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Kuriose Energiewende Deutschland will Wasserstoff aus Afrika importieren

Deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek schwärmt vom "Öl von morgen" und will Wasserstoff per Schiff nach Europa transportieren.

Hat Wasserstoff als Kraftstoff eine Zukunft?
Hat Wasserstoff als Kraftstoff eine Zukunft? © fotomek - stock.adobe.com
 

Die deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) will im großen Stil Wasserstoff aus Afrika importieren, um die Energiewende zu retten. "Der grüne, importierte Wasserstoff ist das Öl von morgen", sagte Karliczek dem "Spiegel". Ziel sei es, bis 2050 den deutschen Energiebedarf zu über 50 Prozent aus importiertem, nachhaltig erzeugtem Wasserstoff zu decken.

Im Februar werde die Regierung ihre Wasserstoffstrategie vorlegen, sagte Karliczek. "Wir sind mit Australien im Gespräch und vor allem mit afrikanischen Staaten", sagte die Ministerin dem Magazin. Die dortigen klimatischen Bedingungen würden "eine deutlich effizientere und damit billigere Produktion von grünem Wasserstoff ermöglichen als hierzulande". Der Wasserstoff könne etwa in Form von Ammoniak per Schiff nach Europa transportiert werden.

"Energieträger der Zukunft"

"Ich stelle mir einen Kreislauf vor, in dem alle Beteiligten profitieren", sage Karliczek: Deutschland verkaufe Technik wie Windräder und Meerwasserentsalzungsanlagen, die Partner in Afrika verkauften Deutschland die Energie, die sie mit deutscher Umwelttechnik herstellen.

Die Bundesregierung erstellt nach Angaben der Ministerin bereits einen Atlas für Afrika mit den besten Standorten. "Dabei kommt es auch auf stabile politische Verhältnisse an", betonte die Ministerin.

Nachhaltig erzeugter Wasserstoff "ist für mich der Energieträger der Zukunft. Er hat das Zeug, die Energiewende wirklich ins Ziel zu bringen", sagte die CDU-Politikerin dem "Spiegel". Die Akzeptanz für Windräder sei in Deutschland "einfach begrenzt".

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Danke für Ihr Verständnis.

tomtitan
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Wunderbar, machen wir uns wieder von Afrika und dem nahen Osten abhängig

da kämen wir endlich ein bisserl weg vom Öl...

Marcus_Zankl
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Strom

Es gibt eigentlich ein Projekt wo Strom in Afrika oder Solarthermie erzeugt werden kann und man dann per HGÜ (Hochspannungsgleichstromübertragung, weil verlustfreier) nach Europa überträgt. Aber das will ja niemand finanzieren. Weil angeblich zu teuer.
Schöner Nebeneffekt wäre, da man dort sehr viel Schatten unter den Anlagen hat, könnte alles unter der Anlage bewässert und Landwirtschaftlich genutzt werden.

feringo
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@Markus_Zankls_Schatten

Dem Gedanken hänge ich schon auch nach. Ein Aspekt drängt sich mir dabei aber auf:
Die enormen Schatten, die dann entstehen würden, ob die nicht auch das Klima verändern werden?

feringo
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@feringos Panelschatten

Kann mir jemand von den Rotstrichlern die Größe der Panelfläche ausrechnen, die man brauchen würde, um alle fossil und kernspaltungstechnisch erzeugte Energie zu ersetzen?

Grazer1960
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Weiss die Ministerin, was sie sagt?

Wasserstoff ist bis jetzt nur sehr schwer und sehr teuer zu transportieren. Da hat die Dame aber sehr vorschnell ein gewagtes Statement gemacht. Lösungen für Transport unter normalem Druck und Temperaturen gibt es zwar, zum Beispiel das Lösen in Trafoölen (LOHC) der deutschen Firma Hydrogenious, aber da muss ich knapp eine Tonne Öl zum Transport von 50kg H2 aufwenden. Kann mir nicht vorstellen, dass das die Lösung ist. Aber ich lasse mich gerne überraschen.

sonniboy
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In Form von Ammoniak

Steht im Artikel.

