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Auch in Österreich Firmenkunden: Immer mehr Banken setzen auf negative Einlagenzinsen

Laut Österreichischer Nationalbank trotzdem sprunghafter Anstieg der Einlagen von Firmen bei Banken. Unternehmenskreditwachstum nach staatsunterstütztem Boom Ende 2020 wieder früherem Niveau.

© APA/Roland Schlager
 

Vermehrt geben Banken auch in Österreich die "Strafzinsen" der Europäischen Zentralbank (EZB) - also die Negativzinsen auf Gelder, die Banken bei der EZB parken - an ihre Unternehmenskunden weiter. Dies gilt für Einlagen großer Kunden, zum Teil auch als Verwahrentgelt benannt. Am Mittwoch hat die Osterreichische Nationalbank (OeNB) einen Überblick über die Marktzins-Entwicklung von 2020 veröffentlicht, speziell zu Jahresende gab es da neue Entwicklungen.

Auf private Spareinlagen sind in Österreich Negativzinsen kraft eines Höchstgerichts-Urteils aus dem Jahr 2009 nicht erlaubt.

Im Firmenbereich sind aber trotz stärkerer Verbreitung von negativen Zinssätzen Einlagen bei Banken im Jahr 2020 sowohl in Österreich (19,7 Prozent) als auch im Euroraum (19,4 Prozent) sprunghaft angestiegen, wofür nicht zuletzt aufgeschobene Investitionen ein maßgeblicher Grund sein dürften, schrieb die Notenbank am Mittwoch.

Im Dezember 2020 lag der kapitalgewichtete Durchschnittszinssatz für täglich fällige Unternehmenseinlagen erstmals in Österreich mit minus 0,002 Prozent im negativen Bereich. Der Zinssatz für kurzfristig neu veranlagte Einlagen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr war bereits in der Vergangenheit negativ und wies im Dezember 2020 minus 0,14 Prozent auf.

Im Euroraum sehr weit verbreitet

Negative Einlagenzinssätze sind im Euroraum insgesamt sehr weit verbreitet, schilderte die Notenbank. So lag der kapitalgewichtete Durchschnittszinssatz täglich fälliger Unternehmenseinlagen im gesamten Euroraum bei minus 0,01 Prozent, jener von Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bei minus 0,20 Prozent.

In Deutschland schlugen sich negative Zinssätze bei kurzfristig neu vergebenen Einlagen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu einem Jahr nicht nur bei Unternehmen (minus 0,42 Prozent), sondern erstmals auch bei privaten Haushalten (minus 0,01 Prozent) auf den kapitalgewichteten Durchschnittszinssatz in dieser Kategorie durch.

In Österreich sind negative Einlagenzinssätze auf Spareinlagen privater Haushalte aufgrund eines OGH-Urteils nicht möglich, der Zinssatz für neue Einlagen mit vereinbarter Laufzeit von bis zu einem Jahr wies im Dezember 2020 einen Wert von 0,23 Prozent auf, der Euroraum-Vergleichswert lag bei 0,16 Prozent. Ob und in welchem Ausmaß sich aktuelle Marktentwicklungen (Rückzug aus dem Privatkundengeschäft einer großen Direktbank/ING Diba) in den Aggregaten niederschlagen, werden nach Angaben der Nationalbank die Daten für März zeigen.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie haben staatliche Hilfsmaßnahmen das Kreditwachstum bei Unternehmen angekurbelt, und zwar auf 7,2 Prozent im April 2020 (nach 5,4 Prozent im Februar 2020). In der Folge ermäßigte sich der Zuwachs im Dezember auf 5 Prozent und damit auf das Level vor der Pandemie. In anderen Ländern der Eurozone war die Dynamik höher.

Die Banken haben in der Coronakrise nicht nur an Kreditgarantien an Firmen mitgewirkt, sondern auch Haushalten und Firmen Kredite gestundet. Der Anteil der coronabedingt gestundeten Kredite am gesamten aushaftenden Kreditvolumen privater Haushalte und nichtfinanzieller Unternehmen hatte im Juni 2020 seinen Höchstwert (9 Prozent). Dabei wurden 206.000 Kredite mit einem Kreditvolumen von rund 30,6 Mrd. Euro gestundet. Bis Jahresende ging das gestundete Kreditvolumen auf 14,1 Mrd. Euro zurück, davon 5,6 Milliarden an den Unternehmenssektor und 8,5 Milliarden an private Haushalte.

Kommentare (4)
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Sicherheitsfachkraft
1
9
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wie meinte die Redaktion den folgenden Text?

Auch in Österreich Firmenkunden: Immer Banken setzen auf negative Einlagenzinsen
Laut Oesterreichischer Nationalbank trotzdem sprunghafter Anstieg der Einlagen von Firmen bei Banken. Unternehmenskreditwachstum nach staatsunterstütztem Boom Ende 2020 wieder früherem Niveau.

Da habe ich doch glatt vergessen weiterzulesen, sorry die Überschrift war mir schon zu viel!

loeffler93
0
9
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Deutsche Sprache - schwere Sprache

Rechtschreibfehler, fehlende Worte, sachliche Fehler.
Sowohl in der Printausgabe als auch Online häufen sich die Fehler. Anscheinend liest den Text keiner mehr durch bevor er rausgeht.

Reipsi
0
3
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Immer Banken setzen . . .

Was soll das heißen, immer Banken setzen . . . ??

smithers
0
4
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Fehlt da etwas in der Headline?