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NeuwahlenItalien: Aktien steigen nach geplatzter Regierungsbildung

In Italien hat die Börse in Mailand positiv auf das Platzen der Regierung zwischen Lega Nord und der Fünf-Sterne-Bewegung reagiert.

Archivbild: Die Mailänder Börse beim Börsegang von Ferrari
Archivbild: Die Mailänder Börse beim Börsegang von Ferrari © APA/AFP/GIUSEPPE CACACE
 

Nach der gescheiterten Regierungsbildung in Rom ist der italienische Aktienmarkt am Montag mit deutlichen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der Leitindex FTSE MIB rückte im frühen Handel um 1,80 Prozent auf 22.800,79 Punkte vor und wurde dabei angeführt von festen Bankenwerten. Neben dem Aktienmarkt legten auch der Euro und italienische Staatsanleihen zu.

Am Markt wurden die Kursgewinne mit der vorerst gescheiterten Regierungsbildung durch populistische Kräfte in Italien begründet. "Die Politik sorgt für Wirbel in der Eurozone", schrieben die Experten von HSBC in einem Morgenkommentar.

Am Markt machte sich etwas Erleichterung breit, nachdem zuletzt die Koalitionspläne der Parteien Fünf Sterne und Lega und das sich daraus ergebende Konfliktpotenzial mit der EU für Unsicherheiten gesorgt hatte.

Euro stabil

Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung stieg im asiatischen Handel wieder über die Marke von 1,17 Dollar. Der Risikoaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber als sicher empfundenen deutschen Bundesanleihen ging auf etwa 1,9 Prozentpunkte zurück.

Der gemeinsame Kandidat der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechten Lega-Partei für das Amt des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, hatte am Sonntag den Regierungsauftrag an Staatspräsident Sergio Mattarella zurückgegeben. Grund dafür war vor allem der Streit über die geplante Ernennung eines ausgewiesenen Euro- und Deutschland-Kritikers zum Finanzminister.

Mattarella sucht nun nach einem Ausweg. Er bestellte für Montag den Wirtschaftsexperten Carlo Cottarelli zu Gesprächen ein, der an der Spitze einer Übergangsregierung das Land zu einer Neuwahl führen könnte. Allerdings gerät Mattarella selbst in Bedrängnis: Sterne und Lega kritisierten sein Vorgehen und pochen auf eine schnelle Neuwahl in der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.

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