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Großer UmbruchWas auf die Autoindustrie zukommt

Klimastreiks, CO2-Steuer, Diesel-Skandal. Die Autoindustrie steht vor einem radikalen Umbruch, der auch Chancen beinhaltet.

Die Automobilbranche ist im Wandel
Die Automobilbranche ist im Wandel © Markus Traussnig
 

Schöne neue Autowelt: Surrende E-Mobile schaffen hunderte Kilometer, CO2-neutrale Sammeltaxis drängen den Individualverkehr zurück, vernetzte Wagen warnen sich gegenseitig vor Unfallgefahren. Noch mag dieses Szenario zu schön klingen, um wahr zu sein, doch der Strukturbruch der Autobranche zu E-Modellen, Digitalisierung und automatisiertem Fahren ist in vollem Gange - und hat nicht nur Gewinner.

Gerade erst kündigte auch Audi einen Stellenabbau an. Auf viele weitere Beschäftigte dürften unruhige Zeiten zukommen.

E-Mobilität

Endlich raus aus der Nische? Ohne deutlich weniger Verbrenner und deutlich mehr Elektroautos kein wirksamer Klimaschutz – daran zweifelt kaum jemand mehr, zumindest wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Zuletzt zogen die Neuzulassungen reiner E-Fahrzeuge in Deutschland auch merklich an. Ihr Marktanteil bleibt aber einstweilen gering. Um das E-Auto massentauglich zu machen, beschloss die deutsche Regierung höhere und längere Kaufprämien.

Peter Fuß, Branchenexperte der Beratungsfirma EY, hält diese Förderung für entscheidend: "Zahlreiche Modelle auch in niedrigeren Preisregionen werden Elektromobilität für neue Käufergruppen attraktiv machen." Aber auch die oft geringe Reichweite spielt eine Rolle. VW etwa versucht, mit dem ID.3 gegenzusteuern. Das Modell ist relativ günstig und fährt mit vollem Akku einige hundert Kilometer.

Problem Nummer drei: das dünne Ladenetz. In den kommenden zwei Jahren sollen in Deutschland 50.000 neue öffentliche Ladepunkte entstehen. Damit das E-Auto alltagskompatibel wird und in Parkhäusern, Tiefgaragen sowie am Arbeitsplatz geladen werden kann, sind rechtliche Änderungen nötig.

Deutschland und Tesla

Jäger oder Gejagte? Insgesamt scheinen die Hersteller die Dringlichkeit des Umbaus erkannt zu haben. Bei VW fließen bis 2024 rund 33 Mrd. Euro in die E-Mobilität. Ein eigenes Batteriezellwerk wird geplant, die Konkurrenz kauft zunächst weiter zu - BMW etwa vom chinesischen CATL-Konzern. BMW - mit dem i3 einst Pionier bei E-Kleinwagen - hält sich die Entscheidung für eine dominante Antriebsform noch offen. Daimler setzt auf die Elektro-Reihe EQ mit dem SUV EQC und dem Minibus EQV.

Unterdessen macht sich US-Erzrivale Tesla am Berliner Stadtrand breit: In Grünheide soll eine "Gigafactory" mit bis zu 7.000 Jobs entstehen. Ab Ende 2021 sollen hier der Kompakt-SUV Model Y, Batterien und Antriebe gefertigt werden. Die deutschen Autochefs bemühen sich, die Kampfansage sportlich zu sehen: Der Innovationsschub nutze allen.

Vernetzung

"Made in Germany" gegen US-Tech-Giganten - Digitalisierung heißt weitere Automatisierung der Fertigung – besonders aber steigende Vernetzung von Funktionen im Auto selbst. Dieses wird zum rollenden Smartphone. Aus eigener Kraft können die Hersteller all dies kaum stemmen. Eine Idee ist zudem, künftig ganze Flotten zu steuern – samt Schnittstellen zu Abrechnungssoftware für Elektroautos. Es geht um ein umfassendes Online-"Ökosystem".

Die Autos der Zukunft kommunizieren außerdem untereinander sowie mit der Verkehrsinfrastruktur. Zulieferer wie Continental sind hier gut im Geschäft, doch die Konkurrenz aus den USA und China schläft nicht. Weitgehend offen ist noch, welche Datenschutz-Standards für die erwarteten riesigen Informationsmengen gelten sollen.

