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Kärnten

Wietersdorfer verkauft seine Baustoff-Sparte

Die Gespräche über den Verkauf der w&p Baustoffe GmbH an die niederösterreichische Schmid Holding sind in der Endphase. Am Dienstag werden die Mitarbeiter informiert.

Für Baumit besteht seit 1988 eine Partnerschaft mit Wopfinger
Für Baumit besteht seit 1988 eine Partnerschaft mit Wopfinger © APA/Schuster
 

Die w&p Baustoffe GmbH, bekannt vor allem durch die Marke Baumit, wird verkauft. Ein Sprecher der Wietersdorfer-Gruppe mit Zentrale in Klagenfurt bestätigt Verhandlungen über den Verkauf des Unternehmens mit Standorten in Klein St. Paul, Peggau (in der Steiermark) und Klagenfurt. In der w&p Baustoffe GmbH wurden alle Baustoffaktivitäten der Wietersdorfer-Gruppe im In- und Ausland zusammengefasst. Das Unternehmen ist mit zwei Marken präsent: mit der „Europa-Marke“ Baumit, die ein breites Sortiment von der Wandfarbe bis zum Putz umfasst, sowie Kema, das zum Beispiel Fliesenkleber, Ausgleichsmassen und Fugenmassen erzeugt. w&p Baustoffe ist europaweit tätig, mit Schwergewicht in Ost-, Südost- und Nordosteuropa.

Die Verkaufsgespräche seien „weit gediehen und verlaufen sehr positiv. Sie sind aber noch nicht abgeschlossen“, heißt es.

Wer ist wer?

Schmid Industrieholding: 1,369 Milliarden Euro Umsatz, 4800 Mitarbeiter

Die Wietersdorfer-Gruppe er-zielte 2015 einen Umsatz von 541,6 Millionen Euro, ein EGT von 9,2 Millionen Euro, einen Cashflow von 50,1 Millionen Euro und beschäftigt 2837 Mitarbeiter.

w&p Baustoffe GmbH: Der Umsatz (2014) betrug 56,43 Millionen Euro, das EGT -8,8 Millionen Euro; 168 Beschäftigte.

Baumit International ist eine Dachmarke. Sie ist Marktführer im Bereich Putz- und Kalkprodukte in Österreich und europaweit an dritter Stelle. Verantwortlich für diese Unternehmensgruppe sind die selbstständigen Familienunternehmen Schmidt Industrie Holding und die WietersdorferGruppe.

Das traditionsreiche Unternehmen, dessen Wurzeln ins Jahr 1893 zurückreichen, soll an die Schmid Industrieholding mit Sitz im niederösterreichischen Waldegg bei Wiener Neustadt gehen. Bereits seit 1988 werden in einer Partnerschaft mit der zur Schmid Holding gehörenden Wopfinger-Gruppe Baustoffe unter der Marke Baumit vertrieben.

Der strategische Hintergrund sei, dass sich Wietersdorfer auf den „ertragreicheren“ Industrie- und B-to-B-Markt (Bezeichnung für Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen) konzentrieren wolle. Das Endkundengeschäft (B-to-C) will man künftig der Schmid Holding überlassen. Standorte und Mitarbeiter in der Steiermark und Kärnten seien, betont man bei Wietersdorfer, nicht betroffen. Für die bei Wietersdorfer verbleibenden Bereiche – etwa Hobas-Rohre und Poloplast – will man einen „expansiven Kurs“ einschlagen. Für kommenden Dienstag ist die Belegschaft zu Info-Veranstaltungen eingeladen. Über den potenziellen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die vielen Beteiligungen der w&p Baustoffe

Baumit Baustoffe GesmbH (Anteil: 50 Prozent)
w&P Transport Gesellschaft
Alpine Baustoffhandelsgesellschaft
Baumit gradbeni materiali d.o.o., Slowenien
Baumit Croatia d.o.o.
Baumit d.o.o. Bosnien und Herzegowina
Baumit-Bel, Belarus, Weißrussland (Anteil: 68 Prozent)
Baumit, Russische Föderation
Baumit Serbia d.o.o.
Baumit Hellas S.A., Griechenland
Kema Puconci d.o.o., Slowenien (Anteil: 99,72 Prozent)
w&p Baumit d.o.o., Bosnien und Herzegowina (Anteil: 90 Prozent)
Baumit Makedonija Dooel, Mazedonien
Baumit Albania Shpk, Albanien
Baumit Building Materials, Russische Föderation
Baumit Crna Gora, Montenegro
Baumit Italia S.p.A.
w&p Beton d.o.o., Bosnien und Herzegowina (Beteiligungen laut Firmenbuch. Der Anteil an den jeweiligen Gesellschaften beträgt, falls nicht anders angegeben, jeweils 100 Prozent.)

Kommentare (3)

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caldara
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Schaut schlecht aus, oder?


wenn die Angaben stimmen, werden jene 3% der Mitarbeiter, die 90% des EGT erwirtschaften, samt Baustofffirma verkauft.

Womit wollen dann die anderen überleben? Vielleicht sollte man sich einen Geschäftsführer suchen, der eine Ahnung von der Branche hat.

Harte Zeiten brauchen einen Steuermann und keinen Tänzer

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ch1wernerer2
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Baumit Schmid Holding

Für die Mitarbeiter wird sich nichts verändern vor allem nicht verschlechtern.
Bin seit knapp 6 Jahren Mitarbeiter als Österreicher in der Schmid Holding (Baumit Deutschland)
Die Firma ist gut zu seinen Mitarbeitern, investiert in Ausbildung und in die Technik der Werke.
Freue mich als Mitarbeiter und bin stolz ein Teil dieser Familien-Erfolgsgeschichte zu sein.
Wir wurden damals vor meiner Zeit auch von der Schmid Holding erworben meine Deutschen Kollegen erzählten mir, dass Ihnen nichts besseres passieren konnte.
Und aus verhandlungstechnischer Sicht kann ein Vertragsabschluß in diesen Dimensionen nicht einfach vorab jedem auf die Nase gebunden werden.

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ramses59
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Erst die Presse, dann die Mitarbeiter??

Es hat sicher etwas mit fehlender Unternehmenskultur zu tun, wenn die Mitarbeiter zuerst aus der Zeitung erfahren, dass ihr Unternehmen verkauft werden soll und erst danach selbst informiert werden. Hat auch was mit Geringschätzung der Mitarbeiter zu tun....

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