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SchlammschlachtVerbraucherschützer warnen vor "zweitem Betrug" von VW

Volkswagen will in Deutschland die Dieselkunden aus der Musterklage in eigener Regie entschädigen - doch der überraschende Schritt wirft viele Fragen auf.

© AP
 

Deutsche Verbraucherschützer mahnen, ganz genau hinzuschauen, bevor man das Angebot von VW annimmt. Nachdem der Konzern die Gespräche mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) am Freitag für gescheitert erklärt hatte, sprach vzbv-Chef Klaus Müller sogar von einem weiteren Betrug - dem zweiten nach den Abgas-Manipulationen. Der Autobauer dagegen betonte: Sein einseitiges Angebot sei ganz im Interesse der Kunden.

Aus Sicht von Volkswagen können nur Dieselkunden, die in der Musterfeststellungsklage registriert sind, das Angebot des Konzerns annehmen - es gibt 470.000 Anmeldungen, auch 1100 von österreichischen Kunden. Sie sollen - je nach Einzelfall - zwischen 1350 und 6257 Euro erhalten. Im Schnitt entfielen auf jeden Musterkläger bei einer Gesamt-Entschädigungssumme von bis zu 830 Millionen Euro etwa 2000 Euro. Auf einer Info-Seite im Internet wirbt VW bei den Kunden darum, die "unkomplizierte Offerte" anzunehmen.

Millionen betrogener Verbraucher

Die deutschen Verbraucherschützer warnen vor einer vorschnellen Entscheidung. Am Montag forderte der Verband, VW möge nicht nur die Teilnehmer der Musterklage, sondern alle geschädigten Dieselfahrer berücksichtigen: "Statt einige Hunderttausend könnten so Millionen betrogene Verbraucher in den Genuss von Entschädigungszahlungen kommen." Ob dies rechtlich möglich und finanziell machbar wäre, dürfte jedoch zu bezweifeln sein. Auch die genaue Art der Abwicklung der Zahlungen steht noch nicht fest. VW arbeitet "unter Hochdruck" an einer Plattform, die ab Ende März freigeschaltet sein soll.

Die Verbraucherschützer befürchten, VW könne sich mit dem Ansatz individueller Entschädigungen günstiger aus der Affäre ziehen als im Fall eines formalen Vergleichs vor Gericht. Die Kontrollmöglichkeiten seien zudem begrenzt. Dies sei im Kern auch der Grund für das Scheitern der Gespräche gewesen: VW sei bei der Abwicklung der Zahlungen "nicht zu Transparenz und Sicherheitsmaßnahmen" bereit gewesen. Der Konzern kontert: Man sei dem Verband hier sogar entgegengekommen - der Konflikt habe sich vielmehr um die Höhe der Honorare von Anwälten gedreht, die die Abwicklung organisieren sollten.

Was Verbraucher nun tun sollten, ist schwer zu sagen. VW verweist darauf, dass Kunden bei Annahme des "Direktvergleichs" rasch und einfach eine Einmalzahlung bekämen. "Oder Sie warten das Urteil im langwierigen Musterfeststellungsverfahren ab und gehen anschließend in ein eigenes Folgeverfahren mit ungewissem Ausgang", heißt es auf der Info-Website. Der vzbv wirft VW vor, mit dieser Strategie seinen Aufwand gering halten zu wollen. "Wir sehen uns vor Gericht wieder", sagte Müller dem "Handelsblatt". Die Klage läuft weiter, die Verbraucherschützer warten auf einen neuen Gerichtstermin. Am Ende könnten die Dieselfahrer dadurch möglicherweise doch noch eine höhere Summe herausholen als beim Volkswagen-Angebot.

VW und Verbraucherschützer schieben sich gegenseitig die Schuld für das Ende der Verhandlungen zu. Dabei steht Aussage gegen Aussage. Aus Konzernkreisen heißt es, der vzbv habe kurzfristig Druck aufgebaut. Müller sagte dem "Handelsblatt" dagegen, das Platzenlassen sei ein "derbes Foul" von VW gewesen. Man habe davon erst aus den Medien erfahren, nachdem VW sich zuvor einigungsbereit gegeben habe. Das Ergebnis sei nun eine "Schlammschlacht gegenüber unseren Anwälten". Volkswagen stellt die Abläufe der vorigen Woche im Hintergrund dagegen ganz anders dar.

Kommentare (15)

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frako
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Was Verbraucher nicht tun sollten???

Ich würde mir einfach keinen VW mehr kaufen.

Hazel15
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Mercedes

Ich würde mir einfach keinen Mercedes mehr kaufen, über 3 millionen GEZWUNGENE Rückrufe wegen Abgasmanipulation über 700 Millionen Strafzahlungen wegen Abgasmanipulation, aktuelle Autos haben noch immer ein Thermofenster, das die Abgasreinigung unter 10 Grad abschaltet und und und. Mercedes hat momentan die dreckigsten Autos.

scionescio
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Soweit ich weiß, ruft Tesla gerade das Model X zurück, weil an der Servolenkung so minderwertige Schrauben verbaut wurden, dass sie schlicht wegrosten (kann man sich bei einem Auto über 100.000,- Euro ja auch nicht erwarten ...) ...

aber da werden halt mehr die Jubelmeldungen verbreitet und die Teslafanboys reden sich eh alles schön;-)
Warum Teslas überhaupt noch fahren dürfen, obwohl der fehlerhafte Autopilot ursächlich am Tod von Menschen schuld ist, kann mit normalen Maßstäben auch nicht erklärt werden. Da ist es ja fast schon eine Kleinigkeit, dass die Teslas auf der Autobahn wegen unausgereifter Software völlig unmotiviert Vollbremsungen hinlegen ("Phantombremsungen") oder aber auch grund- und ansatzlos ohne Zutun des Fahrers beschleunigen.
Mercedes war wie so oft einer der ersten Hersteller, die die Abgasreinigung so nah beim Motor verbaut haben, dass sie quasi schon vom Start weg funktioniert und damit das technisch notwendige Thermofenster sowohl vom Temperaturbereich als auch von der Zeitdauer absolut minimiert wird.

