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ams will Osram kaufenIG-Metall: "Verfolgen dieses Finanzmarkt-Schauspiel voll Sorge"

Der steirische Sensorspezialist ams spürt vor einer möglichen Osram-Übernahme weiter Widerstand aus den Reihen der deutschen Gewerkschaft. Dafür sollen die Gespräche mit Osram gut laufen.

Die ams AG beschäftigt weltweit knapp 9000 Mitarbeiter
Die ams AG beschäftigt weltweit knapp 9000 Mitarbeiter © APA
 

Die Aktionäre des zum Verkauf stehenden deutschen Beleuchtungsherstellers Osram sollen die Wahl unter zwei konkurrierenden Übernahmeangeboten haben. Die Osram-Chefetage will nun auch dem bisher nicht willkommenen steirischen Halbleiterhersteller ams ein freundliches Übernahmeangebot ermöglichen. Man nimmt sich für die Fusionsgespräche sogar etwas mehr Zeit.

Bevor ams sein 4,3 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot den Aktionären vorlegen kann, muss der Osram-Vorstand ein Stillhalteabkommen aufheben, das ams zwölf Monate lang verbietet, Osram-Aktien zu kaufen. ams hatte das Abkommen im Juni unterschrieben, um einen Blick in die Bücher von Osram werfen zu können.

Beide Seiten zeigten sich am Mittwochabend zuversichtlich, dass ams sein Angebot wie gewünscht bis zum 5. September vorlegen kann - dem Tag, an dem das Konkurrenzangebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle für Osram ausläuft. Nach dem deutschen Übernahmegesetz würden beide Angebote - das von Bain und Carlyle über 35 Euro je Aktie und das höhere über 38,50 Euro von AMS - parallel laufen.

Von der ursprünglich von ams gesetzten Frist für eine Einigung mit Osram bis zum morgigen Donnerstag (15. August) ist nicht mehr die Rede. Mit dieser wollte ams sicherstellen, dass ihr Übernahmeangebot von der deutschen Finanzaufsicht BaFin rechtzeitig vor dem 5. September genehmigt wird.

In informierten Kreisen hieß es am Mittwochabend, nach realistischer Einschätzung reiche dafür auch eine Vereinbarung in der nächsten Woche. Osram teilte mit, der Vorstand und der Aufsichtsrat wollten "zeitnah" darüber entscheiden.

Kritische Gewerkschaft

Am wichtigen Osram-Standort Regensburg hat sich am Mittwoch auch Stephan Deichsel, Leiter der IG-Metall-Vertrauensleute bei Osram OS in Regensburg, zu Wort gemeldet. Das aktuelle Bietergefecht werde mit Sorge verfolgt.

Auf den ersten Blick wirkt laut Deichsel ams nach einer guten Lösung. "Schließlich bekennen sie sich zum Fertigungsstandort Deutschland und haben angekündigt, Osram OS in Regensburg deutlich zu stärken", sagte Deichsel nach Angaben der "Mittelbayerischen Zeitung", fügte jedoch hinzu: "Doch wird das dann auf Kosten der Beschäftigten an anderen Standorten, in anderen Bereichen gehen? Regenburg fokussieren, alle anderen dafür abspalten und verkaufen? Ist die Finanzierung einer Übernahme gesichert? ams ist deutlich kleiner als Osram, geraten beide Unternehmen nach einer Übernahme in eine Schieflage?" Als Beispiel nannte Deichsel der Zeitung zufolge die gescheiterte Übernahme von Continental durch Schäffler.

IG-Metall-Mann Deichsel: "Ein Dämpfer für Bain Capital und Carlyle, ein deutlich nachgebessertes Angebot von ams - unsere Kollegen verfolgen dieses Finanzmarkt-Schauspiel voll Sorge", schrieb der Arbeitnehmervertreter. "Werden es die amerikanischen Investoren mit der Gefahr, dass sie sich als Heuschrecke entpuppen? Oder doch lieber die Halbleiterhersteller aus Österreich, die Teile von Osram stärken, den Rest aber kompromisslos abstoßen?"

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