Aufsichtsrat berätVW: Streit zwischen Diess und Betriebsrat spitzt sich gehörig zu

Seit Monaten liegt der VW-Betriebsrat mit dem VW-Chef im Clinch. Nun berät der Aufsichtsrat des Unternehmens über die Zukunft des Spitzenmanagers.

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VW-Chef Herbert Diess
VW-Chef Herbert Diess © AFP
 

Der Machtkampf mit dem Betriebsrat um den von Volkswagen-Chef Herbert Diess vorangetriebenen Umbau des deutschen Autokonzerns spitzt sich offenbar zu. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch aus Unternehmenskreisen erfuhr, soll sich der Vermittlungsausschuss des Aufsichtsrats mit der Zukunft des Konzernchefs befassen. "Das ist Thema im Vermittlungsausschuss", sagte eine mit den Beratungen befasste Person am Mittwoch. Zwei weitere Eingeweihte bestätigten dies.

Das "Handelsblatt" berichtete, die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat hätten Diess vergangenen Mittwoch das Vertrauen entzogen. Ein Sprecher des Aufsichtsrats erklärte, es werde eine Einigung gesucht: "Derzeit werden konstruktive und vertrauliche Gespräche geführt. Etwaige Ergebnisse werden zu gegebener Zeit mitgeteilt."

Die Porsche SE, über die die Familien Porsche und Piëch die Mehrheit an dem Wolfsburger Konzern halten, wollte sich nicht äußern.

Schneller Umbau

Kern des Streits ist nach Angaben aus Konzernkreisen die von Diess verlangte Geschwindigkeit beim Umbau des Konzerns. Zuletzt hatte der Konzernchef durch Äußerungen für Unruhe gesorgt, in Deutschland stünden bis zu 30.000 Arbeitsplätze auf der Kippe, sollte der Umbau nicht schnell genug gelingen. Im Fokus steht dabei das Wolfsburger Stammwerk, das um seine Auslastung bangt.

Der Konflikt war eskaliert, weil Diess wegen einer US-Reise zunächst nicht an einer für Donnerstag angesetzten Belegschaftsversammlung teilnehmen wollte. Betriebsratschefin Daniela Cavallo warf ihm vor, sich lieber mit Investoren in den USA zu treffen, statt sich Fragen der Belegschaft in Wolfsburg zu stellen. Sie hielt dem ehemaligen BMW-Manager fehlende Empathie vor. Sein Verhalten sei beispiellos in der Geschichte des Wolfsburger Konzerns. Diess verschob daraufhin seine Reise. Er soll ab diesem Donnerstag vor rund 7.000 Mitarbeitern reden und Fragen der Belegschaft beantworten. Dabei sein werde auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der als Vertreter des Landes im Aufsichtsrat sitzt. Niedersachsen ist zweitgrößter Anteilseigner von Volkswagen.

Diess liegt seit Monaten im Streit mit dem Betriebsrat. Im vergangenen Sommer soll er Insidern zufolge sogar kurz vor einer Entlassung gestanden haben, weil er undichte Stellen im Aufsichtsrat angeprangert hatte. Im Dezember 2020 war im Streit um eine von Diess verlangte Vertragsverlängerung ein Machtkampf nur knapp abgewendet worden. Im Juli verlängerte der Aufsichtsrat schließlich seinen Vertrag bis Oktober 2025.

Kommentare (1)
mike113
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Hoffentlich ist mit Diess bald schluss

Der nette Herr Diess, der will dass der Treibstoff noch viel viel teurer werden muss, und die e-Mobilität das Allheilmittel ist, der alle Kunden zum Umstieg darauf zwingen will. Man muss sich erst einmal dass leisten können, dann eine entsprechende Reichweite erzielen. Ganz zu schweigen wie die Rohstoffe für Batterien gewonnen werden, da gräbt man den armen Leuten das Grundwasser ab etc. AVL in Graz macht es nun vor und entwickelt einen CO2 freien Diesel, mit dem die heutigen Mororen betrieben werden können. Darüber sollte man nachdenken, denn es wird ein Mix aus verschiedenen Antriebskonzepten sein der unsere Erde retten wird, nur die e-Mobilität kann es nicht sein. Aus überschüssigen Strom kann auch Wasserstoff eine zusätzliche Möglichkeit sein uvm.Die eierlegende Wohlmilchsau wird es leider nicht geben. Mein schönster Tag wäre, wenn dieser Diess sich vom Konzern, wo ich seit 1994 Kunde bin, sich wieder verabschiedet. Ich empfehle auch sich mit der e-Mobilität kritisch auseinandersetzen und nicht alles hinzunehmen was die Obrigkeit uns weiß machen will. TIPP der Fim "DIE ELEKTROLÜGE"