Jobs

Schattenseiten des Umbruchs. Ein allzu rascher Umstieg auf die E-Mobilität bereitet den Gewerkschaften Kopfzerbrechen. E-Antriebe haben nur einen Bruchteil der Komponenten, aus denen Verbrennungsmotoren bestehen - es fällt weniger, dafür aber hoch spezialisierte Arbeit an. Eine Analyse des Center of Automotive Research kam zu der Einschätzung, dass bis 2030 fast 234.000 Stellen bei Herstellern und Zulieferern in Deutschland wegfallen könnten.

Um die Mitarbeiter von der alten in die neue Welt mitzunehmen, legen die Firmen Qualifikationsprogramme auf. Parallel dazu landen tausende Jobs der klassischen Verbrennerproduktion auf der Streichliste. Audi baut bis 2025 in Deutschland 9.500 Stellen ab, im Gegenzug sollen nur 2.000 Jobs in Bereichen wie E-Mobilität und Digitalisierung neu entstehen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben.

Bosch kappt ebenfalls viele Stellen. Bei Continental protestieren Beschäftigte gegen das mögliche Aus für Kollegen, die den Wandel von Hydraulik zu Elektronik nicht mitmachen können. Bis 2023 könnten die Umstrukturierungen hier 15.000 Jobs betreffen, 5.000 in Deutschland.

Autonomes Fahren

"Robo-Car" oder Entmündigung? Eng mit der allgemeinen Vernetzung hängt die Entwicklung hochautomatisierter – und eines Tages autonom fahrender – Autos zusammen. Jedoch hinken die Deutschen US-Firmen wie der Google-Schwester Waymo weit hinterher. Das führt zu Bündnissen, die früher unrealistisch gewesen wären: Daimler und BMW kooperieren beim "Robo-Car" ebenso wie VW und Ford.

Aber auch hier stellt sich die Frage: Wollen hinreichend viele Kunden solche Systeme? Und: Fährt der Roboter wirklich sicherer? Die Debatten unter Autoversicherern und Ethikern, die das Dilemma von Entscheidungen bei Unfällen analysieren, haben gerade erst begonnen.

Dienstleistungen

Weg vom reinen Autobauen. Die Hersteller suchen ihr Heil in Geschäftsmodellen, die sie an der "Ökonomie des Teilens" mitverdienen lassen, etwa beim Carsharing. Daimler und BMW fanden mit ihren inzwischen zusammengelegten Angeboten Car2Go und DriveNow in den Zentren viele Nutzer. Volkswagen stellte seine Erstvariante Quicar in Hannover wieder ein und versucht, mit seinem "WeShare"-Ansatz entschlossener ins Carsharing mit E-Autos zu gehen.

Andere Dienste sollen die Autobauer ebenfalls zu Mobilitätskonzernen umformen. Beim Ridesharing nutzen mehrere Kunden dasselbe Fahrzeug. Auch Verkehrsunternehmen beteiligen sich daran – etwa beim Berlkönig der Berliner Verkehrsbetriebe oder Clevershuttle der Deutschen Bahn.

 

Kommentare (24)

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duerni
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da geht's ja rund bei den Kommentatoren - wieviel davon trifft aber zu.......

...... jetzt einmal ehrlich - wir wissen es nicht.
Was wir wissen: Mobilität ist ein MUSS - das WIE, wird in Zukunft mannigfaltig sein - mit Akku, H2, Diesel (ja auch der) .....das eigene Auto, Car sharing, Öffis ....
Die Politik in Deutschland und bei uns, will offensichtlich die ganze Welt - alleine - retten. Liebe "Schlaumeier=Politiker" - das geht nicht. Und bei der Umstellung auf Öko-Strom habt ihr auch versagt, denn nur Windräder bauen, Dächer und schöne Gegend mit "Photovoltplatten" zudecken ist nur die halbe Wahrheit: Stromtransport und -speicherung - ?
.... für die Auto- und Zulieferindustrie bietet dieses Disaster den vorgeschobenen Grund für Entlassungen von tausenden Mitarbeitern! Wiedereinstellung - ja schon aber nicht zu den alten Bedingungen............

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styrianprawda
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Automatisiert, nicht autonom.

Diese Fahrzeuge werden automatisiert sein, nicht autonom.
Denn autonom würde bedeuten, dass sie unabhängig von ihrer Umwelt unterwegs sind. Sie sind aber (wie erwähnt) höchstgradig vernetzt.

