Ab heuteWarum die EU der Energiesparlampe den Strom abdreht

Nach der Glühbirne knipst die EU nun auch der Energiesparlampe das Licht aus. Mit LED gibt es eine effizientere und längst auch beliebtere Technologie.

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Ab heute dürfen Energiesparlampen in der EU nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. © vasabii - stock.adobe.com
 

Als die EU der herkömmlichen Glühlampe 2009 sukzessive den Strom abdrehte, gingen die Wogen hoch. Vor dem Produktions- und Verkaufsverbot für die Stromfresser deckten sich Konsumenten noch rasch mit Restbeständen ein. Denn für die Alternative – die Energiesparlampe – konnten sich nur wenige erwärmen.

Die Aufregung wird sich also in sehr engen Grenzen halten, wenn nun auch die Energiesparlampen – wiederum aufgrund einer EU-Verordnung – allmählich die Fassung verlieren. Von einer „guten Nachricht für Konsumentinnen und Konsumenten“ spricht Mathias Stadler, Experte der Österreichischen Energieagentur.

Energiesparlampen dürfen ab heute in der EU nicht mehr in den Handel gebracht werden. Restbestände dürfen verwendet und noch 18 Monate abverkauft werden. Das gilt nicht nur für „Kompaktleuchtstofflampen mit integriertem Vorschaltgerät“, wie Energiesparleuchten im Fachjargon heißen, sondern etwa auch für Niedervolt-Halogenlampen. Ein Produktionsverbot wie bei der Glühlampe gibt es indes nicht, der Export in Länder außerhalb der EU bleibt möglich.

Auf kleiner Flamme

Im heimischen Handel fristet die Energiesparlampe ohnehin nur noch ein Dasein auf Sparflamme. „Die Nachfrage nach der Energiesparlampe ist nicht mehr da“, erklärt Christine Kühr, Sprecherin des Elektrofachhandels in der Wirtschaftskammer, der Kleinen Zeitung. „Wem Energieeffizienz wichtig ist, und das ist es den meisten Konsumenten, kauft LED-Leuchten“, sagt Kühr. Die Restbestände im Handel schätzt sie als niedrig ein.

Design, eine lange Anlaufzeit und nicht zuletzt der Quecksilbergehalt galten stets als Nachteile der Energiesparlampe. „Für die meisten Anwendungen stehen heute bessere LED-Produkte zur Verfügung“, betont Stadler. Die Technologie punkte etwa bei der Lichtfarbe und der Farbwiedergabe. Über diese (und viele weitere) Produktdetails informiere das neue Energielabel, das ebenfalls ab heute auf den Verpackungen der LED-Lampen, via QR-Code und online zu finden sein werde. Die Österreichische Energieagentur koordiniert die Einführung des neuen, vereinfachten Energielabels in 16 EU-Ländern und Großbritannien im Rahmen des Projekts „Label 2020“ – es ist bei anderen Haushaltsgeräten, wie berichtet, seit März dieses Jahres im Einsatz. „Die neue Skala und Einteilung bringt den Herstellern eine Vereinfachung und den Kunden einen besseren Vergleich der Produkte“, erklärt Kühr.

Die effizientere Technologie

Der Grund, warum die Energiesparlampe weichen muss: Die Technologie wird ihrem Namen nicht mehr gerecht. LED sei energiesparender und über eine Zeit von zehn Jahren auch kostengünstiger, so Stadler. Ein Vergleich zeige, dass etwa die Energieeffizienz der LED-Lampe mehr als doppelt so hoch und die mittlere Lebensdauer mit 15.000 Stunden um ein Drittel höher ist. Bei zehnjähriger Nutzung ist die Energiesparlampe nur in der Anschaffung günstiger, bei den Energiekosten macht LED dies aber mehr als wett, sodass sich in Summe eine Ersparnis von 15 Euro ergebe.

Von A bis G

Für sämtliche Produktgruppen wird eine einheitliche Effizienzskala von A bis G genutzt. Zusätzliche Kennzeichnungen wie "+++" entfallen.

Mittels QR-Code auf dem Label gelangt man auf die Produktdatenbank der EU-Kommission mit weiteren Details.

