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PersonalkürzungenEklat bei MAN: Betriebsrat bricht Verhandlungen ab

Die Manager der börsennotierten VW-Tochter Traton wollen MAN profitabel machen und Mitarbeiter abbauen. Dafür braucht es ein Einvernehmen mit dem Betriebsrat. Der fürchtet die Abwicklung des LKW-Bauers.

Dem MAN-Werk in Steyr droht die Schließung
Dem MAN-Werk in Steyr droht die Schließung © APA/FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUM
 

Der MAN-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall haben die Verhandlungen mit dem Management über den massiven Stellenabbau bei dem Lastwagenbauer abgebrochen. Betriebsratschef Saki Stimoniaris sagte am Mittwoch in München: "Das Unternehmen ist keinen Millimeter von seinen Kahlschlag-Plänen abgerückt. So verhandelt man nicht, das ist unanständig. Wir lassen uns nicht vorführen und kehren erst an den Tisch zurück, wenn das Unternehmen ernsthaft zu Verhandlungen bereit ist."

Der zur VW-Tochter Traton gehörende Lastwagenhersteller hatte im September angekündigt, 9.500 Stellen in Deutschland und Österreich zu streichen, Teile der Produktion zu verlagern und einzelne Standorte zu schließen. Mit der Aufkündigung der bis 2030 geltenden Standort- und Beschäftigungssicherungsvereinbarungen seien auch betriebsbedingte Kündigungen möglich, erklärte der Betriebsrat.

Dem MAN-Werk im oberösterreichischen Steyr mit 2.200 Beschäftigten droht die Schließung. Auch die Werke in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) wackeln. Der Vorstand kündigte zuletzt den Beschäftigungs- und Standort-Sicherungsvertrag, mit dem Mitarbeiter vor Entlassungen geschützt werden sollten.

Weg zur Profitabiltät

Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei MAN Truck & Bus, sagte: "Die IG Metall wird es nicht tolerieren, dass der MAN Unternehmensvorstand – offensichtlich ohne tragfähiges Zukunftskonzept für die Belegschaft – die Abwicklung eines der letzten Nutzfahrzeughersteller in Deutschland kompromisslos vorantreibt." Stimoniaris sagte, die Unternehmensvertreter "sollen selbst erklären, warum diese stolze MAN abgewickelt werden soll – denn nichts anderes stellen die Pläne des Unternehmens dar."

Traton-Chef Matthias Gründler und MAN-Chef Andreas Tostmann wollen den defizitären Münchner Lkw- und Bushersteller dauerhaft profitabel machen und dafür 9.500 der weltweit 36.000 Arbeitsplätze streichen, vor allem in Deutschland und Österreich. Die beiden Manager stehen unter dem Druck des Volkswagen-Konzerns, nachdem bereits ihre Vorgänger über den Streit mit den Arbeitnehmern gestürzt waren.

 

 

Kommentare (8)
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wischi_waschi
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Hallo

WV ist nach wie vor die Nr. 1 weltweit , auch mit dem Dieselskandal.
Unverständlich..........

Ogolius
1
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Einfach...

keinen VW mehr kaufen! Wenn‘s auch zuvor an die Bediensteten abgewälzt wird - die Politik ist viel zu sehr verwoben, um fallende Verkaufszahlen in Europa zu akzeptieren. Eine der Möglichkeiten, das Management zum Philosophiewechsel zu bringen. Steige mit Ende dieses Jahres aus dem VAG Vertrag aus - es gibt auch andere Autobauer, die Gleiches sogar günstiger und mit mehr Garantie verkaufen.

Duftwolke
2
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Auslagerung

MAN Weiß, dass es sich in der Türkei viiiiiiel billiger fertigen lässt. Bei den Bussen macht MAN das schon lange.

Lodengrün
20
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Die Zeit

der Verhandlungen ist vorbei. Sollen froh sein wenn es noch einen Betriebsrat gibt. Die Türkisen würden auch gern auf die Sozialpartnerschaft verzichten. GMax ist das Ziel der Zeit. Kammern und Gewerkschaften sind da nur ein Klotz am Bein.

scionescio
9
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Der Umstieg auf die von der Gesetzgebung verordnete Elektromobilität kostet eben viele Milliarden...

... und da sich damit auf absehbare Zeit nichts ändern wird, muss eben woanders gespart werden - irgendwoher muss das Geld ja kommen.
MAN wird nicht das letzter Opfer dieser dummen und kurzsichtigen Politik sein!

georgXV
2
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VW

und das VW Management, Mitarbeiter und Betriebsräte genehmigen sich weiterhin jährliche Gehaltserhöhungen, die weit über dem Branchendurchschnitt sind.
Genauso werden die Lieferanten jährlich mit Preisreduktionen (trotz gestiegener Kosten) ausgepresst.
Obwohl das SPD-geführte Land Niedersachsen einer der Hauptaktionäre von VW ist, wird gegen diese Selbstbedienungsmentalität NICHT vorgegangen und der ehemalige Vorstandsvorsitzende, Martin W., bekommt - obwohl angeklagt - nach wie vor monatlich € 100000,- (in Worten: ein hunderttausend €) Pension.

Lodengrün
4
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Bitte

nicht die Geschäftsführung mit den Mitarbeitern vermengen. Was war Winterkorn? Wer entlohnt die Manager? Die Arbeiter und Angestellten genehmigen sich gar nichts. Ist nicht so wie im NR oder LT. Die Abgeordneten nicken ihre eigene Erhöhung ab.

georgXV
0
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Liebe(r) Lodengrün,

auch Du weißt, daß Löhne und Gehälter vom Aufsichtsrat bzw. der Geschäftsführung / dem Vorstand ausgehandelt und genehmigt werden.
Und wer sitzt im Aufsichtsrat von VW ?
Unter anderem: das Land Niedersachsen (zur Zeit die SPD) und die Gewerkschaft.
Und bekanntlich wird bei VW der Personalvorstand (immer ?) von der Arbeitnehmerseite benannt und besetzt.