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Hutchison Drei Geschäftsführer Jan Trionow: "Ein Chef muss authentisch sein"

Morgen, Dienstag, lädt Drei zum großen Jahres-Pressegespräch. Schon heute steht uns Geschäftsführer Jan Trionow in der "Business Lounge" Rede und Antwort.

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© Juergen Fuchs
 

Von welchem Beruf haben Sie als Kind geträumt?
Ich habe mich als Kind für Technik und Elektronik interessiert und in diese Richtung ging als ich größer wurde dann auch immer mehr der Berufswunsch.

Was haben die Lehrer über Sie gesagt?
Mir fiel das Lernen zum Glück recht leicht, insbesondere in den naturwissenschaftlichen Fächern. Ich galt sicher als neugierig, ehrgeizig und ein bisschen rebellisch - es gab für die Lehrer anstrengendere Schüler.

Auf welche außerschulische Leistung sind Sie heute noch stolz?
Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen, die Wende fiel in das Ende meiner Schulzeit. Dass ich die gewonnene Freiheit gut nutzen konnte und über mehrere Stationen eine erfolgreiche Karriere – jetzt schon über viele Jahre in Österreich – aufbauen konnte, darauf bin ich doch ein bisschen stolz.

Wer hat Sie am meisten gefördert?
Meine Eltern, die mir die Grundwerte und die Freiheit, mich zu entwickeln, mitgegeben haben.

Wo haben Sie das Führen gelernt?
In meiner Einheitsschule in der DDR hatte ich als guter Schüler auch eine Rolle, die Schwächeren im Lernen voranzubringen. Das hatte schon auch etwas mit Führung zu tun.

Zur Person

Jan Trionow ist seit 2010 Geschäftsführer von Hutchison Drei Austria.
Stationen: Philips UK, Mannesmann Eurokom GmbH, Vodafone Europe Ltd. 2001 wechselte er als Director of Core Network zu Hutchison Drei Austria, wo er am Aufbau der Firma in Österreich mitwirkte.


Auf wessen Rat hören Sie?
Ich versuche, möglichst offen in alle Richtungen zu sein. Wertvoller Rat kommt oft von Menschen, die schon viel erlebt haben und deshalb den Kern der Dinge erkennen können. Das trifft zum Beispiel auf unser Management im Mutterkonzern in Hongkong zu, mit Erfahrungen aus sehr unterschiedlichen Geschäftsfeldern und Aktivitäten in über 50 Ländern.

Was zeichnet einen guten Chef aus?
Es gibt nicht das eine Idealbild. Jeder Mensch ist anders und ein Chef muss authentisch sein. Es wird aber immer wichtiger, kompetente Mitarbeiter in die Lage zu versetzen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Dazu gehört Vertrauen, Empowerment und die Organisation der Zusammenarbeit, insbesondere, wenn die Firma größer wird.

Was schätzen Sie an Mitarbeitern?
Leidenschaft für die Arbeit, unternehmerisches Handeln, offenes Feedback und fachliche Kompetenz.

Wie bewältigen Sie Stress?
In Stresssituationen hilft mir eine gewisse Gelassenheit. Die wachsende Erfahrung, dass es meistens irgendeine Lösung gibt, ist hilfreich. Ausdauersport wie Jogging hilft mir, den Kopf frei zu bekommen.

Wie nutzen Sie soziale Netzwerke?
Recht selektiv im privaten und beruflichen Bereich. Der Nutzen dieser Netzwerke ist riesig. Man ist allerdings eingebettet in eine Vielzahl von Kommunikationskanälen und muss aufpassen, sich nicht zu verzetteln.

Durch welchen Misserfolg sind Sie gereift?
Als Drei 2003 an den Markt gegangen ist, hat uns kaum jemand eine Chance gegeben. Wir wollten nicht einfach der fünfte Handynetzbetreiber sein und haben viele Mobile-Multimedia-Produkte entwickelt. Die meisten gibt es heute nicht mehr. Und doch haben wir uns am Markt durchgesetzt.

Sind Sie für die Frauenquote in Chefetagen?
Besser ist es, wenn es ohne Quote funktioniert. Wir haben bei Drei damit zum Glück kaum ein Thema. In meinem Bereich habe ich nur weibliche Führungskräfte, die an mich berichten. Das hat sich so ergeben, weil sie die Besten waren.

Welches Buch empfehlen Sie?
Derzeit lese ich “Adapt: Why Success Always Starts with Failure” von Tim Harford. Das passt zu Frage 11. Ich kann es denen empfehlen, die Tipps suchen, wie man in einem komplexen Umfeld erfolgreich sein kann.

Was ist Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit?
Überall möglichst sparsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Im Beruflichen ist dies meist Teil des ökonomischen Prinzips, im Privaten oft auch eine Frage der generellen Einstellung.

Worauf kommt es an im Leben?
Ich finde die Version von Autor Steven Covey gut. Er meinte, es ginge darum, zu leben (das Materielle und die Genüsse), zu lernen, zu lieben und der Nachwelt etwas zu hinterlassen.