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737-Max-Debakel"Verstörende" E-Mails bringen Boeing unter Druck

Sicherheitsbedenken von Mitarbeitern einmal mehr im Fokus. Boeing übergab warnende Mails laut eigenen Angaben von sich aus der Luftfahrtbehörde.

Am Tag vor Weihnachten überraschend zurückgetreten: Ex-Boeing-Chef Denis Muilenburg
Am Tag vor Weihnachten überraschend zurückgetreten: Ex-Boeing-Chef Denis Muilenburg © APA/AFP/Mandel Ngan
 

Neue brisante E-Mails könnten dem kriselnden US-Flugzeugbauer Boeing mit seinem Unglücksflieger 737 Max weiteren Ärger einbringen. Der Konzern habe gegenüber der Luftfahrtaufsicht FAA interne Nachrichten zur 737 Max offengelegt, die ein "sehr verstörendes Bild" zeichneten, teilte der Untersuchungsausschuss des US-Kongresses laut Medienberichten vom Donnerstag mit.

In den Aufzeichnungen hätten einige Boeing-Mitarbeiter Bedenken geäußert, dass der Hersteller die Sicherheit vernachlässige, während andere darauf drängten, dass Produktionspläne eingehalten werden. Was konkret in den Nachrichten steht, blieb zunächst unklar. Es hieß lediglich, der Ausschuss werde diese und andere von Boeing bei der laufenden Ermittlung bereitgestellte Unterlagen weiter prüfen.

Möglicherweise steht auch der Rücktritt von Boeing-Chef Dennis Muilenburg am Tag vor Weihnachten in Zusammenhang damit.

Boeing gab gegenüber US-Medien an, die E-Mails "pro-aktiv" der FAA und dem US-Kongress "als Teil unserer Verpflichtung zu Transparenz" mit Aufsehern und dem Ermittlungsausschuss vorgelegt zu haben. Wie bereits bei zuvor bei den US-Behörden eingebrachten Dokumenten, reflektierten "Ton und Inhalt" einiger der Nachrichten nicht "das Unternehmen, das wir sind und sein müssen", sagte ein Sprecher.

Dem "Wall Street Journal" zufolge geht es bei den neuen Dokumenten auch wieder um Nachrichten des früheren technischen Chefpiloten Mark Forkner. Er stand bereits im Oktober im Zentrum einer E-Mail-Affäre, die das Verhältnis zwischen FAA und Boeing stark belastete. Forkner hatte im November 2016, Monate vor der Zulassung der 737 Max, nach einem Test im Flugsimulator starke Sicherheitsbedenken geäußert.

Boeing steht nach zwei Abstürzen seines bis dahin bestverkauften Flugzeugmodells 737 Max erheblich in der Kritik. Der Airbus-Rivale wird verdächtigt, die Unglücksflieger überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Boeing weist dies zwar zurück, hat aber Fehler und Pannen eingeräumt. Bei den Unglücken starben im Oktober 2018 und März 2019 insgesamt 346 Menschen.

Kommentare (2)

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Kristianjarnig
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Was mich, als 737NG Piloten, wirklich von Anfang an gewundert hat....

...ist warum Boeing nicht einfach mit der recht erfolgreichen(wenngleich veralteten, aber das wird sich speziell bei der Avionik auch bei der MAX nicht groß geändert haben) 737NG weitergemacht hat als es sich abzuzeichnen begann das es mit der MAX eher ein bißchen länger dauern wird(vorsichtig ausgedrückt).

Die NG ist nämlich eines - sicher. Ein VW/Mercedes/BMW oder Traktor der Lüfte. Bringt die Paxe(und wichtiger, die Crews ;-) ) sicher von A nach B und dann wieder heim. Läuft bzw. läßt sie sich auch meist noch "Dispatchen"(d.h.auch bei Defekten noch legal flugfähig) und somit zur Homebase fliegen damit die Ingenieure sie wieder fit machen.

Statt MAX weiter auf Halde zu produzieren hätte der Boeing Boss sofort wieder die alten Produktionslinien reaktivieren sollen. Die Airlines wären froh gewesen weil man die vorhandenen 737 Flotten erweitern und noch wichtiger - ersetzen hätte können. So biegen Tag für Tag die noch vorhandenen 737NG zumindest 8 Sektoren(=8Flüge) runter, oft auch mehr, ab und zu auch mal ein bißchen weniger wenn es lange Flüge sind. D.h. die bestenden Flotten werden älter(veraltern) und können derzeit durch nichts ersetzt werden.

Diese Problematik wird in KEINEM Artikel angesprochen, je länger das MAX Debakel andauert umso kritischer wird es aber mit der Sicherheit bei der bereits vorhandenen Flotte die bislang immer ersetzt wurde durch neue Modelle(alte gingen dann meist in den Osten bzw. nach Afrika bzw. wurden in Frachter konvertiert).

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sanantonio
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An sich guter Artikel ... nur ...

.. „Bringt die Paxe (und wichtiger, die Crews ;-)).. ".... wie ist das gemeint ? Welche Ethik steckt da dahinter ? Ich hielt die Crews von den renommierten Airlines vom Arbeitsauftrag und von ihrer Moral soweit integer, dass sie die Sicherheit der Passagiere über alles stellen.
Wobei ich schon das Zwinkern im Text sehe und natürlich auch weiß, dass wenn auf die Sicherheit der Crew geschaut wird, das ja üblicherweise die Sicherheit der Passagiere inkludiert.

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