinbußen ist derzeit noch gar nicht absehbar." Es sei "unbedingt notwendig, den Handelsbetrieben, die sich von der Krise noch nicht erholt haben, unter die Arme zu greifen". Gerade zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts, das für viele über Sein oder Nicht-Sein entscheidet, sei "jede Verschärfung doppelt existenzbedrohend“, sagt Trefelik. "Gerade von Maßnahmen, die primär andere Bereichen wie etwa die Gastronomie betreffen, bleibt der Handel nicht verschont. Die Konsumlaune sinkt, wenn schärfere Maßnahmen im Kaffeehaus oder im Restaurant gelten. Außerdem hängt der Handel auch vom Tourismus ab. Viele Branchen sind vom Ausbleiben der Gäste aus dem Ausland stark negativ betroffen. Wenn es um finanzielle Entschädigungen geht, müssen unbedingt auch diese indirekten Aspekte berücksichtigt werden."

Schutzschirm für die Tourismuswirtschaft gefordert

Neben der Wirtschaftskammer fordern auch der Handelsverband, die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) und der ÖVP-Wirtschaftsbund weitere Hilfen für betroffene Betriebe. "Da aufgrund der heute angekündigten 2G-Regelung mit finanziellen Einbußen zu rechnen ist, müssen betroffene Unternehmen auch dementsprechende Hilfen bekommen", so Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger. "Natürlich muss alles unternommen werden, um die Corona-Infektionen zu drücken und die Wintersaison zu retten."

ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer fordert von der türkis-grünen Regierung auf die "bewährte Umsatzsteuerreduktion" zu setzen. "Mit der kompletten Rotfärbung der Corona-Landkarte und der Verhängung von 2G ist wirtschaftliches Arbeiten für Tourismusbetriebe in dieser Wintersaison nur mehr sehr schwer möglich", so Reitterer. Der Bund und die EU-Kommission müssten schnell handeln und einen Schutzschirm für die Tourismuswirtschaft aufspannen.

Für Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) ist es "völlig klar", dass es angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und einer steigenden Intensivbetten-Auslastung strengere Maßnahmen notwendig sind. "Dafür gibt es den Stufenplan, um auf so eine Entwicklung rasch reagieren zu können. Die Tourismus-Branche ist für die Umsetzung gut vorbereitet", so Köstinger. Wer geimpft sei, werde auch weiterhin kaum Einschränkungen spüren.

"Kommt Lockdown gleich"

Gastro-Obmann Mario Pulker sagte bereits am Nachmittag - also noch bevor die Regierung die Maßnahmen vorgestellt hatte: "Viele sind höchst verunsichert. Wenn ein reines 2G eingeführt wird, käme das einem Lockdown gleich." Denn eine 2G-Regel für die Gäste bedeute, "dass die Betriebe rund 40 Prozent der potenziellen Kundinnen und Kunden verlieren", so Pulker.

Die Touristiker sind unterdessen in tiefer Sorge um die heurige Wintersaison. Eine 2G-Regel, "die uns hilft, in zwei oder drei Wochen zu einem halbwegs akzeptablen Ansteckungspotenzial zurückzukommen, wird das wahrscheinlich der beste Weg sein", sagte Branchensprecherin Susanne Kraus-Winkler bereits zu Mittag im Ö1-Gespräch.

Kommentare (24)
wischi_waschi
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Wirtschaftskammer

Wer heute noch auf die Wirtschaftskammer setzt , selber schuld!

laster
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die Jammerei geht schon wieder los

Mein Mitleid hält sich in Grenzen!
Die meisten Gastronomen sind sehr gut ausgestiegen und haben mit den Förderungen mehr rausgeholt, als sie bei normalen Betrieb erwirtschaften hätten können.
Viele haben ihr Personal einfach gekündigt, anstatt Kurzarbeit zu beantragen, um sie zu halten und jetzt wundern sie sich, dass sie kein Personal finden.
Arbeitnehmer mussten finanziell und arbeitstechnisch gravierende Einschränkungen hinnehmen oder sich um andere Möglichkeiten umsehen.

ronin1234
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Reaktion

Welche Firma mscht schon gerne eine Weihnachtsfeier wenn dadurch Cluster enstehen können und die halbe Belegschaft in Quarantäne muß.

Parsec
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Endlich vernünftige Maßnahmen!

Der Lockdown für die Ungeimpften war längst fällig! Eine kleine Milchmädchenrechnung: 66,7% der österreichischen Bevölkerung ist mindesten einmal geimpft. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass 19,3% der Österreicher unter 20 Jahre sind, bleiben 14% umgeimpfte Österreicher über 20 über. Der Einfachheit halber vernachlässige ich bei meinen weiteren Schlussfolgerungen die Geimpften unter 20 und die Menschen, die aufgrund ihrer Erkrankungen nicht geimpft werden können.
Also ungefähr 14% der österreichischen Bevölkerung sind Impfgegner. Eine kleine aber umso lautere Gruppe Unbelehrbarer, die bis jetzt eigentlich die Richtung vorgegeben haben. 14% die sich gegen jeden gesunden Menschenverstand stellen und all jene gefährden, die nicht geimpft werden können (und unter anderen auch unsere Wirtschaft!). Es war bis jetzt einfach eine absurde und absolut unverantwortliche Situation!

a4711
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Eine Frechheit Sondergleichen

Der Gesunde Ungeimpfte wird ausgesperrt. !!
Doch der Politik sowie den Unternehmer ist es nicht zu dreckig sein Steuergeld als „Unternehmenshilfen". so WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf in Anspruch zu nehmen.
Er drängt daher auf "rasche Gespräche über eine Verlängerung.
Pfui

Jahcity 1
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Die

größte Gefahr sind Leute wie sie. Narzissten in ihrer ich ich ich Welt.

ronin1234
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Reaktion

Was befürchtet der Handel Einbußen? So ein Blödsinn ,ich kann jederzeit ungehindert mit Maske einkaufen.

altbayer
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Kontrolle

Liebe Jammerer - hättet ihr die letzten Wochen in euren Lokalen einfach RICHTIG kontrolliert und die Regeln eingehalten, dann könnten wir uns den ganzen Zirkus ersparen.

stprei
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Jammern

Da wird gejammert, damit man wieder Steuergeld bekommt und dann trotzdem die Preise erhöhen kann. Mitwirkung null, weil Impfnachweise kontrollieren will man nicht, die Tische lockerer stellen ist schlecht für den Umsatz und das Personal fehlt ja auch (weil man es vorher einfach echt schlecht behandelt hat und die nicht mehr zurück wollen).

