Lohnverhandlung im HandelZweite Runde ohne Ergebnis: "Was bisher am Tisch liegt, ist ein Affront"

Nach dem Abbruch bei den Metallern gibt's auch bei den KV-Verhandlungen im Handel Uneinigkeit. Die zweite Runde wurde ergebnislos abgebrochen. Weiterverhandelt wird am 11. November.

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Im Handel sind mehr als 400.000 Menschen in Österreich beschäftigt
Im Handel sind mehr als 400.000 Menschen in Österreich beschäftigt © Minerva Studio - stock.adobe.com
 

Auch die zweite Kollektivvertrags-Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im heimischen Handel hat am Mittwoch kein Ergebnis gebracht. Die Arbeitnehmerseite erklärte am Abend, man vermisse nach wie vor die Bereitschaft, über echte Perspektiven für die Beschäftigten zu verhandeln, so die Verhandlerin der Gewerkschaft GPA, Anita Palkovich. Die Arbeitgeberseite vermisst eine konkrete Gehaltsforderung der Arbeitnehmerseite, die bis jetzt noch nicht vorliegt.

Ein Verharren im Status Quo blockiere die Entwicklung des Handels in Richtung Zukunft, so GPA-Verhandlerin Palkovich in einer Aussendung. Man glaube, dass die Arbeitgeber weiter die Corona-Pandemie als Vorwand nehmen würden, um jede positive Weiterentwicklung bei Arbeitsbedingungen und Gehältern zu blockieren. Was bisher am Tisch liege, sei ein Affront gegenüber der Leistung der Beschäftigten.

WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik erklärte als Chefverhandler der Arbeitgeber, man könne die Forderungen der Arbeitnehmerseite "nur im Gesamtkontext beurteilen und dazu bedarf es einer konkreten Gehaltsforderung". Der heimische Handel sei noch immer in einer schwierigen Situation. Die letzten Monate hätten bereits gezeigt, dass verschärfte Corona-Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Einkaufslaune und somit auf die Umsätze der Handelsbetriebe hätten, so Trefelik in einer Aussendung mit Verweis auf die Verschärfungen in Richtung 2,5G-Regel.

Nächster Verhandlungstermin ist der 11. November. Laut GPA geht es beim KV um 430.000 Angestellte und Lehrlinge, laut WKÖ um 520.000 Beschäftigte. Die Metaller, die üblicherweise die Herbstlohnrunde eröffnen, hatten vergangene Nacht in der vierten KV-Runde ebenfalls noch kein Verhandlungsergebnis erzielt, daher haben Warnstreiks in den Betrieben begonnen.

Kommentare (1)
wiwo64
0
6
Lesenswert?

Nur weiter so liebe Arbeitgebervertreter

ihr werdet auch noch lernen (müssen), dass sich die ArbeiterInnen eine andere (bessere) Stelle suchen werden, anstatt jeden Tag bis 20 Uhr oder noch später arbeiten zu müssen und auch den Samstag immer wieder im Einsatz zu sein. Und das bei einem äußerst unattraktiven Lohn.
Seht in den gastronomischen Spiegel. Dort seht ihr eure Zukunft, wenn ihr die Tätigkeit bei euch nicht attraktiver gestaltet!