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Kunierer
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Sehr Eigenartig

immer wenn ein E-Auto zur Sprache kommt hört man Tesla, Tesla und nochmals Tesla als ob es nicht anderes am Markt gäbe. Ok, Tesla ist eine Leitfigur in der E-Mobil Szene aber bei weitem nicht am meisten verbreitet. Da kommen vorher noch die vielen Zoes, Leaf‘s, BMW i3 und E-Golf von denen wohl die meisten unterwegs sind und von dort sollte man Maß nehmen. Wenn die europäische Autoindustrie nicht verschlafen hätte würde sie jetzt auch anders dastehen und das Feld nicht anderen überlassen müssen. Nicht zu vergessen sind die Chinesen die bereits zum Angriff blasen und in Bälde unseren Markt überschwemmen werden.

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georgXV
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???

ich darf nur kurz an den vor wenigen Wochen abgebrannten Tesla aus Tirol erinnern:
so weit ich es verstanden habe konnte der Brand kaum gelöscht werden (das Wrack mußte in einem mit Wasser gefüllten Container versenkt werden), alle Entsorgungsunternehmen haben die weitere Übernahme des Wracks / der Batterie verweigert, es gibt / gab KEINE Transportgenehmigungen für die zu entsorgende, beschädigte Batterie, NICHT einmal die Spezialisten von Tesla konnten wirklich weiterhelfen, jetzt wird die Batterie per Sondergenehmigung über 500 km nach Deutschland zur Entsorgung gefahren, usw.

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johannstrauss
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???

Leider fehlt hier die Auflösung der Geschichte: hier in Kürze: der Akku hat nie gebrannt und das Auto hätte somit nicht versenkt werden müssen. Eine Entsorgung durch eine geeignete Firma wurde abgelehnt, die Alternative war aber nicht zertifiziert. Tesla selbst hat lange gewartet und sich lange bitten lassen zu helfen. Das wirkliche Problem dieser Geschichte war die katastrophale mediale Berichterstattung.

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scionescio
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@Schani: Ist die Fanboytruppe wieder fleißig am Nebelwerfen?

Die Fakten: der Fahrer hat auf den Autopiloten umgeschaltet um ein Hustenzuckerl aus dem Handschuhfach zu nehmen - und der tolle Autopilot ist dann in der Kurve geradeaus in einen Baum gefahren.
Durch einen durch Kabelbruch in der Frontpartie verursachten Kurzschluss der Hochvoltbatterie ist es in Sekunden zu einem Vollbrand gekommen (man muss sich nur die Fotos anschauen!) - da es weder einen Verbrennungsmotor noch Treibstoff gibt, scheiden andere Brandursachen ganz offensichtlich aus.
Jedes BEV muss versenkt werden, weil bei einem Akku immer die Gefahr eines Thermal Runaway besteht, wenn zB eine Folie reißt.
Das von Tesla genannte Entsorgungsunternehmen war weder in der Lage noch dafür zertifiziert Akkus zu entsorgen - Tesla verkauft also Fahrzeuge in Österreich ohne sich um die Entsorgung gekümmert zu haben und verbreitet Fake News auf der eigenen Website!
Tesla selbst ist dann mit angeblichen Spezialisten angereist, die aber leider kein passendes Werkzeug dabei gehabt haben und unverrichteter Dinge wieder abreisen mussten.
Nach vielen Wochen hat sich dann die SEDA bereiterklärt, den Akku zum Forschen zu übernehmen ... und nach diesem SuperGAU, der gut zeigt, auf welchem Niveau Tesla agiert, gibt jetzt Tesla selbst bekannt, dass die Batterie nicht gebrannt hat - das ist natürlich zur Beruhigung der Fanboys gedacht und alle anderen können nur milde lächeln!
Der durch den Autopiloten fast tödlich verunglückte Teslafahrer setzt sich übrigens nie mehr in einen Tesla!

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steinmhe
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Zwischentechnologie

Die Elektromobilität dient nur zur Überbrückung, bis eine bessere Technologie verfügbar ist. Aus heutiger Sicht wird die Wasserstofftechnologie im wesentlichen zur Stromerzeugung genutzt werden. Die Turbinenlieferanten beginnen schon, die Gasturbinen zur Stromerzeugung auf vermehrten Wasserstoffeinsatz umzustellen. Autos sollen in Zukunft mit grünem Methanol betrieben werden. Grünes Methanol entsteht aus Strom, Wasserstoff und CO2.