Hazel15
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Tesla von außen, deutsche Technik von innen

Auch ohne Werk in der Bundesrepublik entwickeln sich die Modelle des US-Elektroautobauers schon seit Jahren immer mehr zu "deutschen" Pkw. Dabei ist neben Thyssenkrupp beinahe alles vertreten, was in der hiesigen Zulieferindustrie einen Namen hat: von den Multi-Anbietern Bosch, ZF und Continental über den Sitzespezialisten Recaro, den Chip-Hersteller Infineon und den Innenraumausstatter Dräxlmaier bis zum Soundanlagen-Fachbetrieb S1nn. An der Produktion der Teslas im kalifornischen Fremont sind unter anderem Maschinen und Roboter von Schuler, Kuka und Dürr beteiligt. Mindestens 36 deutsche Tesla-Zulieferer zählte die Wirtschaftswoche im vorigen Jahr. Den rheinland-pfälzischen Automationsexperten Grohmann kauften die Amerikaner gleich ganz - ohne ihn würde die Massenproduktion des Model 3 wohl immer noch nicht laufen.

scionescio
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Das sind auch die Komponenten die funktionieren und keine tödlichen Unfälle verursachen ...

... die Probleme gibt es ja dort, wo Tesla selbst was macht: fehlerhafte Autopiloten, explodierende Batterien, miese Fertigungsqualität, ...

Hazel15
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Fakes

Gehts noch? So viele Fakes wie Sie in letzter Zeit verbreiten...., nicht einmal auf rechtradikalen Seiten ...., Das einzige, es ist gratis Werbung für Tesla und Musk. Aber von Werbung haben Sie anscheinend keine Ahnung. Vielleicht zahlt Ihnen Musk sogar etwas dafür. Denn auf ein Produkt oder Ware macht man nicht aufmerksam, wenn man es bis zum Himmel lobt, sondern genauso machen wie Sie. Über den Stuss, den Sie immer wieder mit Ihren Postings verzapfen, lacht schon das ganze Forum.

Sibanac
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@Feti-Schisti

Und was hat das mit den Abgasbetrügern zu tun?

Dein einzigstes Thema, Tesla versuchen schlechtzureden 😂😂😂
Autopilot, 30.000km im Einsatz, noch nicht wirklich eine Gefahr dabei gesehen, vl weil ich mich trotzdem auf die Straße konzentriere und nicht wie andere, Filme schaue oder mit dem Smartphone herumspiele um einschreiten zu können falls er was macht was er nicht sollte?!

Aber Tesla hat hier nichts zu suchen, es geht um Abgasbetrug!

mafoX
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Soweit ich weiß...

sind die Servolenkung samt Schrauben des deutschen Zulieferers Bosch verbaut. Deutsche Qualität (die es einmal gab).

scionescio
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@mafoX: Warum verbreitest du irreführende Informationen?

Tesla hat aus Kostengründen die billigsten Schrauben - die explizit nicht vom Hersteller für diesen Einsatz spezifiziert und freigegeben waren - bestellt und auch in dieser Qualitätsstufe erhalten - kein anderer Hersteller verwendet diese Schrauben, um den Servomotor am Lenkgetriebe zu befestigen (aber den naiven Fanboys, kann man auch so etwas locker bei einem 100.000,- Euro Fahrzeug reindrücken)... aber Tesla hat ja auch das Model 3 ohne Hohlraumschutz ausgeliefert, weil es in Kalifornien es so selten regnet ...

fastlife
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Kein Hohlraumschutz? DOCH! ;)

..jeder Tesla Kunde hat doch einen Helm bekommen beim unterzeichnen des Kaufvertrages oder?

NLoSt
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Ja mei

Und Sciolus reitet wieder...

Steirer79
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Warum

Hacken alle immer nur auf VW rum? Alle Hersteller haben das gemacht oder defekte Airbags eingebaut aber davon liest man ca einen Tag und dann nix mehr!!! Schuld sind meines Erachtens Blutsaugende Anwälte denen die Sache an sich eigentlich egal ist. Liebe KZ niemanden interessiert das mehr!

Kristianjarnig
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Warum wohl @Steirer79?

Andere machen Rückrufaktionen, VW zog es vor seine Kunden zu vera.... pardon, nicht ganz die Wahrheit über deren tolles Gefährt zu sagen.

Lustig das die Karren sich nach wie vor verkaufen wie die warmen Semmeln was die Statistiken ja eindeutig belegen.

Schuld sind immer die anderen, die bitterbösen Rechtsanwälte und die gierigen Kunden. Jaja.

Steirer79
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Aha

und du Spasti bist a überschlauer. Sicha a BMW Fahrer🤦

ronin1234
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Reaktion

Mich würde interessieren wievielen dieses Thema noch wirklich tangiert.