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Krimi um Jan MarsalekSpionageaffäre: War Ex-Wirecard-Vorstand ein V-Mann des BVT?

Der Wirtschaftskrimi um den insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard ist um eine bizarre Facette reicher: Laut deutschen Medienberichten prüft die Generalbundesanwaltschaft, ob der flüchtige Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek Informant für den österreichischen Geheimdienst (BVT) war. Dafür soll es Anhaltspunkte geben.

Bilanzskandal Wirecard
Bilanzskandal Wirecard © (c) APA/dpa/Peter Kneffel (Peter Kneffel)
 

"Der Wirtschaftskrimi um den insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard entwickelt sich womöglich zu einer deutsch-österreichischen Spionageaffäre" - das berichten WDR und NDR sowie die Süddeutsche Zeitung (unter dem Titel "Agentenspiele unter Freunden") am Donnerstagabend. Einmal mehr spiele "der flüchtige frühere Finanzvorstand Jan Marsalek die Hauptrolle". Laut den Berichten beschäftige sich der Generalbundesanwalt in Deutschland mit einer brisanten Frage: War Marsalek Informat für den österreichischen Nachrichtendienst BVT? Die Generalbundesanwaltschaft ist die oberste Strafverfolgungsbehörde Deutschlands und sie gehe nun Anhaltspunkten nach, "dass der österreichische Staatsangehörige Jan Marsalek von einem Mitarbeiter des österreichischen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) als Vertrauensperson geführt wurde", wird aus einer Antwort des Bundesjustizministeriums auf eine schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Fabio De Masi von der Linkspartei zitiert.

Weder das Bundeskanzleramt in Berlin noch das Innenministerium in Wien wollten sich laut Tagesschau zur Causa äußern- wollte sich nicht dazu äußern. Marsalek selbst ist seit Juni auf der Flucht.

Belastung für deutsch-österreichischen Beziehungen

Offiziell ist der Sachverhalt bei der Generalbundesanwalt als "Prüffall" eingestuft. Doch, so wird berichtet, "sollte sich der Verdacht erhärten, könnte dies die deutsch-österreichischen Beziehungen belasten". Denn das würde bedeuten, dass Österreich "einen V-Mann in einem der größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands platziert hätte - "ohne das Wissen deutscher Behörden".  

Bereits im Sommer berichtete "Die Presse", dass ein "Jan" über einen Mittelsmann Informationen des österreichischen Inlandsnachrichtendienstes beschafft und sie weitergegeben haben soll. "Jan" könnte "Jan Marsalek" sein.

Kriminalfall Wirecard

Im Juni hatte der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt.

Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs.

Flucht startete in Bad Vöslau ...

Anfang Oktober berichteten wiederum "Kurier" und "SZ", dass Marsalek, dem die Verwicklung in einen Milliardenbetrug vorgeworfen wird,  angeblich am 19. Juni abends von Bad Vöslau nach Minsk flog. Zuvor war stets ein Flug am 18. Juni ab Klagenfurt kolportiert worden. Damals gab es noch keinen Haftbefehl gegen den flüchtigen Marsalek, er war als Wirecard-Vorstand suspendiert. Der Flug wäre damals legal gewesen, schreibt der "Kurier".

Nach Marsalek wird per internationalem haftbefehl gesucht
Nach Marsalek wird per internationalem haftbefehl gesucht Foto © (c) AP (BKA)

Am Vorabend des Fluges habe Marsalek einen ehemaligen ranghohen Mitarbeiter des Verfassungsschutzes (BVT) getroffen, so die Zeitungen, laut "Süddeutsche Zeitung" in München. Mit dem karenzierten ehemaligen Beamten verbinde Marsalek ein freundschaftliches Verhältnis.

Was Marsalek nach der Ankunft in Minsk getan hat ist unbekannt. Der inzwischen per internationalem Haftbefehl Gesuchte soll gute Kontakte zum russischen Geheimdienst haben. Es wird spekuliert, dass er sich in Russland aufhalten könnte.

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hansi01
6
3
Lesenswert?

Wenn das stimmt!

Hat der BVT alles richtig gemacht.
Ob die Deutschen angefressen sind, dass das kleine Österreich ohne deren wissen ein V-Mann einschleuste ist in Anbetracht des Schaden doch zu rechtfertigen.