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styrianprawda
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@steinmhe

Elektrofahrzeuge sind die Zukunft.
Nur nicht ausschließlich BEVs (BatteryElectricVehicles), sondern voraussichtlich hauptsächlich FCEVs (FuelCellElectricVehicles).
Mit Methanol betriebene Fahrzeuge haben einen noch geringeren Gesamtwirkungsgrad als FCEVs. Und auch wenn die gesamte CO2-Bilanz neutral sein sollte, wird beim Betrieb doch CO2 freigesetzt.

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illyespresso
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Wo sind eigentlich die 15000

die VW in dern 90er Jahren auf die Straße gesetzt hat, weil die Rendite nicht passte? Gott sei Dank kann jetzt die E-Mobilität herhalten.
Ich finde, dass das angeführte Szenario jetzt Anschauungsunterricht für die Mär ist, dass es ewiges Wachstum gibt.
Aber es wird halt weniger Autos geben, aber genug anderes was noch gebraucht werden wird und noch nicht erfunden wurde.

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gintonicmiteis
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Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren

Die deutsche Automobilindustrie ist ja die beste: jahrzehntelang wird (mit allen Mitteln) Gewinn gemacht, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird - oft auch mit kreativen, steuervermeidenden Methoden, damit ja so wenig wie möglich beim Staat hängen bleibt...
Und wenn sich die Welt dann ändert, rufen die als erste nach steuergeldfinanzierten Förderungen und arbeitsplatzsichernden Maßnahmen - finanziert von den zuvor betrogenen Bürgern!

Da hätte man halt etwas mehr Weitsicht beweisen müssen und die Gewinne in Entwicklung und Fortbildung der Mitarbeiter stecken sollen...

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scionescio
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@gintonicmiteis: ich stimme dir zu 100% zu

Einziger Milderungsgrund: dumme, von Lobbyisten ferngesteuerte Politiker haben mit ihren Vorgaben die Rahmenbedingungen so geändert, dass praktisch niemand etwas davon hat: der Umwelt schadet die aktuell gehypte Sackgassentechnologie (Akku als Energiespeicher) mehr als sie nützt, die Autobauer müssen in eine Technologie investieren, an die sie nicht glauben und an der nichts zu verdienen ist und die Steuerzahler finanzieren sich ihre Prämien natürlich selbst und müssen zudem für einen Rückschritt (Reichweite, Ladezeiten, Sicherheit, Komfort) auch noch tiefer in die Tasche greifen.
Profitieren tun momentan nur China und der Ankündigungsweltmeister aus den USA, während Europa gerade seine eigene Konjunkturlokomotive absägt - die Folgen davon, werden wir bald alle zu spüren bekommen!
Der einzige Ausweg liegt darin, so rasch als möglich ins Wasserstoffzeitalter zu kommen, um den technologischen Fortschritt der europäischen Industrie halten zu können.

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gintonicmiteis
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Da stimme ich Ihnen nicht in allem zu

Lithiumsakkus können heute schon zu 90+ % recycelt werden (Katalysatoren dagegen zu 0 %...)
Und dass man mit Elektroautos kein Geld verdienen kann, werden Ihnen Tesla und die großen chinesischen Hersteller wohl widersprechen. Man muss halt etwas investieren wollen und nicht nur - wie bei der Verbrennertechnologie - den Gewinn einer an und für sich 100 Jahre alten Technologie abschöpfen...
Wasserstoff ist eine Sackgasse: sehr energieaufwendige Produktion und Beibehaltung der Versorgungsmonopole.

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Kristianjarnig
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@gintonic

Sie schreiben das die Verbrennertechnologie eine 100 Jahre alte sei. Ist natürlich völliger Blödsinn da ein moderner Benziner(und noch mehr ein moderner Diesel) rein gar nichts mehr mit seinen "Vorfahren" zu tun hat - außer das sich in einem Motor Zylinder auf und ab bewegen. Das war es aber auch schon.

Um Ihren Kommentar gar zu kontern will ich jetzt völlig provokant(so wie Sie es auch machen) schreiben - Elektroautos sind sogar noch wesentlich ältere Technologie(gab es ja auch bereits zu "Urzeiten") - und das soll jetzt plötzlich die Zukunft sein?!(ob es so ist wird sich erst herausstellen wie alle nicht Fanboys(und Girls natürlich^^) bereits wissen). Ist ja auch schön das Deutschland sein Ladernetz erweitern will und auch die Förderungen - WAS genau bringt das dem österreichischen Markt?

