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US-Tochter wird aufgegebenNach 15 Jahren "Problemehe": Adidas verkauft Reebok

Reebok sollte für Adidas die Lücke zum US-Branchenprimus Nike verkleinern. Gelungen ist das nicht. Jetzt soll der "Fehlgriff" verkauft werden. Doch an wen? Einen Käufer gibt es noch nicht.

© AFP
 

Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas trennt sich von seiner US-Tochter Reebok. Der US-Sportschuhhersteller sollte für Adidas die Lücke zu Nike schließen helfen - doch die Partnerschaft "ging" nie gut. Jetzt wollen beide getrennte Wege gehen.

In Zukunft will sich das Unternehmen darauf konzentrieren, die führende Position der Marke Adidas weltweit zu stärken. Einen Käufer gibt es derzeit nicht. Allerdings hat die US-Basketball-Legende Shaquille O'Neal Interesse angemeldet. O'Neal hat sich nach seiner aktiven Sportler-Laufbahn als erfolgreicher Geschäftsmann etabliert. Auch der US-Rapper Master P. soll Interesse bekundet haben, mehrere Finanzinvestoren ebenso.

Shaquille O'Neal
Interessiert: Shaquille O'Neal Foto © AP

"Aufgegebener Geschäftsbereich"

Die US-Tochter werde vom ersten Quartal an als "aufgegebener Geschäftsbereich" ausgewiesen. "Nach sorgfältiger Abwägung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Reebok und Adidas ihr Wachstumspotenzial unabhängig voneinander deutlich besser ausschöpfen können", sagt Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted.

Kasper Rorsted
Kasper Rorsted Foto © AP

Weitere Details zur strategischen Ausrichtung von Adidas bis 2025 will der Konzern am 10. März auf einem virtuellen Investoren- und Medientag bekanntgeben. Einen Zeitrahmen für den Verkauf gibt es derzeit nicht.

Der "Rehbock" aus Amerika

Reebok International Limited expandierte ab den 1980er Jahren in den USA durch einen Lizenznehmer und gehört seit 2006 als Tochtergesellschaft zur Adidas AG. 

Der Name stammt von dem Afrikaans- und englischen Wort Rhebok für die afrikanische Rehantilope (auf Afrikaans heute Ribbok, allgemein für Rehbock).

Adidas hatte Reebok 2006 gekauft. Der damalige Adidas-Chef und heutige Präsident von Bayern München, Herbert Hainer, hatte mit dem Zukauf versucht, die Lücke zum US-Branchenprimus Nike zu verkleinern.

"Kooperation als Fehlgriff"

Adidas ist mit deutlichem Abstand weltweit Nummer zwei der Branche. Der Konzern mit Sitz in Herzogenaurach hatte damals 59 US-Dollar (aktuell 49 Euro) pro Reebok-Aktie bezahlt und damit mehr als drei Milliarden Euro auf den Tisch legen müssen. Der aktuelle Verkaufspreis dürfte deutlich darunter liegen, weshalb die 15 Jahre dauernde Kooperation auch als Fehlgriff eingeschätzt wird. Reebok hatte dem deutschen Sportartikelhersteller immer wieder die Bilanz verhagelt.

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