Berufsschule TourismusErst 30 Jugendliche zur Ausbildung in Tourismusbetrieben angemeldet

Und sechs der 30 Lehrlinge, die seit 16. Juli in der Fachberufsschule für Tourismus zur Ausbildung angemeldet wurden, haben sich schon in den ersten Wochen selbst wieder abgemeldet. Schuldirektor Reinhard Angerer sieht einen Ausweg aus der Krise in besserer Vorbereitung vor Lehrbeginn.

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Frische Tiger Garnelen (Chef Koch in der Kueche)
Die Ausbildung zum Koch finden die jungen Menschen am spannendsten © karepa - stock.adobe.com
 

Zwischen 16. Juli und 23. August 2021 haben Kärntner Betriebe 30 neue Lehrlinge in der Fachberufsschule für Tourismus angemeldet. Sechs dieser Lehrlinge haben in dem Zeitraum die Lehrvereinbarung von sich aus schon wieder gelöst, sind also nicht mehr im Betrieb, sagt Reinhard Angerer, Direktor der Fachberufsschule Warmbad Villach.

Dass junge Menschen, die sich für die Ausbildung in der Branche entschieden haben, schon nach wenigen Wochen das Handtuch werfen, ist auch keine Seltenheit, und hat durchaus seine Gründe, weiß Angerer aus langjähriger Erfahrung. Abschreckend für viele sei, dass es in der Gastronomie und Hotellerie Betriebe gebe, wo sie quasi vom ersten Tag an voll als Arbeitskraft eingebunden sind. "Lehrlinge müssen aber als Auszubildende gesehen werden, nicht als volle Arbeitskraft. Sie brauchen Coaching, man muss sich Zeit nehmen, ihnen Dinge zu zeigen."

Meisten Ausstiege im ersten Lehrjahr

Die meisten Ausstiege aus der Ausbildungsschiene Tourismus gibt es laut Angerer im ersten Lehrjahr. Eben weil viele mit ihren Tätigkeiten überfordert seien. Als Beispiel nennt er einen Kärntner Betrieb, der sich bei ihm gemeldet habe. Der Lehrling könne am 13. September nicht der Einberufung in die Fachberufsschule folgen, weil man sonst den Betrieb zusperren könne. "Das kann ja nicht sein, dass ein Lehrling, der erst im Mai begonnen hat, derartig betriebsrelevant ist.

KK/Privat
Reinhard Angerer, Direktor der Fachberufsschule © KK/Privat

Vielmehr sollten diesem ja in den kommenden Jahren noch viele Dinge beigebracht werden", sagt Angerer. Und der Betrieb sei kein Einzelfall. Eine Möglichkeit, diesen ersten "Arbeitsschock" abzumildern, sieht Angerer in einer Vorbereitungsphase schon vor Antritt der Lehre im Unternehmen. Hier könne sich auch die Berufsschule sehr gut einbringen. Es brauche nur die entsprechende Finanzierung. Da müssten sich auch Wirtschaft und Gemeinden einbringen.

Anmeldungen unter dem Durschnittswert

Die Anmeldungen würden in diesem Jahr generell unter dem Durchschnittswert liegen. Und dadurch, dass von November letzten Jahres weg die Gastronomie für so viele Monate geschlossen war, seien rund 80 bis 90 Erstklässler quasi abhanden gekommen. "Aber wo sind diese hin? Es fehlen ja auch in anderen Sparten Lehrlinge", wundert sich Angerer.

Job des Kochs am gefragtesten 

Am wenigsten Interesse gibt es für die Ausbildung Gastronomiefachfrau/Gastronomiefachmann, hier wurde bisher nur ein Lehrling angemeldet. Am spannendsten scheinen die jungen Menschen noch die Ausbildung zum Koch zu finden, hier startet die Fachberufsschule im Herbst mit zumindest 13 Schülern. Den Job des Hotel- und Gastgewerbeassistenten streben 8 Lehrlinge an.

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