Wasserstoff - naja - den Strom für flächendeckenden E-Auto(und eventuell LKW) Verkehr bereitszustellen wird auch nicht wirklich so einfach sein, zumindest für diejenigen unter uns die wissen das Strom nicht in der Steckdose produziert wird(ob es dann auch noch Ökostrom sein wird wage ich zu bezweifeln, WIE will man diese gigantische Menge Ökostrom den bitte produzieren wenn in Polen(und nicht nur dort) zum Großteil Kohlekraftwerke den Bedarf decken).

Die Deutschen machen was jeder kluge Kaufmann und Entwickler macht - sie gehen sehr vorsichtig an die neue Technologie ran.
In eine Chinaschleuder setze ich mich sicher auf lange Zeit nicht rein. Crashtests lügen nicht.

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styrianprawda
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@Kristianjarnig

Das FCEV ist keine Sackgasse, sondern in den meisten Bereichen die Zukunft.
Sobald der Schwerverkehr auf FCEV umgestellt wird (und das ist in wenigen Jahren soweit), dann gibt es ausreichend Tankstellen und Produktionsanlagen, die mittels erneuerbarer Energie H2 produzieren.

Und wenn Sie die "Chinaschleudern" erwähnen:
Nicht nur in China setzt die Industrie auf FCEV anstatt auf BEV. Und in einen Toyota, Hyundai oder Kia werden Sie wohl ohne Bedenken einsteigen?

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karawakenpetzi
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Tesla !?

Tesla hat definitiv noch kein Geld verdient mit ihren Super Elektoautos !
Diese Firma ist ein Luftschloss !

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scionescio
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@gintonicmiteis: Das LiIon Akkus sinnvoll wirtschaftlich recycelt werden können ist nachweislich falsch!

Die 90% beziehen sich wahrscheinlich auf die Pilotanlage von Duesenfeld und sind ebenfalls falsch!
Gerade Tesla hat bisher über 20 Milliarden in den Sand gesetzt und gerade einmal drei minimal positive Quartale (nicht aus dem Autobau sondern durch den Verkauf von Zertifikaten!) erzieltund ist nach normalen betriebswirtschaftlichen Kriterien eigentlich ein Insolvenzfall - ich kenne auch keinen chinesischen Hersteller, der mit BEVs Gewinne erzielt.
Wasserstoff hat die höchste Energiedichte (ca Faktor 100 im Vergleich zu den besten Akkus) und ist somit eindeutig die beste Wahl um Energie zu speichern - die eigentliche Herausforderung ist die Speicherung und Verteilung von Energie und daher ist klar, dass der Akku eine Sackgassentechnologie für eine sehr kleine Nische ist (wahrscheinlich zu klein, um kostengünstig und trotzdem gewinnbringend Fahrzeuge zu produzieren).
Da der Schwerverkehr mit Akkus undenkbar ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine Wasserstoffinfrastruktur für LKWs, Busse, Traktoren, Baumaschinen, Schiffe, etc aufgebaut wird - und damit ist das Thema auch zugunsten von eAutos mit Wasserstoff und Brennstoffzelle entschieden.
BEVs schaden nur der Umwelt (zB Akkuerzeugung und thermische Akku Entsorgung liefern zusammen sogar einen schlechteren CO2 Fußabdruck als kleine Dieselmotoren) und verzögern sinnlos das alternativlose Wasserstoffzeitalter!

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illyespresso
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Und schon gehts am Thema vorbei

LIon-Akkus sind nicht das Thema sondern die falschverstandenen Verkehrspolitik und der größenwahnsinnige Wachstumsglaube. In Slowenien entsteht ein Werk, dass sich derzeit mit der Erforschung des Recyclings von Akkumulatoren beschäftigt, wobei Akkus noch lange nicht ausgedient haben, wenn sie im Auto nicht mehr einsetbar sind - da gibt es noch genügend Möglichkeiten. Und die Brennstoffzelle ist genausgut wie der Akku, wenn der Wasserstoff, wie bis jetzt, noch immer aus fosilen Brennstoffen oder zumindest auf fosilen Energiequellen beruht. Der Individualverkehr ist ein Problem und inzwischen gibt es Menschen die einfach eine Vollkostenrechnung machen und raufkommen das das Auto immer mindestens 400 EURO/Monat kostet, die verdient werden müssen.