Die Web-App "Effizienz-Check" unterstützt die Produktauswahl.

Hier geht es zum neuen Energielabel für Lichtquellen.

Hier geht es zu einem Ratgeber für den Kauf energieeffizienter Haushaltsgeräte.

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Danke für Ihr Verständnis.

Stony8762
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Ich habe mich sowieso gefragt, warum die EU Quecksilber-Thermometer, weil giftig, verbietet und Quecksilber Energiepar-Lampen zulässt!

Stony8762
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Ganz einfach! Weil die Bevölkerung darauf gesch...hat und die Firmen kaum Reibach damit machen konnten! Das müssten wir bei Mercosur und dem Billigstfleisch auch so machen! Einfach nicht kaufen! Die EU wird auch davon abrücken, wenn der Rubel nicht rollt! Die Macht des Konsumenten, Freunde!

scionescio
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Ich kenne schon die Schlagzeile wieder ein Jahrzehnt später …

„EU dreht BEVs den Strom ab“

Bis dahin werden die Energieversorger und andere Lobbyisten genug Reibach gemacht haben, die Umweltminister erkannt haben, dass ein paar BEVs in Europa genau Null Auswirkungen auf die Klimaerwärmung haben, die Konsumenten die Schnauze voll haben, von überteuerten Fahrzeugen, mit denen sie nur bei Schleichfahrt hin- und zurück ohne erzwungene Ladepause kommen, die Brandkatastrophen in Tiefgaragen und Tunnels werden sich häufen, es wird noch immer viel zu wenig Ladestationen geben, weil nur der Stromerzeuger und nicht der Betreiber etwas daran verdient, die Blackouts werden sich häufen … und dann wird beschlossen werden, dass das Wasserstoffzeitalter doch die einzig wahre Lösung für viele Probleme ist und die letzten BEVs noch abverkauft, aber keine Neuen mehr aus China importiert werden dürfen (bis dahin werden in Europa schon lange keine Autos mehr erzeugt- dafür gibt es Massen von Arbeitslosen!) … und viel Zeit ist für diesen Umweg verschwendet worden!

melahide
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Ma @zionienchen

Wir haben Dir schon öfter gesagt, dass du nicht immer über Themen schreiben sollst, bei denen du dich nicht auskennst. Lass deine negative Energie gegen die Türkise Familie aus, da ist die Meinung recht profund. Aber bei Mobilität hilft das wenig - vor allem, wenn es hier um Lampen geht. Zum Thema. „Energiesparlampen“ waren eher so 90er. Die Technologie hab ich auch ausgelassen. Hab das ganze Haus vor ein paar Jahren mit LED bestückt … die „alten“ Glühbirnen, die ohne Vorwarnung kaputt gingen, waren jetzt nie sooo toll. Da schließt sich auch der Kreis. Beim Verbot der Glühbirnen waren die Menschen genau so aufständisch wie beim Plastik-Sackerl. Die EU hat’s verboten. Die Welt dreht sich weiter, man verbesserte die Alternativen. Deshalb gehören auch Verbrenner bald verboten. Es kommt danach viel was besseres nach …

Gabi68p
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@ melahide

Es stimmt, die EU hat Plastiksackerl verboten. Aber Obst, Gemüse, Fleisch, Käse etc. sind nach wie vor - oft mehrmals - in Plastik verpackt. Gebe es da nicht bessere Alternativen?
LED Lampen sind energiesparend und langlebig, jedoch nur wenn Sie nicht ständig ein-/ausgeschalten werden. Da frag ich mich als Laie ob sich durch die längere Brenndauer der Stromverbrauch nicht doch wieder erhöht 🤔

melahide
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@Gabi

In Plastik ist es eingepackt, wenn sie es im Supermarkt kaufen. In Selbstbedienung ist es insofern immer noch Usus, auch weil die Menschen dazu neigen, alles anfassen zu müssen. Bei einem Discounter waren sogar einmal Bananen in Plastik verpackt! Ein Einkauf direkt beim Erzeuger, dort mit Bedienung, lässt das Plastik Plastik sein. Sie kaufen es unverpackt. Kaufen mehr unverpackt… müsste sich der Handel mal was überlegen bzw wenn wir Konsumenten es wieder einmal nicht schaffen … gehört das auch wieder von der Politik vorgeschrieben!

