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Nach Panama-Papers Mauritius als neue Steueroase angeprangert

Vor drei Jahren wurden die "Panama-Papers" veröffentlicht. Jetzt steht im Zusammenhang mit Steuerflucht die Insel Mauritius im Fokus.

Mauritius als neue Steueroase im Visier © Myroslava - stock.adobe.com
 

Gut drei Jahre nach der Veröffentlichung der "Panama-Papers" mit Enthüllungen über teils illegale Steuerflucht vor allem in der Karibik steht nun die Insel Mauritius als Steuerparadies im Fokus. Ein Netzwerk internationaler Journalisten veröffentlichte dazu am Dienstag Hinweise, die sich auf vertraulich weitergeleitete Daten eines Informanten stützen.

Sie belegen nach Angaben des Verbunds, dass gerade den Staaten Afrikas viele Steuergelder entgehen. In dem Zusammenhang wird auch der Name des prominenten Afrika-Aktivisten und Musikers Bob Geldof genannt, der sich zunächst nicht dazu äußerte. Die einstige französische Kolonie Mauritius liegt im Indischen Ozean, rund 2000 Kilometer vom afrikanischen Kontinent entfernt.

Die Hilfsorganisation Oxfam sieht den eigentlichen Skandal in der Gesetzmäßigkeit der Steuertricks und forderte neben transparenten Steuersystemen einen weltweiten Mindeststeuersatz. "Regelmäßig werden neue schmutzige Tricks bekannt, mit denen sich internationale Konzerne und Superreiche davor drücken, ihren fairen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten - auf Kosten gerade auch armer Länder", meinte Oxfam-Kampagnenmanager Jörn Kalinski. Die deutsche Regierung müsse beim laufenden Prozess zur Reform des globalen Steuersystems im Industrieländerklub OECD für Sanktionen gegen Steueroasen eintreten.

Das EU-Parlament hatte zuletzt Ende März einen entschiedeneren Kampf gegen Steuerhinterziehung und Finanzkriminalität und die Schaffung einer europäischen Finanzpolizei gefordert. Durch Steuervermeidung und Steuerflucht entgehen allein den europäischen Staaten nach Schätzungen jährlich hunderte Milliarden Euro.

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