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Baubranche in der Coronakrise Porr: 42 Millionen Euro Verlust und Auftragshöchststand

Finanzielle Großbaustellen: Der Porr machen Corona und die Wettbewerbsbehörden zu schaffen. Dafür registriert der Bauriese in Sachen Auftragseingang ein "All-Time-High".

© APA/ROLAND SCHLAGER
 

Die Coronapandemie hat den Baukonzern Porr 2020 tief in die Verlustzone gedrückt. Unter dem Strich blieb ein Fehlbetrag von 42,4 Millionen Euro. Im Jahr davor waren noch Gewinne in Höhe von 27,8 Millionen Euro erzielt worden. "Wir haben durch Covid eine Delle", erklärte CEO Karl-Heinz Strauss am Montag bei der Online-Bilanzpressekonferenz. Doch auch "Belastungen aus der Neubewertung von Projekten" dämpften das Ergebnis, so Finanzvorstand Andreas Sauer. Die Dividende wird gestrichen.

"Großbaustellen" finanzieller Natur hat der Konzern derzeit auch mit der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) sowie im Konflikt um Auftragskündigungen - zum einen mit der Brenner-Basistunnel-Errichtergesellschaft BBT, zum anderen betreffend eine Brücke im deutschen Leverkusen. Der fast 1 Milliarden Euro schwere BBT-Konsortialauftrag wurde der Porr im Oktober 2020 entzogen - gestritten wird um die technische Ausführung -, die rund 300 Millionen Euro schwere Rheinüberquerung in Deutschland verlor die Porr wegen der Qualität des eingesetzten Stahls aus China im April 2020. Die Rechtsstreitigkeiten dauern an. "Mit der BBT sind wir in konstruktiven Gesprächen, in Deutschland werden wir eine Klage auf Schadenersatz einbringen", so Strauss.

Rückstellungen im mittleren Bereich

Für die Wettbewerbsverletzungen, welche die BWB aufdeckte, wurden laut Strauss "2020 Rückstellungen im mittleren Bereich gemacht". Näheres wollte er mit Verweis auf das noch laufende Verfahren nicht sagen. "Wir geben keine Betrag bekannt, aber wir glauben, wir haben hier vorgesorgt." In Summe seien von den Kartellvorwürfen 50 bis 60 Baufirmen betroffen, "drei bis vier davon aus dem Porr-Konzern", räumte Strauss ein.

Besonders "erfreulich" fällt für die Porr dafür der Auftragsbestand aus. Trotz Krise ist dieser um 12,2 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro angestiegen. Ein "All-Time-High", wie es aus dem Konzern heißt.

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