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Drittes QuartalOsram-Übernahme brockt der ams AG Verlust ein

Erstmals ist die Osram AG in der Bilanz der ams AG konsolidiert. Für das dritte Quartal bedeutet das einen Verlust von 143 Millionen US-Dollar.

Die Zentrale der ams AG in Premstätten
Die Zentrale der ams AG in Premstätten © ams AG
 

Der steirische Chip- und Sensorenhersteller ams hat bedingt durch die Übernahme der Osram AG im dritten Quartal einen Verlust von 143 Millionen US-Dollar (-120,5 Mio. Euro) Millionen Euro geschrieben, nach 142 Millionen Euro in Gewinn im Vorjahreszeitraum. Der Vergleich ist allerdings verfälscht, weil das Geschäft der Osram AG sich erstmals im Ergebnis der ams AG niederschlägt.

Der ams-Umsatz belief sich indessen im dritten Quartal auf 1,2 Milliarden Euro, nach 580 Millionen Euro im Vorjahresquartal - auch hier wirkt sich die Osram-Übernahme auf die Zahlen aus. Im dritten Quartal hat ams Osram erstmals vollständig konsolidiert. Der Verlust der neu erworbenem Tochter lastete auf den Zahlen.

Osram im Minus

Bei Osram lag der Verlust der fortgeführten Geschäfte im vierten Quartal bei 89 Millionen Euro nach Steuern, aufs gesamte Geschäftsjahr ergab das einen Fehlbetrag von 267 Millionen. Damit sehen die Zahlen aber etwas besser aus als in den Vorjahreszeiträumen, wo es noch Verluste von 213 beziehungsweise 343 Millionen Euro waren.

Osram-Chef Olaf Berlien betonte am Freitag, dass es wie erwartet in den meisten Geschäftsbereichen im Laufe des heute berichteten vierten Quartals zu schrittweisen Verbesserungen gekommen sei. Zudem gebe es für das laufende neue Geschäftsjahr gute Auftragseingänge im wichtigen Auto-Geschäft. Das Osram-Geschäftsjahr dauert jeweils von Oktober bis September.

Für das 4. Quartal rechnet der Chiphersteller "ungeachtet der Effekte der Covid-19-Pandemie" mit einem Wachstum des ams-Geschäfts. Eine gute Nachfrage in den Bereichen Automotive, Industrie und Medizintechnik sowie das gute Geschäft mit Sensoren für Smartphones dürften zu einem Umsatzwachstum beitragen, so das Unternehmen im Ausblick. Zudem erwartet ams einen Anstieg der Profitabilität und eine bereinigte operative EBIT-Marge von 24 bis 27 Prozent. Im vergangenen Quartal waren es 23 Prozent.

Zügige Integration

ams will Osram nun zügig weiter integrieren. Nachdem eine außerordentliche Hauptversammlung bei Osram am Dienstag einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag bestätigt hat, soll dieser um das Jahresende umgesetzt werden. Osram erwartet, dass die operativen Tätigkeiten Anfang 2021 kombiniert werden können.

Bis zu einem möglichen sogenannten Squeeze-Out, bei dem die verbliebenen Aktionäre aus dem Unternehmen gedrängt werden, dürfte es nach Einschätzung von Osram-Chef Olaf Berlien aber noch lange dauern. Bei den aktuellen Anteilen - ams liegt den letzten veröffentlichten Zahlen zufolge etwas über 70 Prozent - sei ein Squeeze-Out gar nicht möglich. Um dorthin zu kommen, brauche es Jahre, zumal es für die verbliebenen Aktionäre derzeit wenig Grund gebe, ihre Anteile abzugeben.

Berlien geht daher davon aus, dass Osram auch in den beiden kommenden Jahren und möglicherweise darüber hinaus eigene Bilanzpressekonferenzen halten werde. Zu seiner eigenen Zukunft sagte er, dass er vorhabe, seinen noch zweieinhalb Jahre laufenden Vertrag zu erfüllen. "Ich bin mit großer Freude dabei", sagte er. Erst am Donnerstag hatte Osram den Abgang von Technologievorstand Stefan Kampmann und die Verkleinerung des Vorstands von drei auf zwei Personen angekündigt.

Berlien sagte zum Verlust der Eigenständigkeit von Osram, dass das Unternehmen in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte nur sieben Jahre lang wirklich unabhängig gewesen sei. Jetzt sei man gut gerüstet für eine gemeinsame Zukunft mit ams.

 

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