MarktführerRewe-Konzern tritt in Österreich auf der Stelle

Der Handelskonzern Rewe ist in Österreich weiterhin Marktführer. Allerdings konnte er mit den Marken Merkur, Billa, Penny und Bipa im Vorjahr kaum wachsen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Die österreichische Rewe-Zentrale
Die österreichische Rewe-Zentrale © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Der größte Handelskonzern in Österreich, Rewe International mit den Linien Billa, Merkur, Penny, Adeg und Bipa, ist im vergangenen Jahr beim Marktanteil auf der Stelle getreten. Mit einem Anteil von 34,1 Prozent (davor 34,3 Prozent) ist das Unternehmen zwar nach wie vor die Nummer eins, machte allerdings keine Sprünge. Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti räumte hier bereits Nachholbedarf ein.

"Wir wollen als Gesamtunternehmen im österreichischen Lebensmittelhandel Wachstumsführer und die Nummer Eins in der Kundenwahrnehmung werden, und unsere Marktanteile damit nicht nur langfristig absichern, sondern noch ausbauen", sagte Haraszti laut Vorab-Unterlagen.

Das Unternehmen wird seine Zahlen am Mittwoch in einer Pressekonferenz erläutern. Auch der deutsche Mutterkonzern Rewe Group veröffentlicht heute die Ergebnisse für 2018.

Leichtes Plus

In Summe setzte Rewe 2018 am österreichischen Markt brutto 8,66 Milliarden Euro um, ein leichtes Plus von 1,51 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Im Lebensmittelhandel allein erwirtschaftete der Konzern 7,68 Milliarden Euro, um 1,68 Prozent mehr als 2017. Auch der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt wuchs im Vorjahr in dieser Größenordnung. Die Touristiksparte mit Marken wie Jahn Reisen, ITS Billa Reisen sowie Transair steuerte 110 Millionen Euro bei, um fast sieben Prozent weniger als 2017.

Die Lebensmittelschienen von Rewe entwickelten sich unterschiedlich: Während die Umsätze der über 1.000 Filialen zählenden Supermarktkette Billa mit 1,21 Prozent schwächer zulegten als 2017 und die Umsätze bei Merkur wie davor um 1,40 Prozent wuchsen, hat der Diskonter Penny "im extrem hart umkämpften österreichischen Diskont-Markt" ein Umsatzplus von 2,42 Prozent erzielt. Sowohl Lidl als auch Hofer haben ihre Erlöse 2018 stabil gehalten und kaum Zuwächse verzeichnet. Bei Adeg stiegen die Umsätze um 3,49 Prozent.

Bipa wieder im Plus

Die Drogeriekette Bipa erwirtschaftete im Vorjahr erstmals seit 2015 wieder ein positives Umsatzwachstum von 1,15 Prozent auf 730 Millionen Euro. "Auch wenn wir noch unter dem Niveau von 2015 sind, ist Bipa auf einem guten Weg. Die eingeleiteten Maßnahmen greifen", so Haraszti. Das Filialnetz wurde um 11 auf 588 Filialen weiter verkleinert. Rewe stellt seine Drogeriekette neu auf und speckt bei der Zahl der Standorte ab.

Das von Wiener Neudorf aus gesteuerte Osteuropa-Geschäft von Billa erzielte Bruttoumsätze von 3,56 Milliarden Euro, ein wechselkursbereinigtes Plus von sieben Prozent. Im größten Einzelmarkt Tschechien stieg der Umsatz um neun Prozent, aber auch in der Slowakei (+10,80 Prozent), Russland (+8,70 Prozent), der Ukraine (+4,90 Prozent) und Bulgarien (+ 6 Prozent) gab es Zuwächse. Maßgeblich zum Umsatzplus 2018 beigetragen hat nach Firmenangaben auch die Expansion in Litauen durch die Aufstockung der Minderheitsbeteiligung am Handelsunternehmen iki zu einer vollkonsolidierten Mehrheitsbeteiligung. Mit iki ist Haraszti vertraut, er war dort Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die Zahl der Filialen von Billa-CEE stieg um 285 (davon 230 iki Litauen) auf 916, die Mitarbeiterzahl erhöhte sich um 6.965 (davon 6.140 iki Litauen) auf insgesamt 28.280.

Penny wächst international

Bei Penny International mit Märkten in Rumänien, Tschechien, Ungarn und Italien erhöhte sich die Anzahl der Filialen um 39 auf 1.505, die Zahl der Beschäftigten stieg um 1.004 auf 22.423. Die Umsätze zogen um 6,5 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro an.

Hierzulande ist Penny mit fast 300 Standorten vertreten. In Summe hält Rewe allein im Lebensmittelhandel fast bei 2.000 Filialen in Österreich.

Bundesweit beschäftigt der Konzern mehr als 44.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2018 verzeichnete der Händler nach eigenen Angaben 140.000 eingegangene Bewerbungen. Aktuell habe man mehr als 3.000 offene Stellen zu besetzen, sagte der für das Personal zuständige Vorstand Christoph Matschke. Eine besondere Herausforderung sei die Suche nach qualifizierten IT-Fachkräften. "Wir haben heuer schon 43 IT‐Fachkräfte aufgenommen und suchen aktuell weitere 38. Allerdings liegt die durchschnittliche Dauer für die Besetzung einer IT‐Position bei 100 Tagen", räumte Matschke ein.

Für 2019 plant der Händler in seinen elf Märkten in Summe Investitionen von rund 800 Millionen Euro.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.