Autozulieferer senkt AusblickMagna: Chipkrise drückt Umsatz und Gewinn, Rückgang auch in Graz

Magna-Chef Kotagiri: "Umfeld so volatil wie lange nicht". Autozulieferkonzern senkte Ausblick für 2021 erneut. "Fahrzeugproduktion unerwartet gering". Auch Erlöserwartung für Magna Steyr in Graz reduziert.

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© Magna Steyr
 

Wegen des weltweiten Chipmangels hat der Autozulieferkonzern Magna im dritten Quartal Umsatz eingebüßt und ist beim Nettoergebnis bis fast auf die Nulllinie zurückgefallen. Nach einer Verdopplung im zweiten Quartal sackten die Erlöse im dritten Quartal um 13 Prozent von 9,13 Milliarden auf 7,92 Milliarden  Dollar (6,85 Milliarden Euro) ab. Der Nettogewinn brach von 405 Millionen auf 11 Millionen Dollar ein, gab Magna am Freitag bekannt und senkte den Ausblick für das Gesamtjahr erneut.

"Das Geschäftsumfeld im dritten Quartal war eines der volatilsten, das wir in den vergangenen Jahren erlebt haben", erklärte Konzern-Chef Swamy Kotagiri dazu. Er sei aber zuversichtlich, dass Magna gut aufgestellt sein werde, sobald die aktuellen Störungen in der Branche abklingen würden, so der CEO. "Das derzeitige Branchenumfeld hat unsere Finanzergebnisse und den Ausblick belastet - aber wir sind zuversichtlich, dass unsere Ertragskraft und die Fähigkeit zur Cashflow-Generierung gesund bleiben", so Finanzvorstand Vince Galifi.

In drei Quartalen 92.000 Autos in Graz gefertigt

In der Gesamtfahrzeugfertigung von Magna Steyr in Graz sank der Quartalsumsatz um ein Zehntel von 1,40 Mrd. auf 1,26 Milliarden Dollar. In den neun Monaten zusammen stieg der Umsatz aber gegenüber dem Coronajahr 2020 um 26 Prozent von 3,66 Milliarden auf 4,60 Milliarden Dollar.

Im dritten Quartal wurden unterm Strich 23.300 Fahrzeuge in Graz gefertigt, um 15 Prozent weniger als ein Jahr davor (27.300 Einheiten), Anfang September weitete Magna Steyr die Kurzarbeit aus. Das Betriebsergebnis (EBIT) im Segment sank im Quartal von 70 Millionen auf 30 Millionen Dollar, die EBIT-Marge halbierte sich auf 2,4 (5,0) Prozent. In den neun Monaten zusammen wurden mit 92.000 Stück um 24 Prozent mehr Fahrzeuge zusammengebaut als ein Jahr davor (75.000). Das Segment-EBIT betrug 189 (164) Millionen Dollar und die EBIT-Marge 4,1 (4,5) Prozent.

Konzernbilanz

Der gesamte Magna-Konzern steigerte in den drei Quartalen die Umsätze von 22,08 Milliarden auf 27,13 Milliarden Dollar (23,45 Mrd. Euro), das Nettoergebnis legte auf 1,05 Milliarden Dollar zu.

Das EBIT sank im Quartal von 778 Millionen auf 229 Millionen Dollar und stieg im den neun Monaten zusammen von 581 Millionen auf 1,56 Milliarden Dollar.

Umsatz und EBIT seien im dritten Quartal unter den Erwartungen geblieben, weil auch die Fahrzeugproduktion unerwartet gering gewesen sei, erklärte Magna. Bedingt sei das vor allem durch die anhaltende Verknappung von Halbleiterchips - mit der Folge unvorhersehbarer Produktionsumstellungen bei den Kunden und von Ineffizienzen in den Magna-Werken. Gedrückt worden seien die Ergebnisse zudem durch höhere Produktionskosten und eine 45-Millionen-Dollar-Rückstellung für technische Dienstleistungsverträge mit der Automobilsparte des angeschlagenen chinesischen Immobilienriesen Evergrande, laut Magna vor allem das Segment Complete Vehicles betreffend.

Den Ausblick 2021 senkte Magna erneut, wie schon im August und teils auch im Oktober. Der Gesamtumsatz wird im Gesamtjahr bei 35,4 bis 36,4 Mrd. Dollar erwartet, nach 38,0 bis 39,5 Milliarden Dollar laut bisheriger Annahme. Dabei wurde die Prognose fürs Segment Complete Vehicles von 6,3 bis 6,6 Milliarden Dollar auf 6,0 bis 6,2 Milliarden Dollar gesenkt.

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