Dilandau
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Theoretisch eine gute Idee

Denn in Afrika kann man jede Menge Solar oder Windenergie mitten im Nirgendwo erzeugen. Aber anstelle von Transportschiffen würde ich eine Pipeline bauen. Oder eine unterirdische Stromleitung um damit den Wasserstoff erst in Europa erzeugen zu können.

schadstoffarm
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die Idee ist gut

an der Durchführung würde aber auch Jules Verne scheitern.

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Kuriose Energiewende?

Ein vollkommen richtiger Ansatz wird vom Autor des Artikels als lächerlich bezeichnet? Viel Wissen über Energieformen scheint in der Redaktion nicht vorhanden zu sein.

feringo
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@gerbur

Gerbur, ich möchte Sie mit einigen Zeilen unterstützen, nicht nur mit einem grünen Daumen. Die wahrscheinlich beste nachhaltige Lösung, sofern nicht auch die Kernfusion (nicht Kernspaltung), so sie gelingt, eine Lösung ist.
Außerdem ergäben sich weitere Vorteile auf der Flüchtlingsebene durch Investitionen vor Ort. Die EU wird sich eventuell erweitern "sollen". Die Anstrengung liegt auf der globalen Politikebene.
Weiters finde ich "CO2-neutral" als populistisch. Wasserstoff ist in Richtung CO2-Null, zumindest bei der Verbrennung. Deswegen finde ich die E-Auto-Akku-Richtung ebenso als populistisch und kurzsichtig.
Ich meine, dass in der KlZtg-Redaktion das Problem der Energieversorgung noch nicht richtig erkannt wird, sonst würde so was nicht als "kurios" bezeichnet werden.

scionescio
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@Gerbur: ... das kommt wahrscheinlich daher, dass der gern zitierte Experte der KLZ keinerlei technische Grundausbildung aufweist ...

(abgesehen davon, dass er 4x zwei Tage Mobilitätstraining absolviert hat ...) und davon ausgeht, dass es reicht, 400.000km mit einem Tesla gefahren zu sein, um damit jedes technische Studium, einschlägige Berufserfahrung und spezifisches Branchen-Know-How locker ersetzen zu können;-)
Nach derselben Denke ist jeder Bahnfahrer ein Eisenbahnspezialist und jeder Flugpassagier in der Lage bei Avionik, Triebwerkstechnologie, Leitsystemen, Ground Control, etc. mit den jeweiligen Fachleuten auf Augenhöhe zu diskutieren.

RaraAvis
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natürlich ist es lächerlich Wasserstoff herumzukarren,

mit immensen Aufwand unter Druck zu halten, auf tiefe Minusgrade, nur um einen lächerlichen Wirkungsgrad zu halten.

Wasserstoff kann nur in Nischenbereichen, etwa in Schwerlast auf dezidierten Strecken Sinn machen, eventuell zur Speicherung von Überschussstrom, aber selbst da machen Akkus mehr Sinn, wie sich ohnehin mehr und mehr zeigt.

Schwupdiwup
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@Raraavis

Das ist richtig, Wasserstoff lässt sich tatsächlich nur unter immensen Aufwand lagern und transportieren. Wenn Sie den Artikel aber noch einmal genau durchlesen, dann steht da folgendes:

„Der Wasserstoff könne etwa in Form von AMMONIAK per Schiff nach Europa transportiert werden“

Ammoniak besteht aus Wasserstoff und Stickstoff. Drucktanks und Kühlung zur Lagerung bedarf es für Ammoniak nicht und die Ammoniak-Brennstoffzelle funktioniert mittlerweile.
Nachteilig an Ammoniak ist, dass man eben erst Wasserstoff erzeugen muss und dann nochmal zusätzlich Energie aufwenden muss um den Stickstoff zuzufügen. Aber daher würde es ja Sinn machen, das ganze in Afrika zu erzeugen, wo eben das Solarpotenzial höher ist

RaraAvis
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@schwupdiwup

Ja, alles nur die Perfektion und Einfachheit und Eleganz eines Akkus mit viel Energieverschwendung zu umgehen :) :)

trucker8143
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Was soll es

Wir können Diskutieren so viel wir wollen,sie machen ja nur das was die Konzerne wollen. Allso nicht aufregen,euch allen ein schönes Wochenende.

hbratschi
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das wär mal...

