Deutsche Bahn Gewerkschafter droht: "Nach dem Streik ist vor dem Streik"

Dritter Streik wird in der Nacht auf Dienstag beendet. Die Fronten bei der Deutschen Bahn bleiben vor dem Streik-Ende aber verhärtet. Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL schließt weitere Arbeitsniederlegungen nicht aus.

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Lokführer-Streik im Personenverkehr
Lokführer-Streik im Personenverkehr © (c) APA/dpa/Stefan Puchner (Stefan Puchner)
 

Nach dem mehr als fünftägigen Streik bei der Deutschen Bahn können Reisende im Verlauf des Dienstags wieder mit einem normal funktionierenden Zugverkehr rechnen. Unterdessen sind aber weitere Streiks nicht ausgeschlossen. "Nach dem Streik ist vor dem Streik", sagte der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, am Montag vor Mitgliedern am Berliner Hauptbahnhof. Das Management der Bahn habe es in der Hand, ob es einen weiteren Arbeitskampf gebe. Der bisher dritte Streik in der laufenden Tarifrunde werde in der Nacht zu Dienstag planmäßig beendet.

Weselsky forderte ein Angebot, dass es der Gewerkschaft ermöglicht, einen Tarifvertrag für sämtliche Mitglieder in den verschiedenen Betrieben der Bahn abzuschließen. Er verlangte für die Beschäftigten außerdem Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von diesem Jahr an, eine Corona-Prämie sowie den Fortbestand des bisherigen Betriebsrentensystems. Weselsky erneuerte seine Angriffe auf das Management der Bahn. Er sprach von "Nieten in Nadelstreifen", die Millionen an Steuergeldern verzockten, die gegen die eigenen Mitarbeiter arbeiteten und in der Tarifrunde Lügengebäude errichteten. Die Konzernleitung versuche, die GDL auszuschalten. Die Bahn hat diesen Vorwürfen wiederholt widersprochen. Mit Blick auf die vom Streik betroffenen Bürger und Fahrgäste sagte Weselsky: "Wir bitten darum, zu akzeptieren und zu schätzen, das hier Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorbildlich zeigen, wie man im Arbeitskampf einen Arbeitgeber in die Knie zwingt, der mit Steuergeldern Verschwendung und Eigennutz betreibt."

So wirkte sich der Bahnstreik auf Österreich aus

Die Auswirkungen auf Österreich: Unter anderem fielen Nightjets nach Berlin, Amsterdam, Brüssel und Hamburg aus, und viele Tagesverbindungen nach Deutschland werden nur im österreichischen Abschnitt geführt. Nicht betroffen ist jedoch der innerösterreichische Tagverkehr über das Deutsche Eck (von Salzburg nach Tirol), Railjet-Verbindungen zwischen Wien und München, der EC-Verkehr auf der Strecke Italien-Innsbruck-München (über Kufstein) sowie Verbindungen auf der Strecke Wien-Salzburg-Bregenz bzw. Zürich, die über das Deutsche Eck gehen, teilten die ÖBB auf ihrer Webseite mit.

Eine Annäherung zwischen beiden Seiten ist damit nicht in Sicht. Die Bahn hatte vergangene Woche ein Angebot unter anderem mit einer kürzeren Tariflaufzeit von 36 statt 40 vorgelegt. Außerdem stellte sie noch für dieses Jahr eine Coronaprämie von bis zu 600 Euro in Aussicht. Weselsky lehnte das Angebot ab. 

Die Deutsche Bahn hatte eigenen Aussagen zufolge über das Wochenende zumindest jeden dritten Fernzug planmäßig fahren lassen. Im Regional- und S-Bahnverkehr war ein Grundangebot von 40 Prozent der Züge unterwegs.

 

 

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