Dass 2025 kein Jubeljahr für den Volkswagen-Konzern wird, war zu erwarten – aber in diesem Ausmaß überrascht das Ergebnis dennoch: Der Gewinn des deutschen Volkswagen-Konzerns (Volkswagen, Skoda, Seat/Cupra, Audi, Porsche . . .) ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist das Konzern-Ergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Das operative Ergebnis 2025 liegt 53 Prozent unter 2024 (19,1 Mrd. Euro). Bereits im Vorjahr musste man ein operatives Minus von 15 Prozent hinnehmen. Der Umsatz stagnierte bei 322 Milliarden Euro, heuer soll er um 3 Prozent steigen. Die operative Marge befand sich mit 2,8 Prozent im Sinkflug.
Finanzchef Arno Antlitz erklärte dazu, das Jahr sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Die Restrukturierung bei dem Unternehmen zeige zwar Fortschritte, und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet. „Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus.“ Im Klartext: Bei Volkswagen ist das größte Restrukturierungsprogramm der Geschichte angelaufen, die Auswirkungen wird man aber erst in den nächsten Jahren sehen. Zuletzt hat man alleine bei den Fabriken die Kosten um 20 Prozent gesenkt, über dem Konzern liegt ein weiteres 20-prozentiges Sparziel.
Wie der Volkswagenkonzern gegensteuert
Kein anderes Automobilunternehmen in Europa lenkt so stark in eine neue Richtung wie der Volkswagenkonzern mit Oliver Blume an der Spitze: Insgesamt baut man im gesamten Konzern nach harten Verhandlungen mit dem Betriebsrat und hohen Abfertigungen 50.000 Mitarbeiter ab (Vorruhestand etc., Programm erstreckt sich auf mehrere Jahre), richtet Werke neu aus und setzt auf neue Geschäftsfelder. Darunter auch die Rüstungsindustrie, an die man lediglich Komponenten liefern will.
Bei der operativen Rendite hat sich der Volkswagenkonzern für das Jahr 2026 eine deutliche Steigerung vorgenommen, die Effizienz-Programme und die neuen Modelle (darunter eine Serie kleiner und leistbarer E-Autos) sollen die Rendite auf vier bis 5,5 Prozent heben. Das wäre eine deutliche Verbesserung zu den 2,8 Prozent im vergangenen Jahr, als dieser Wert um 3,1 Punkte abgerutscht war.
Porsche packt für die Bilanz 2025 alle schlechten Daten ein
Die massiven Probleme im China-Geschäft und milliardenhohe Belastungen durch den Strategieschwenk von der E-Mobilität Richtung Verbrenner-Comeback haben bei der Volkswagen-Tochter Porsche 2025 für einen massiven Gewinneinbruch gesorgt. Das operative Ergebnis des Sportautobauers brach von 5,3 Milliarden Euro 2024 auf 90 Millionen Euro 2025 ein.
Inklusive Finanzdienstleistungen erzielte die Sportwagenschmiede 413 Millionen Euro (2024: 5,6 Milliarden Euro).
Woran Porsche leidet
Porsche leidet unter einem Absatz-Zusammenbruch in China, gestiegenen US-Zöllen und dem schwächelnden E-Auto-Geschäft. Da die Sportwagenfans am Verbrennungsmotor hängen, verlegt sich Porsche wieder stärker auf Modelle mit konventionellen Antrieben. Für 2026 erwartet der Autobauer nach Aussagen auf einer Analystenkonferenz Ende Jänner einen weiteren Absatzrückgang, die Rendite soll sich aber erholen – und zwar auf mehr als fünf Prozent.
Klar ist auch: Porsche hätte ein wesentlich besseres Ergebnis erzielen können, eine knapp zweistellige Rendite wäre möglich gewesen – aber man nützte das Jahr 2025, um alle Abschreibungen und Problemzonen in diese Bilanz zu packen, um dem neuen CEO Michael Leiters einen besseren Start zu ermöglichen.