...ein schritt in die richtige richtung. endlich weg von dem von vielen ahnungslosen hochgejubelten irrweg der ach so "sauberen" e-autos. bravo, das lässt hoffen...

ddc67c0869461592213dadf318936f44
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Ich warte immer noch darauf, dass die Ausbeutung Afrikas endlich aufhört. Die (offizielle) Kolonialzeit mag zwar angeblich schon vorbei sein, aber es geschieht dennoch in Afrika. Afrika ist reich an Bodenschätzen, nachdem die Chinesen dies schon vor geraumer Zeit erkannten, scheint die Tatsache nun auch in Europa erkannt zu werden. Alles schön und gut liebes Deutschland, aber im Endeffekt müssen nur die paar korrupten Politiker und Reichen im Land überzeugt werden und schon fließt der Wasserstoff!

hbratschi
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ich seh's...

...eher als eine chance für afrika und somit auch für uns alle...

Daydreamer
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Chance??

sorry aber ich bin vermutlich zu viel am afrikanischen kontinent herumgereist um nicht an beidseitige Profite zu glauben. Sodom zeigte mir erst richtig, wie unfair unsere Welt eigentlich ist. Sollten nicht die Länder, die Gold oder Kobalt haben, reich sein? und jetz schau bsp. Ghana und Kongo an. Toller Profit hatte Kongo, ja sogar Kinder fanden durch den Kobalt Abbau jobs, ich mein is das nicht traumhaft? und die westliche Welt freut sich ebenso, eindeutige Win-Win Situation! Und auch wenn das tolle Smartphone nicht mehr benutzt wird, ach im ghanaischen Sodom is es doch toll aufgehoben, oder? Traumhaft schön dort! Und hierbei handelt es sich nur um Smartphones.. Ich wünschte ich könnte hoffen, dass Afrika mal auf Augenhöhe begegnet wird und es tatsächlich zu einer Win-Win Situation kommt, aber leider spricht die Vergangenheit eine komplett andere Sprache!

hbratschi
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daydreamer

du hast in vielen recht, aber glaubst du wirklich, es würde besser werden, wenn afrika diese - ja, chance nicht hätte?

hbratschi
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...in vielem...

autokorrektur - sorry

Prewo
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Gedankenspiel

Eintausend Familien fahren mit ihrem
E- Auto nach Schladming zum Skifahren. Die Familien kommen aus den verschiedensten Orten Österreichs. Es ist ein wunderschöner Klirrend kalter Jännertag. Am Abend sollten natürlich alle Akkus ihrer E- Autos für die Heimreise vollgeladen sein. Am Parkplatz werden die Ladekabel von den Tausenden Ladestationen wieder losgelöst und einer schönen Heimreise steht nichts mehr im Wege. So ein
E- Auto hat schon was, es versorgt alle durchgefrorenen Insassen mit wohlige Wärme, beleuchtet die finstere klirrende Winternacht und treibt noch mit sehr viel Kraft die Antriebsmotoren an.
Und plötzlich wollen diese "Deutschen" Wasserstoff aus Afrika?
Wieso? Wofür? Weshalb? Warum?

MJ74
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Tausende Ladestationen in Schladming....

ich glaube, dass wir das nicht erleben werden. (zumindest in den nächsten 40 Jahren nicht)

feringo
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@MJ74

Ja, da geht vorher das Kupfer aus.

X22
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Warum denkt man so Kurzsichtig,

jede Steckdose könnens als Ladestation ansehen, es geht ja nicht um Schnellladestationen, oder glaubens die Leute fahren nach Schladming um dort mit ihren Pkws im Kreis zu fahren

feringo
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@X22

Das ist grüne Rechnung: Ob 1 Steckdose oder 100 : Der Akku braucht dieselbe Energiemenge.

 
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