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styrianprawda
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@illyespresso

Das Problem beim Betrieb von Kraftfahrzeugen ist die Vollkostenrechnung.
Denn da erkennt man nicht die Kosten der Nutzung, sondern nur die Gesamtkosten, also des Besitzes.
Daher ist es vorteilhaft, viel zu fahren.
Und daran ändert die Antriebsart nichts.
Nur eine radikale Änderung der Kostenbetrachtung (alles rein variable Kosten) kann am Mobilitätsverhalten was ändern.

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scionescio
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illyespresso: Natürlich können degradierte Akkus noch eine Zeitlang als Pufferspeicher für Solaranlagen oder Ladestationen dienen ...

... aber nach ca. 1500 Ladezyklen sind sie kaputt und werden derzeit "thermisch" entsorgt.
Wasserstoff kann man auch mit Elektrolyse völlig klimaneutral herstellen - weltweit besteht der Stromix auch noch zu 2/3 aus Kohlestrom!
Wo wir uns absolut einig sind: auch ein eAuto ist ein Auto, verbraucht Platz, steht im Stau, ist minimal ausgenutzt und kostet sehr viel Geld in der Anschaffung und im UNterhalt - deshalb wird erst ein Sinnungswandel (vom Statussymbol zum Gebrauchsgegenstand) und eine Abkehr vom Besitzdenken einen wirklich Durchbruch bringen -> Carsharing wird immer wichtiger werden und löst viele Probleme!

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Kristianjarnig
4
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@illy

Natürlich. Persönliche Transportmittel kosten, Autos am meisten. Was nützt es wenn die Infrastruktur derzeit zum Großteil so schlecht ausgebaut ist das man als arbeitender Mensch und Familie einfach auf das Auto(oft sogar 2 wenn eines zum Pendeln benutzt wird) angewiesen ist.

In der Stadt lebend würde ich wohl vollkommen aufs Auto verzichten und auf Elektrorad und wenn es mal weiter geht auf eine Vespa(oä) umsteigen. Fertig.

Wo das Problem liegt bei JEDER der möglichen zukünftigen Plattformen(fossil/Elektro/Brennstoffzelle) - man muß es wohl schaffen die Energie ALTERNATIV herzustellen, also "grün".

Derjenige der das schafft(oder eher, die Technologie die es schafft die einflußreichste Lobby zu schmieren wie bisher bereits üblich) wird wohl die Zukunft sein.

Hand aufs Herz - für mich ist, und ich habe mich einige Monate intensiv mit E-Autos beschäftigt weil ich einen Kauf geplant habe, keine der beiden Alternativen zum Verbrenner derzeit wirklich soweit - Elektro hat Probleme mit Ökostrom, brennenden Akkus, fragwürdige Langlebigkeit, Recycling, Brennstoff ist sogar noch weiter zurück weil die Entscheidungsträger(siehe Punkt "Lobby" dazu) die Technologie außer in Teilen Asiens viel zu wenig "pushen".

Ich lasse mir derzeit weder meinen alten noch den neuen Diesel schlechtreden. Sicher derzeit am "zukunftssichersten", vor allem für die Pendler unter uns.

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gintonicmiteis
13
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Wenn man als "zukunftssicher"

das eigene Dasein auf diesem Planeten hernimmt, ist "Ihr" Diesel sicher das allerallerbeste.
Wenn man als "zukunftssicher" die nächsten Generationen hernimmt, wohl überhaupt nicht...

Aber Kristian Jarnig lebt eben nach der Devise "Was kümmert mich die Welt; nach mir die Sintflut..."

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scionescio
5
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@gintonicmiteis: Gerade der Sondermüll Akku ist eine massive Belastung für die nächste Generation!

Reicht es nicht, dass wir aus falsch verstandener Technikgläubigkeit ("Wir werden schon noch eine Lösung für die Endlagerung finden" entspricht genau "Wir werden schon noch ein Recyclingverfahrenfür die ausgedienten Akkus finden") den nächsten Generationen unseren Atommüll hinterlassen?

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karawakenpetzi
2
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Akku

Auch ein Wasserstoffauto braucht einen Akku !

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scionescio
4
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@karawankenpetzi: Das stimmt natürlich - aber nur einen ganz kleinen als Puffer...

... und damit sind die damit verbunden Probleme auch sehr viel kleiner:
viel billiger in der Erzeugung, weil der Ausschuss pro Akkupack wegen der geringeren Zellenanzahl viel geringer ist (derzeit über 12%!), viel kleiner und vor allem leichter, weniger Brandgefahr weil leichter vor Deformation schützbar, weniger Umweltbelastung bei der Erzeugung und Verwertung

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