Fast 90 Prozent des BIPÖsterreichs Schulden auf Rekordniveau

Der Bund hat so viele Schulden wie noch nie. Gleichzeitig kann Österreich die Last wegen niedriger Zinsen relativ günstig finanzieren.

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Finanzminister Gernot Blümel
Finanzminister Gernot Blümel © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Corona-Pandemie hat den österreichischen Schuldenstand auf ein Rekordniveau von fast 90 Prozent des BIP getrieben, gleichzeitig ist aber der Zinsaufwand erstmals in der Geschichte der Republik unter ein Prozent des BIP gesunken. Das bedeutet, dass sich Österreich seine Schuldenlast relativ günstig finanzieren kann, während andere Länder wie etwa Italien unter den hohen Zinskosten leiden.

Durch die gute Haushaltspolitik in den Jahren vor der Corona-Pandemie sei Österreich "gut gerüstet" gewesen und konnte sich am Kapitalmarkt "rasch und günstig refinanzieren". "Das ist nicht zuletzt auch der guten Arbeit der Bundesfinanzierungsagentur zu verdanken", sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) bei einem Besuch in der OeBFA.

2019 lagen die Schulden bei 70 Prozent

In der Zeit vor der Covid-Krise konnte der öffentliche Schuldenstand von einem Höchststand von 85 Prozent des BIP im Jahr 2015 auf 70,5 Prozent im Jahr 2019 verringert werden. Dadurch habe sich der effektive Zinsaufwand - die realen Kosten der Schulden - stark verringert. Betrugen diese im Jahr 1995 noch 3,5 Prozent des BIP (nominell 6,2 Milliarden) so waren es Ende 2020 nur mehr 1,1 Prozent (nominell 4,0 Milliarden).

Mit der Corona-Krise erhöhte sich die Schuldenquote erneut und betrug Ende 2020 83,9 Prozent des BIP. Bevor ein kontinuierlicher Abbau der Schuldenquote eintreten kann, rechnet das Finanzministerium 2021 mit einer weiteren Erhöhung auf 89,6 Prozent des BIP, was einem neuen Höchststand entspricht.

Diese Entwicklung wird allerdings zu keiner Erhöhung des effektiven Zinsaufwandes führen. Im letzten Jahr hat sich dieser - trotz Krise - abermals verringert und betrug 1,06 Prozent des BIP. Für 2021 ergeben die Prognosen, dass sich der Zinsaufwand zum ersten Mal in der Geschichte der Republik auf unter ein Prozent des BIP verringert. Auch in den Folgejahren rechnet die OeBFA mit einer weiteren Verringerung - nominell sowie in Prozent des BIP.

Österreich gilt als "Top-Schuldner"

Dies untermauere das gute Standing von Österreich als Top-Schuldner in der EU und den ausgezeichneten Ruf bei Investoren - lediglich Deutschland, die Niederlande, Finnland, Luxemburg können sich günstiger finanzieren. Dennoch werde es notwendig sein in den kommenden Jahren den Weg der Konsolidierung einzuschlagen.

"In den kommenden Jahren werden wir auf unseren Weg der Konsolidierung zurückkehren. Günstige Konditionen bei der Finanzierung dürfen nicht als Freifahrtschein für neue Schulden gesehen werden, denn wir wollen auch in Zukunft für etwaige Krisen bestens gewappnet sein", erklärte Finanzminister Blümel in einer Mitteilung.

Kommentare (45)
Toyota11000
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macht gar nichts

Japan hat glaube ich so 240%, da könnten wir noch zulegen.

SoundofThunder
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😏

Auf die Ausreden und Schuldzuweisungen bin ich schon neugierig 😏

leserderzeiten
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@Schuldzuweisung

Kreisky und Silberstein zB..

loa82
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Staatsschulden

Wenn man bedenkt unsere Schuldenquote ist seid der Corona Krise gleich um 1/5 auf über 90% des BIP gestiegen da fragt man sich war diese Geldverteilungsaktion notwendig. In anderen Staaten müssen die betriebe das erhaltene Geld Rückerstatten und was macht man bei uns man verlängert ohne sichtlichen Grund diese Aktion in den Herbst hinein wo man spricht die beschäftigungszahlen sind auf Niveo vor Coronkrisenausbruch..

ordner5
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Empörend!

Nachdem Katastrophenjahr wo viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren oder weniger Einkommen hatten, wäre eine Steuersenkung zwingend erforderlich. Was hört man, die Grünen wollen im Herbst mit einer ökosozialen Steuerreform uns neue Belastungen aufzwingen. Statt Entlastung eine Belastung. Ja geht's noch, sollen wir nur noch verarscht werden?

