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Automaten von Drittanbietern An fast jedem fünften Bankomaten ist Geldbehebung nicht gratis

Im Parlament wurden die Bargeldversorgung diskutiert. SPÖ will Wiederinkrafttreten der Corona-Kreditstundungen, FPÖ Überziehungszinsen deckeln. Standorte von Drittanbietern mit kostenpflichtigen Abhebungen hätten in der Relation zugenommen und machen derzeit 17 Prozent aus.

© Jrgen Flchle - Fotolia
 

Parlamentarier haben sich wieder der kostenlosen und wohnort- und bankzeitenunabhängigen Bargeldversorgung in Österreich angenommen. In einem Hearing im Konsumentenschutzausschuss beklagte Gabriele Zgubic von der Arbeiterkammer Wien, dass der Zugang zum eigenen Bargeld aufgrund von Kontoführungsgebühren oder Zeilengebühren schon jetzt nicht wirklich kostenlos sei. Zudem habe sich die Bankomatdichte verändert. An etlichen Standorten sei Geldabheben nicht mehr gratis machbar.

Im Herbst 2018 hatte der Verfassungsgerichtshof (VfGH) befunden: Konsumenten, die an Automaten von Drittanbietern - also von anderen Finanzdienstleistern - abheben, erhalten dafür in Rechnung gestellte Gebühren nicht von ihrer Hausbank erstattet.

Die Standorte von Drittanbietern mit kostenpflichtigen Abhebungen hätten in der Relation zugenommen und machten derzeit 17 Prozent aus, kritisierte die Arbeiterkammerexpertin. Bei Gebühren dieser Drittanbieter ortete sie auch ein Transparenzproblem. Durch Schließungen von Bankfilialen würden sich Abhebemöglichkeiten noch verringern. Hauptbetroffene wären Menschen am Land und ohne eigenes Fahrzeug.

Höheres Limit beim kontaktlosen Zahlen

Franz Rudorfer, Geschäftsführer der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich, hielt fest, dass die Zahl der Bankomaten im Jahresverlauf auf über 9000 angestiegen sei, wovon 83 Prozent kostenlose "Bank-Bankomaten" seien. Österreich habe eines der dichtesten Filialnetze von Geldinstituten, wofür es sogar massive Kritik von der österreichischen und europäischen Aufsicht gebe. Tausende neu hinzugekommene Bezahlterminals in Handel und Betrieben hätten zusammen mit dem höheren Limit beim kontaktlosen Zahlen in der Coronakrise Druck von der Bargeldversorgung genommen. Rudorfer zufolge denkt auf Bankenseite niemand nach, die Anhebung des Limits rückgängig zu machen.

Eine neue Initiative für eigenes Gesetz gegen Bankomatgebühren, wie von SPÖ-Abgeordnetem Andreas Kollross gefordert, fand auch gestern, Dienstag, keine Mehrheit. Der Gemeindebund will neuerlich den Verfassungsgerichtshof mit den Bankomaten befassen. Die Behandlung eines FPÖ-Entschließungsantrags, für Kontoüberziehungen einen "Corona-Überziehungszinssatz" von maximal 5 Prozent vorzusehen, wurde vom Ausschuss gestern Abend vertagt.

Ebenfalls vertagt wurden zwei Forderungen der SPÖ an Minister Rudolf Anschober (Grüne). Die SPÖ kritisiert in einem Entschließungsantrag, dass die im Vorjahr beschlossene zehnmonatige Stundungsmöglichkeit für Kredite im Jänner dieses Jahres nicht verlängert wurde. Die SPÖ fordert nun einen Gesetzesvorschlag, wonach Kreditinstitute jene Zinsen, Spesen und Gebühren von Krediten, die mit einer aufgrund der Corona-Krise gesetzlich geregelten Stundung verbunden sind, nachträglich nicht erhöhen dürfen.

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Danke für Ihr Verständnis.

paulrandig
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Wie kann ich einen solchen gebührenpflichtigen Bankomaten eigentlich erkennen?

Oder wird da einfach abgebucht ohne mich zu informieren?

