Im Zusammenhang mit der Schließung des Werks des Autozulieferers Nemak in Herzogenburg in Niederösterreich soll ein Sozialplan ausverhandelt werden. Der Betriebsrat strebt dies an, der Konzern zeigt sich dazu bereit, berichtete der ORF Niederösterreich am Donnerstag. Die erst kürzlich übernommene Produktionsstätte soll bis zum Ende des ersten Quartals 2027 geschlossen werden, war am Mittwoch seitens Nemak mitgeteilt worden. 330 Beschäftigte sind davon betroffen.
„Für uns und für alle Kollegen war es eine Wahnsinnsnachricht, und wir müssen jetzt schauen, dass wir das Beste für jeden rausholen und einen ordentlichen Sozialplan verhandeln“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Martin Bunzengruber dem ORF.
Unterstützung für Mitarbeiter angekündigt
Zu entsprechenden Verhandlungen sei der Konzern bereit, betonte Thomas Menk, Geschäftsführer von Nemak in Herzogenburg. Die Schließung sei bedauerlich, aber notwendig: „Am Ende ist es so, und das erleben wir in ganz Europa, dass die Automobilindustrie schwächelt, dass wir hier Standortnachteile haben und dass die Energie- und Personalkosten in den letzten Jahren gestiegen sind.“ Auch das Geschäft am Standort habe sich deutlich verschlechtert. Ziel sei jedoch, die Mitarbeiter und insbesondere die Lehrlinge „bestmöglich zu unterstützen“. Auch Nemak selbst hatte am Mittwoch jüngste Marktentwicklungen und niedrige Produktionsvolumina als Gründe für die Schließung ins Treffen geführt.
Nemak mit Hauptsitz in Mexiko fertigt Aluminiumkomponenten für die Automobilindustrie. Das Werk in Herzogenburg hatte die Firma in diesem Jahr von der zum Schweizer Industrieunternehmen Georg Fischer gehörenden GF Casting Solutions übernommen.
Der SPÖ-Landtagsabgeordnete Rene Pfister sah in der Werkschließung am Donnerstag einen massiven Schlag für die gesamte Region. Neben Kritik am Bündnis von ÖVP und FPÖ im Bundesland forderte Pfister per Aussendung die Umsetzung eines niederösterreichischen Industriefonds. Dieser soll „Unternehmen beim Umstieg auf zukunftsfähige, klimafreundliche Produktionsweisen unterstützen und gezielt Investitionen in Zukunftsbranchen ermöglichen“. Beschäftigte müssten gleichzeitig durch Umschulungen und Weiterbildungen abgesichert werden.