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Wohnungspreise in ÖsterreichEigentumswohnungen binnen zehn Jahren um 70 Prozent teurer

Im Fünfjahresvergleich zogen die Preise für Eigentumswohnungen um über ein Viertel (26,1 Prozent) an, im Zehnjahresvergleich sogar um 70 Prozent.

© (c) Gina Sanders - stock.adobe.com (Erwin Wodicka)
 

Anhaltend niedrige Zinsen und die Verunsicherung durch die Coronapandemie haben im vergangenen Jahr zu einer weiter steigenden Nachfrage nach Eigentumswohnungen geführt, insbesondere bei Anlegern. Die Preise legten 2020 erneut zu, wenngleich der Anstieg mit 4,3 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag. Im Fünfjahresvergleich zogen die Preise für Eigentumswohnungen um über ein Viertel (26,1 Prozent) an, im Zehnjahresvergleich sogar um 70 Prozent.

Das geht aus Daten des Immobilienmarktexperten Remax hervor, die auf tatsächlich verkauften und verbücherten Wohnungen in Österreich basieren. Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer geht davon aus, dass noch im heurigen Jahr das Angebot an Eigentumswohnungen wieder steigen wird. "Dies wird in weiterer Folge dazu führen, dass die Preiskurve weiter abflachen wird bzw. in vielen Regionen die Preise sogar nachgeben werden. Nichtsdestotrotz bleiben Eigentumswohnungen für die Eigennutzung, aber auch als Anlageform und zur Pensionsvorsorge weiter begehrt und vor allem empfehlenswert", so der Branchenvertreter.

Die teuersten Bundesländer im Überblick

Am teuersten waren Wohnungen im Vorjahr in Vorarlberg mit einem Quadratmeterpreis von 4436 Euro, dahinter folgten Wien (4186 Euro), Salzburg (4026 Euro) und Tirol (4014 Euro). Am günstigsten waren die Quadratmeterpreise im Burgenland mit 2341 Euro, vor der Steiermark mit 2525 Euro und Kärnten mit 2803 Euro. In der Mitte fanden sich Ober- und Niederösterreich mit jeweils 2981 Euro pro Wohnungsquadratmeter. In allen Bundesländern zogen die Preise 2020 an. Die Bandbreite erstreckte sich laut Remax von +1,3 Prozent (Salzburg), +2,4 Prozent (Wien) bis +12,7 Prozent (Vorarlberg) und +20,9 Prozent (Burgenland).

Die teuersten Bundesländer sind Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Wien, die teuersten Landeshauptstädte Bregenz, Innsbruck und Salzburg. Unangefochten an der Spitze steht nach wie vor der 1. Bezirk in Wien mit 10.318 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ‒ gegenüber 2019 ist das jedoch ein Preisverfall von rund 17 Prozent. Auf Platz zwei kommt der Bezirk Landstraße, wo sich die Quadratmeterpreise um fast 10 Prozent auf 5418 Euro verteuerten. Der "Kanzlerbezirk" Meidling wurde um 17 Prozent teurer und hatte damit die stärkste Zuwachsrate. Die günstigsten Quadratmeter waren im Bezirk Brigittenau zu finden.

In Wien hat sich der Anstieg der Wohnungspreise im Jahr 2020 eingebremst. Im Durchschnitt kostete eine Eigentumswohnung 247.253 Euro, um nur 0,4 Prozent mehr als 2019. Mit 14.795 neu verbücherten Eigentumswohnungen legte Wien um 249 Einheiten gegenüber 2019 zu.

Durchschnittsgrößen der Wohnungen gesunken

Ganz anders sieht es im Burgenland aus. Dort sind die Wohnungen zwar österreichweit noch immer am günstigsten, mit fast 11 Prozent sind sie aber prozentuell am meisten gestiegen. Besonders gefragt war der Bezirk Neusiedl am See: Dort kostete eine Eigentumswohnung im Schnitt 159.154 Euro und damit um über ein Drittel mehr als noch im Jahr 2019 ‒ laut Remax ein neuer burgenländischer Rekord.

Absolut wie relativ den höchsten Zuwachs an neuen Wohnungseigentümern verzeichnete im Vorjahr Oberösterreich. In Summe wurden 6491 neue Wohnungen verbüchert, ein Plus von fast 10 Prozent. Auch in Vorarlberg, Wien und der Steiermark wurden im vergangenen Jahr mehr Wohnungen verkauft als 2019. Im Burgenland, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und Tirol gab es hingegen weniger neue Wohnungseigentümer. In ganz Österreich wurden im Vorjahr 50.386 Eigentumswohnungen gekauft, nach 49.832 im Jahr 2019.

Österreichweit gesehen bezahlte ein Viertel aller Wohnungskäuferinnen und -käufer maximal 138.000 Euro pro Wohnung. Die Preissteigerung in diesem Segment lag bei 6,2 Prozent. Das oberste Viertel bezahlte im Schnitt 295.000 Euro, um 3,9 Prozent mehr als 2019. "Es ist schon sehr bedenklich, wenn die Wohnungspreise in absoluten Zahlen oben wie unten fast gleich schnell steigen", räumte Remax-Experte Anton Nenning ein. Der Preisdruck sei nachfragegetrieben von Menschen, die in eher kleineren Wohnungen als Single leben wollen oder müssen oder tendenziell kleinere Wohnungen als Anlageform kaufen.

In den Jahren 2010 bis 2017 sind die Durchschnittsgrößen der gehandelten Wohnungen gesunken. Seither gehen sie wieder nach oben, wenngleich nicht in großen Sprüngen.

Kommentare (9)
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VH7F
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8
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Die Vermögenspreisinflation geht hurtig weiter

Das findet sich halt im Verbraucherpreisindex nur über die Mieten wieder?

SANDOKAN13
11
11
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So ein Unsinn

Habe meine Wohnung fast zum selben Preis verkaufen müssen, wie ich es vor 8 Jahren gekauft habe, ganz einfach weil kein Käufer die sogenannte "Wertseigerung" zu zahlen. Man bekommt immer nur den Preis, den ein Käufer bereit ist, zu zahlen. Auf dem Papier kann man bald einmal eine Zahl hinschreiben

scouty
1
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tjo

ja da haben sie was falsch gemacht, vielleicht zu teuer gekauft damals

Guccighost
0
4
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Es kommt auch darauf an

Wie schnell man verkaufen muss.
Wenn man Zeit und Geduld hat bekommt man sicher mehr

Hieronymus01
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Das hängt ganz von der Lage und Ausstattung ab.

Glaun kaum dass der Preis für eine Wohnung ohne Balkon in Eisenerz gestiegen ist.
Dagegen eine Wohnung in G oder. GU umso mehr.

melahide
4
8
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Haben sie

recht. Man braucht sehr viel Geduld und Glück. Ein Nachbar hat jemanden gefunden der bereit war den ausgerufenen Preis zu zahlen (also ca 50 % plus von seinen Kaufpreis). Aber es ist ziemlich schwierig.

kukuro05
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und die Sozen....

....schlafen! Oder sind im Dauerwahlkampf

Mezgolits
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13
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Anhaltend niedrige Zinsen ...

Vielen Dank - ich meine: Anhaltend niedrige Zinsen sind
das Ergebnis von der EU- und EUZB-Mißwirtschaft. Erf. M

aToluna
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3
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Anhaltend niedrige Zinsen ... Leitzins

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