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Ist wie mit Porto

Jeder Artikel soll billig sein, gleichzeitig noch der Transport mehrere Hundert Kilometer für umsonst. Der nächste Schritt ist dann, dass der Zusteller dem Empfänger noch 10€ gibt, als Dank für die Bestellung und dass er seinen Job gesichert sieht. Geiz ist nicht immer geil. Geizig sein ist schäbig! Und das Übel im Grunde genommen heutzutage schlichtweg. Hier dasselbe: Darf nichts kosten, gleichzeitig möchte man überall sein Geld zur Verfügung stehen haben. Zukünftig sollen also Banken statt 100€ 110€ auszahlen, damit manche zufrieden sind. Alles klar.

paulrandig
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Tingel

Ich zahle als Konsument Gebühren für das Führen meines Kontos und die Bankomatkartenfunktion. Warum soll ich noch einmal extra zahlen? Und wofür sind die Gebühren dann, die ich zahle? Zusätzlich hat die Bank auch noch mein Geld, das ich ihr zwischen meiner Einzahlung und dem Abheben überlasse um damit zu arbeiten. Praktisch zinsloser Kredit. Ich krieg ja auch nichts von den Zinsen, die die Bank einhebt, wenn sie mein Geld während ich es dort liegen habe, verborgt.

melahide
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So geht es halt

Früher ging man mit Zahlscheinen auf die Bank, direkt zum Schalter, sah dort einen Menschen der die Überweisungen ausführte. Das wurde dann durch eine Box ersetzt. Die Gebühren wurden aber nicht billiger. Die Box wurde bald durch online Banking ersetzt, wo man jetzt alles selber macht. Gebühren gehen aber nicht runter. Jetzt zahl ich zwischen 3 und 5 Euro wenn ich am Schalter was machen wollen würde ... schwub. Und jetzt kostet Geld abheben auch schon was. An der Maschine

tenke
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Bitte differenzieren.

Wenn man hier gewissen Banken Vorwürfe machen kann, dann sind es die Online-Institute, denn diese betreiben KEINEN EINZIGEN Automaten (auch die bank99). Da wundert es nicht, dass diese so 'günstige' Produkte anbieten können, die Infrastruktur stellen ja eh die Filialbanken bereit. Eigentlich ist es eine Frechheit, wenn man bei der Behebung an einem fremden Automaten KEINE Gebühren zahlen muss. Wie kommen z.B. die österr. Raiffeisenbanken mit dem dichtesten Infrastrukturnetz (und damit deren Kunden) dazu, für die anderen die Bargeldversorgung zu finanzieren? Vor allem in ländlichen Gebieten ist immerhin beinahe jedes Gerät von Raiffeisen. Diese Tatsache dürfte fairerweise schon in die Wahl des eigenen Institus einfließen.

pescador
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Geldbehebung nicht gratis

Warum soll Geldbehebung gratis sein? Wird der Bankomat von Firmen gratis hergestellt? Füllt sich der Bankomt wenn er leer ist von allein? Kommen zur Gerätewartung über Nacht Heinzelmännchen? Alles nein? Na dann ist wohl klar, warum diese Dienstleistung etwas kosten kann.

tenke
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Danke für Ihren Kommentar.

Leider wollen viele einfach nicht verstehen, was Infrastruktur, EDV etc. kosten. Da hilft die beste Argumentation nichts. Ich persönlich hoffe, dass sich bezüglich der Behebungsentgelte dahingehend etwas ändert, dass der Automatenbetreiber dem kontoführenden Institut die vollen Kosten weiter verrechnen kann. Nur so kann ein fairer und transparenter Wettbewerb entstehen.

SagServus
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...

Dann sollten sich die Banken mal entscheiden was haben wollen.

Entweder Schalterpersonal das kostet oder onlinebanking wo der Kunde eh alles selbst machen soll.

Wenn zweiteres, sind die Betriebskosten natürlich über die Kontoführungsgebühren abgegolten.

steirischemitzi
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Naja...

Ich bezahle 120€ im Jahr Kontogebühr (extl Kartenentgelt) Dafür darf ich sämtliche Überweisungen, Sparen, Wertpapiere etc online durchführen! Die Bank hat immer seltener offen und wenn man mal eine "manuelle" Anweisung braucht, zahlt man wieder extra bzw wird auf die Automaten in der Bank verwiesen... also da darf die Geldbehebung dann schon kostenlos sein mMn.

ronin1234
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Reaktion

Wurde alles bereits durch die Bankomatgebühr bezahlt.