scionescio
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@Hilderl: es ist schon längst etwas Besseres nachgekommen…

… nennt sich Wasserstofftechnologie!
Damit kann man einen E-Motor mit einer Brennstoffzelle betreiben und damit auch lange Strecken mit angemessener Geschwindigkeit ohne lange Ladepause zurücklegen, es direkt verbrennen, wie es Deutz gerade zeigt und BMW mit dem nächsten X5 präsentieren wird, man hat damit das Verteil- und Speicherproblem im Griff und kann damit vermehrt Solar- und Windkraftanlagen installieren, in Massen produziert, wird der Preis deutlich unter dem Spritpreis liegen und viel günstiger als der Stromverbrauch der BEV sein, die Stahl- und Zementindustrie wird CO2 neutral sein, es gibt eine gemeinsame Infrastruktur für Schwer- und Fernverkehr und selbst Schiffe und Flugzeuge funktionieren damit … dagegen schaut der Sondermüll Akku ziemlich alt aus - auch wenn das unwissende Fanmädis nicht verstehen und wahrhaben wollen 😉

melahide
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Ach liebes Zionienchen!!

Natürlich braucht es Wasserstoff. Als Energiespeicher, als Antrieb für Züge, Flugzeuge, Schwertransporter. Aber im Individualverkehr sind E-Autos mit Batterie derzeit immer noch effizienter. Ein großes E-Auto braucht sagen wir 20 kWh/100 km. Rechnen sie großzügig 10 % Speicher-Ladeverlust hinzu. Sind wir bei 22 kwh. Ein ebenso großes E-Auto mit Wasserstoffantrieb braucht derzeit 1-1,2 kg Wasserstoff/100 km. Das ist ein Energiegehalt von 33 bis 39 kWh. Auch hier kommen noch Ladeverluste hinzu, sie müssen den Wasserstoff komprimieren, transportieren. Braucht alles Energie. Wohl einmal zumindest das 2 1/2 fache der Batterieautos. Achtung: Natürlich muss der Strom, den man immer braucht, aus erneuerbarer Energie hergestellt werden. Da wird - zur Speicherung - Wasserstoff eine entscheidende Rolle spielen. Aber brechen Sie einmal aus dem Denken aus, dass wir etwas erzeugen müssen, dies dann von A nach B mittels LKW/Schiff/Tankstelle usw verteilen um es dann verdampfen zu lassen …

scionescio
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@Hilderl: wie nennt man jemanden …

… der wie eine tibetanische Gebetsmühle ständig Fake News aus der Fanbuben Echokammer verbreitet, obwohl ihm schon mehrmals bewiesen wurde, dass es unwahr ist?
Mangel an kognitiven Fähigkeiten oder doch Bösartigkeit - die Forenregeln lassen leider nicht zu, näher darauf einzugehen…

Gabi68p
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Eine …

… Ersparnis von EUR 15,00 auf 10 Jahre …. Wow … wieder einmal etwas ganz sinnvolles.
Und die Energie die wir ab sofort beim Licht sparen, brauchen wir ja eh für die tollen Elektroautos etc.
🤨 Auch hier würde „weniger ist mehr“ mehr bringen

Carlo62
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Und selbst diese Ersparnis wandelt sich in einen Verlust,

wenn man LED-Leuchten im gesamten betrachtet. Bei modernen LED-Leuchten lässt sich nämlich das Leuchtmittel nicht austauschen und es muss die gesamte Leuchte getauscht werden, was überhaupt nicht Nachhaltig und dazu noch sehr teuer ist.

Stony8762
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Und was ist mit LED-Glühbirnen? Die lassen sich sehr wohl tauschen!

Carlo62
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@Stony

Heutige LED-Leuchten werden nicht mit Retrofit-LED Lampen gefertigt. Die Retrofit Lampen mit E27 bzw. E14 Fassung sind die mieseste Lösung in Sachen LED und haben aufgrund der billigen integrierten Vorschaltgeräte eine recht kurze Lebensdauer.