Wie sehr Gastro und Tourismus jammern können, ist echt schlimm.

Morpheus17
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Gastrobetriebe werden ruiniert

...und dem Dosko habens kastriert

Kit
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Die Gastronomiebetriebe sind durch Missachtung

der Kontrollen mit schuld an der derzeitigen Situation. Jetzt Geld vom Staat zu fordern, ist mehr als dreist. Wir kommen nur aus der Krise, wenn alle etwas dazu beitragen. Diese Forderungen kommen nicht gerade sympathisch rüber und schaden dem Image der Branche, auch den Vernünftigen.

Kyra323
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Kontrolle

Gastronomie =nur Jammern
Vom Sommer bis zum letzten WE war ich:
21 Almhütten- keine Kontrolle- alles Wurscht
17 Gasthäuser-keine Kontrolle-alles Wurscht
2 Pizzerias-Kontrolle- oberflächlich
Lebensmittelhandel: alles egal
3 Kaffeehäuser: genau kontrolliert
Fußballstadion: genau kontrolliert

Es gehört rigoros kontrolliert!!!!

STEG
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Die Frequenz der angegebenen

Kontrollen deckt sich mit meinen Erfahrungen. Wenn der Staat seine Vorgaben nicht überprüft, wird auch nichts eingehalten. Leider!

Jahcity 1
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Die

Gastro hat von mir keinerlei Verständnis mehr zu erwarten. Ich habe Hotels, Kinos, Restaurants uvm. besucht (wollte Unterstützen) und wurde genau ein einziges Mal völlig korrekt kontrolliert (im Chinarestaurant). Diese Branche ist fahrlässig und faul. Als Lehrer hat man auch keine AntiGen und PCR Kurse besucht und auch nicht die unzähligen administrativen Tätigkeiten, meist in der unterrichtsfreien Zeit. Die schaffen es nicht, einfachste gesellschaftlichen Regeln umzusetzen und dann wollen die auch noch unser Steuergeld! Sicher nicht.

Bobby_01
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Die ursache

Dieses Anstieges liegt an der nicht erfolgten Kontrolle.
Also jetzt nicht jammern.

jaenner61
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weltmeister im jammern

handel: mimimimi hotels: mimimimi gastronomie: mimimimi harald mahrer und co: mimimimi
sorry, es ist zum ko….. das einzige was von manchen zu hören und zu lesen ist, jammern und die forderung nach ausgleichszahlungen. noch nie war irgendein vorschlag dabei, welchen beitrag zb auch diese gruppe zur eindämmung der pandemie einbringen könnte (zb eben genauere freiwillige kontrollen) es hängt uns allen zum hals heraus, wir können diese ewige jammere nicht mehr hören!

Immerkritisch
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Genau SO

ist es!!!

stefstef
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Adlerrunde, Oberösterreich und Salzburg

Ihr hättet jederzeit die Maßnahmen verschärfen können. Wien mit einer deutlich höheren Bevölkerungsdichte hat wesentlich bessere Zahlen.

Ich hoffe die Oberösterreichwahl war die verlorene Wintersaison wert.

Immerkritisch
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In der Gastronomie

ist die 3G-Regel vielerorts nicht kontrolliert worden - und jetzt jammern.... Wir Steuerzahler sollen jetzt wieder die Umsatzablösen blechen! Wie komme ich dazu?
Handel? Alles wird teurer und auch für die soll ich nun zahlen? O.k. als Ausgleich für meine monatlichen Mehrkosten will ich jetzt auch monatlich 300 Euro vom Staat (den Steuerzahlern)!

missionlivecm
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Jetzt is aber Schluss echt!!!

Gejammer…Es reicht…Es müssen auch viele andere mit abstrichen leben und sehen wie Sie zurecht kommen!!! Punkt aus

hewinkle10
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Impfpflicht versäumt

Wenn man im September eine offizielle Impfpflicht durchgezogen hätte, dann könnten wir uns das Theater jetzt sparen! Man hätte sich halt trauen müssen. Die Regierung hat es verpennt! Das Herumeiern bringt doch nix! Wir werden wieder einen harten Lockdown brauchen, damit die Krankenhäuser nicht übergehen! Der Verzicht auf die Impfpflicht kommt uns allen nun teuer zu stehen!

oekoLogisch
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Im September und Beginn Oktober

hatten alle Oppositionsparteien inkl. den GrünInnen wichtigeres zu tun. Anstatt Kickl muss weg haben sie den Basti weggepustet. War sicher wichtiger für alle in ihrer Machtgeilheit.
Nebenbei fordere ich Impfpflicht für alle. Punkt,

Patriot
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Die Wirte und Hoteliers

hängen den übrigen ÖsterreicherInnen schon sowas beim Hals raus! Woaaaaah!!!

Lepus52
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Insinn

Das Jammern ist die Sprache der Kaufleute. Bei den Lockdowns wurden sie ohnehin überfördert.