Lodengrün
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Konsolidierung verspricht Herr Blümel

Wir werden sehen wem die Last auf die Schultern geladen werden wird. Tipp. Die Wahlsponsoren der Türkisen wird es nicht treffen.

voit60
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da sind die verschenkten Millionen an die AUA bzw. Eigentümer Lufthansa

ja nur eine Kleinigkeit, die zwar nichts gebracht hat, Mitarbeiter werden jetzt trotzdem entlassen.

seierberger
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Rekordstand

Jetzt könnten wir die 13 Mrd, welche Hl. Jörg und seine Jünger und damit auch Wähler verbrannt haben, gut gebrauchen.

ulrichsberg2
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So blöd muss man sein - den Verkauf der H. Bank an die Bayern zu verhindern.

Kärnten hätte keine nachwirkende Schulden gehabt, wenn das Kaufangebot angenommen worden wäre.

voit60
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und mit Unterstützung

vom Pröll, seines Zeichen damals ÖVP-Finanzminister

WASGIBTSNEUES
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Geldvernichtung

wenn man so b.... ist das man Gelder an Grossfirmen ohne Rückzahlungsverpflichtung schenkt kommt nichts anderes raus...

GanzObjektivGesehen
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Auch Grossfirman zahlen aber Gehälter von denen Menschen leben.....

rouge
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Rauf geht schneller als runter

Mit Wirtschaftswachstum alleine wird der Schuldenberg nicht viel kleiner werden. Außerdem muß auch in den nächsten Jahren mit unerwarteten Ausgaben gerechnet werden. Stichwort Klimawandel. Höhere Abgaben und verminderte Leistungen des Staates sind die Folge.

menatwork
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Die billigen Kredite werden durch Enteignung der Massen finanziert

das ist also kein Grund zum Zurücklehnen, denn den Preis bezahlen all jene, deren Erspartes nicht für große Investments ausreicht und die dafür jetzt Aufbewahrungsgebühren zahlen müssen statt Zinsen zu erhalten.

Und das perfide daran: steigen die Zinsen irgendwann wieder einmal, werden es erneut die Normalverdiener sein, die man belastet, denn davon gibt es einfach mehr.

Miraculix11
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Wer so blöd ist für sein Geld Aufbewahrungszinsen zu zahlen...

...verdient nichts anderes.

voit60
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20 Jahre Schuldenpolitik

vom ÖVP-Finanzminister.

hortig
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@voit60

Und roten Kanzlern. Und der Minister tut was der Kanzler sagt. Genau schauen, die letzten Jahre nach Ende der SPÖ Führung kam es zu einem Abbau.

voit60
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seit wann

ist ein Minister Weisungsgebunden in Österreich?

GanzObjektivGesehen
9
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BRUNO KREISKY.

Ein großer Staatsmann und dennoch der Beginn der Schuldenpolitik in Österreich.
Kann man ihm vorwerfen, auch wenn es eigentlich egal ist. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht der, der mehr besitzt die Welt kontrolliert sondern der der die Schulden kontrolliert.

Weltweit !

wischi_waschi
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Oh Wunder!

Wen man halt mehr ausgibt als einnimmt , na das ist mal die logische Folergung Herr Finanzminister!
Eigentlich lernt man das in der Volksschule.........

ellen64
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Jo wenn er doch nur einen

Laptop hätte🆘 Dann wär‘s ja ganz etwas Anderes!

voit60
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er hat ja eh einen

aber den muss der Ärmste ja mit seiner Liebsten teilen, und die geht eben, wie bekannt, gern damit sparzieren.

Amadeus005
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Fein für Häuslbauerkredite

Die werden wohl mit profitieren.
Und alle, die schon jetzt reich sind. Weil die müssen nicht mit Sparbuchzinsen arbeiten. Die haben profitablere Methoden auf Kosten der beispielsweise Mieter.

Trieblhe
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@Amadeus

Es steht übrigens jedem frei nicht „mit Sparbuchzinsen arbeiten zu müssen“, sondern sich am Kapitalmarkt zu engagieren.

Amadeus005
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Empfehlung für 10-50 k€ für ein paar Jahre?

Ideen sind gerne willkommen.

Stefan123
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Günstig Zinsen

.... schon traurig, dass wir uns immer mehr verschulden, obwohl die Zinsen historisch niedrig sind.
Gerade für Corona Maßnahmen hat man nicht die Unterstützt die es brauchten, sondern vielfach Unternehmen, welche das Geld nun an die Eigentümer oder Aktionäre ausschütten.

 
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