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LibraNotenbanken warnen vor Facebooks Cyberwährung

Bank of England: Notenbanken müssen Projekt beaufsichtigen. Deutsche Bundesbank warnt vor den Gefahren von Stablecoins und Frankreich schafft eine G-7-Projektgruppe zu Kryptowährungen.

Facebook-Boss Mark Zuckerberg will mit Libra durchstarten
Facebook-Boss Mark Zuckerberg will mit Libra durchstarten © APA
 

Die Pläne des sozialen Netzwerks Facebook für eine eigene Kryptowährung schrecken weltweit die großen Notenbanken auf. Die Bank von England, die Fed, alle großen Zentralbanken und Aufseher müssten eine Aufsicht über dieses Projekt haben, sagte der Chef der Bank von England, Mark Carney, am Freitag dem Sender BBC. "Es muss sicher sein, oder es wird nicht passieren."

Deutsche-Bundesbank-Präsident Jens Weidmann warnte auf einer Veranstaltung in Eltville vor den Risiken solcher Cyberdevisen. Auch er hält letztlich eine Form der weltweiten Regulierung für erforderlich.

Facebook hatte vor wenigen Tagen angekündigt, eine eigene Cyberdevise mit dem Namen "Libra" in der ersten Hälfte 2020 an den Start bringen zu wollen und damit in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen. Facebook wird jeden Tag von etwa ein bis zwei Milliarden Menschen genutzt. Libra soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben - für Facebook ein gewaltiger Schub.

Branchenkenner halten es für nicht ausgeschlossen, dass Facebook damit das traditionelle Finanzsystem auf den Kopf stellen könnte. "Libra" soll ein sogenannter Stablecoin sein. Solche Digitalwährungen sollen durch Koppelung an staatliche Währungen weniger anfällig für Preisschwankungen sein als bestehende Cyberdevisen wie etwa Bitcoin. Daher könnten Stablecoins auch als Zahlungsmittel große Verbreitung finden und somit traditionellem Geld Konkurrenz machen.

Weidmann sieht in derartigen Kryptowährungen Gefahren für die Verbraucher. "Insbesondere gibt es die Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann." Auch für die Finanzbranche drohten Risiken, sollten Stablecoins große Verbreitung finden. "Sie könnten das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben", sagte der Bundesbank-Chef.

G-7 setzen Arbeitsgruppe ein

Sein EZB-Ratskollege, Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau, sagte auf einer Veanstaltung, es sei im Interesse aller, dass Offenheit gegenüber Innovationen auch mit Entschlossenheit bei der Regulierung einhergehe. Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten habe eine Arbeitsgruppe zu dem Thema eingesetzt. Die Projektgruppe, in der Zentralbanken-Vertreter sitzen sollen, werde von EZB-Direktor Benoit Coeure geleitet.

Frankreich hat derzeit den Vorsitz in der G-7-Staatengruppe. Die G-7-Finanzminister und Notenbank-Gouverneure wollen am 17. Juli in Chantilly zusammenkommen. Facebooks Pläne waren in vielen Ländern auf Misstrauen gestoßen. Der Bankenausschuss des US-Senats setzte für den 16. Juli eine Anhörung dazu an. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire plädierte für eine stärkere Kontrolle von Technologiegiganten wie Facebook. Aus Sicht des deutschen EU-Abgeordneten Markus Ferber (CSU) sollten die Pläne für Libra Aufsichtsbehörden in Alarmbereitschaft versetzen.

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